
LiDAR statt RTK: Mähroboter Navimow H2 im Test
Nachfolger.
Der Navimow H2 ist die zweite Generation von Navimows Mähroboter-Erstlingswerk. Was die Mittelklasse an Neuerungen bietet und wie gut diese in der Praxis funktionieren, zeigt unser Navimow H2 Test.Marcus Schwarten Veröffentlicht am
Navimow H2 Test-Fazit: Zuverlässiger Mähroboter ohne Highlights
Navimow hat mit der H2 Serie punktuelle Verbesserungen an seinem Mähroboter-Klassiker vorgenommen. Wesentliche Neuerung ist der Einsatz von LiDAR kombiniert mit Net-RTK und Vision, was den Wegfall der RTK-Antenne zur Folge hat.
Auch sonst gibt es punktuelle Verbesserungen, wobei sich diese stark in Grenzen halten. Aus unserer Sicht hat Navimow hier die Chance vertan, noch mehr zu tun. Beispielsweise wäre eine Lösung für einen besseren Randschnitt wünschenswert. Schließlich haben hier zahlreiche Hersteller wie Roborock, Dreame, Ecovacs, und Mammotion 2026 mehr zu bieten.
Letztendlich ist der Navimow H2 ein solider Mähroboter mit LiDAR-Navigation, der aber Highlights missen lässt. Er navigiert und umfährt Hindernisse zumeist zuverlässig und lässt sich auch sonst wenig zu schaden kommen, am Rand aber breitere Streifen stehen als viele andere und oft sogar günstigere Konkurrenten.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Die unverbindliche Preisempfehlung der H2 Serie von Navimow startet bei 1.599 Euro UVP. Erhältlich ist das Modell in vier verschiedenen Ausführungen: H206 für bis zu 600 Quadratmeter (1.599 Euro UVP), H210 bis maximal 1.000 Quadratmeter (1.799 Euro UVP), H215 für bis zu 1.500 Quadratmeter (2.099 Euro UVP) sowie H230 bis 3.000 Quadratmeter (2.499 Euro UVP). Einen Überblick über verfügbare Händler gibt es auf der Hersteller-Webseite.
Inhaltsverzeichnis
- Navimow H2 Test-Fazit: Zuverlässiger Mähroboter ohne Highlights
- Ausstattung & Lieferumfang: Dreifach-Navigation statt RTK
- Einrichten & Wartung: KI-Kartierung zickt am Testgerät
- App & Bedienung: Gewohnt gut
- Navigation & Hinderniserkennung: Fast perfekt
- Flächen- & Randmähen: Mehr Klingen, aber kein Randmähwerk
- Laufzeit & Lautstärke: Mäht rund 300 m² pro Akkuladung
Die H-Serie war der erste Mähroboter von Segway Navimow und wurde bereits 2021 vorgestellt. Zur Gartensaison 2026 hat der Hersteller nun mit der H2-Serie einen Nachfolger auf den Markt gebracht, die sich zwischen den Modellreihen i2 und X4 einsortiert.
Was hat sich getan? Auf den ersten Blick, sprich optisch nicht allzu viel. Aber dennoch bietet die zweite Generation einige wichtige Neuerungen und Verbesserungen, wie unser Navimow H2 Test verrät.
Datenblatt
| Eigenschaft/Modell | Navimow H2 Serie | Havimow H Serie |
|---|---|---|
| Fläche | max. 600 bis max. 3.000 m² | max. 500 bis max. 3.000 m² |
| Navigation & Hinderniserk. | EFLS LiDAR+ (LiDAR + NRTK + Vision) | EFLS 1.0 (RTK + Vision) |
| Mähwerk | Mähscheibe | Mähscheibe |
| Anzahl Klingen | 6 Stück | 3 Stück |
| Schnittbreite | 22 cm | 22 cm |
| Schnitthöhe | 2 - 7 cm | 3 - 6 cm |
| Schnitthöhe einstellen | elektrisch | elektrisch |
| Steigung | 45% / 24° | 45% / 24° |
| Display | ja | ja |
| Akkukapazität | 5,1 bis 10 Ah | 5,1 bis 10,2 Ah |
| Gewicht | ~16 kg | ~ 17 kg |
| Abmessungen | 62,4 × 44,5 × 29,5 cm | 60,3 x 46,8 x 27,4 cm |
| Wasserdichtigkeit | IP66 | IP66 |
| Garage im Lieferumfang | nein | nein |
| Anzahl Klingen im Lieferumfang | 12 Stück | k.A. |
| Farbe | Grau/Orange | Grau/Orange |
Ausstattung & Lieferumfang: Dreifach-Navigation statt RTK
Die wesentliche Neuerung der H2-Serie ist der Wechsel der Navigationstechnologie. In der ersten Generation setzte Navimow noch auf RTK. 2026 wird dieser Standard aber immer mehr durch LiDAR ersetzt - auch im H2. Kombiniert wird die bereits von Saugrobotern allseits bekannt Technologie im EFLS-LiDAR-System von Network-RTK-Positionierung sowie visueller Erkennung zu einer Triple-Fusion-Navigationsarchitektur. Das hat auch den Wegfall der RTK-Antenne zur Folge, was das Platzieren im Garten einfacher macht. Zudem ist die LiDAR-Technologie unempfindlicher gegen Verschattung durch Bäume, Gebäude und Co.
Abgesehen von Änderungen im Bereich der Kamera, wo nun auch das LiDAR-Modul sitzt, hat sich am Design wenig geändert. Die neue Generation mäht ebenfalls mit einem Mähteller mit 22 cm Schnittbreite, nun aber mit sechs statt drei Klingen. Die Schnitthöhe lässt sich elektrisch mit 2 bis 7 cm zudem in einem größeren Bereich einstellen. Eine spezielle Randmähfunktion, wie sie beispielsweise der Mova LiDAX Ultra (ab ca. 700 Euro bei Amazon) oder der Roborock RockNeo Q1 bieten, gibt es beim Navimow H2 hingegen nicht.
Geliefert wird der Navimow H2 mit der gewohnten Ladestation. Für diese liegen die üblichen Erdschrauben für die Befestigung im Boden bei. Dazu runden noch 12 Ersatzklingen den Lieferumfang ab.
Einrichten & Wartung: KI-Kartierung zickt am Testgerät
Nach dem problemlos funktionierenden Verbindungsaufbau von App, Roboter und WLAN-Netzwerk geht es an die Kartierung des Rasens. Dies kann sowohl automatisch und per KI sowie manuell erfolgen. Der KI-Modus wollte bei unserem Vorserien-Testgerät leider anfangs nicht funktionieren. Obwohl der Rasenroboter mitten auf dem Grün stand, kam die Fehlermeldung, dass er den Rasen nicht gefunden hat. Serienmodelle dürften von diesem Problem aber nicht betroffen sein.
Nachdem der Kartierungsvorgang erst einmal manuell gestartet war, ließ sich dann aber auch am Testgerät auf die KI umschalten. Hierbei hat sich der H2 langsam und vorsichtig am Rand der Rasenfläche entlanggehangelt. Das hat im Großen und Ganzen gut funktioniert, ist aber einmal in einer Hecke geendet.
Alternativ steht die rein manuelle Kartierung zur Verfügung, die absolut okay funktioiert. Hierbei wird der Mähroboter mit zwei Joysticks auf dem Smartphone-Display entlang der Rasenkante pilotiert. Der H2 reagiert ausreichend, aber nicht zu feinfühlig. Positiv: Mit einer Radierfunktion lassen sich Fehler ausmerzen.
Insgesamt ist der Navimow H2 recht schnell einsatzbereit, wobei die Zeit natürlich abhängig von der Rasengröße und damit der Dauer für die Kartierung ist. Ist die virtuelle Karte angelegt, lässt sich diese auf Wunsch noch an die eigenen Bedürfnisse anpassen, beispielsweise durch das Anlegen von Sperrzonen.
App & Bedienung: Gewohnt gut
Die Navimow App war aus unserer Sicht bereits im vergangenen Jahr eine der besten am Markt. Das hat sich auch 2026 nicht geändert. Sie bietet nicht übermäßig viele Funktionen, ist aber weitestgehend intuitiv bedienbar und übersichtlich gestaltet. In gewohnter Manier zeigt sie auf der Übersicht die aktuelle Karte samt Live-Fortschritt, wenn der Mähroboter gerade seiner Arbeit nachgeht.
Im unteren Bereich sind neben den wichtigsten Bedien-Buttons zum Starten, Pausieren und Laden auch die wichtigsten Angaben wie gemähte Fläche in Quadratmetern und Prozent sowie der Akkustand auf einen Blick einsehbar. Rechts am Rand gibt es drei Buttons für die Kartenansicht (auf Wunsch mit Gelände), die Kartenbearbeitung sowie die Fernsteuerung.
Oben rechts führen zwei Icons zu den Benachrichtigungen und den Einstellungen. Im dann erscheinenden Menü warten unter anderem der Mähzeitplan, Mähberichte sowie wichtige Einstellungen wie Arbeitsmodus, Schnitthöhe und mehr. Für die Sensibilität der Hinderniserkennung (VisionFence) stehen nur wenige Optionen (Kanal-Hindernisvermeidung, Tierfreundlich) zur Wahl.
Navigation & Hinderniserkennung: Fast perfekt
Bei der Navigation verzichtet Navimow beim H2 auf die im Vorgänger noch erforderliche RTK-Referenzstation. Das dürfte alle diejenigen freuen, die sich an der je nach Modell meist 1,5 bis 2 m hohen Antenne stören. Zudem verspricht dies Vorteile in Gärten mit vielen hohen Bäumen und anderen Hindernissen, da diese den GPS/RTK-Empfang schwierig machen können.
Mit seiner LiDAR-Navigation (unterstützt von Net-RTK und Vision) hat der Navimow H2 im Test einen guten Eindruck hinterlassen. Er hat die Fläche zuverlässig abgefahren und ausgelassene Stellen (beispielsweise wegen beweglicher Hindernisse) am Ende noch einmal angefahren.
Auf der Fläche gibt es wenig zu kritisieren. Die Hinderniserkennung hat im Test nicht ganz so gut, aber ordentlich funktioniert. Unsere Igel-Attrappe hat der Navimow H2 stets erkannt. Selbst vor einem Stück Gartenschlauch, der schon vielen Mährobotern Probleme gemacht, wurde stets gestoppt - wenn auch einmal beim Wegdrehen berührt. Vor große Probleme hat den H2 im Test hingegen ein Tennisball gestellt, der stets über den Haufen gefahren wurde. Hier hatten die verbauten Kameras offensichtlich Probleme mit dem geringen Kontrast des neongelben Tennisballs auf dem grünen Rasen.
Flächen- & Randmähen: Mehr Klingen, aber kein Randmähwerk
Bei der Mähleistung auf der Fläche gibt es beim Navimow H2 nach unseren Testeindrücken nichts zu kritisieren. Da er zuverlässig seine Bahnen zieht und hierbei die gesamte Testfläche abgefahren hat, ist ein flächendeckendes Mähen sichergestellt. Hierbei arbeitet der Rasenmähroboter mit doppelt so vielen Klingen wie die erste Serie. Steigungen sind nicht der größte Freund des H2, aber bis rund 45 Prozent zu bewältigen. Das langt für die meisten Gärten.
Wie viele Runden der Mähroboter am Rand dreht, lässt sich in der App einstellen. Hierbei hat der H2 auf unserer Testfläche relativ nah an den Rändern entlang navigiert und recht langsam und vorsichtig vorgegangen. Obwohl die Navigation auch hier insgesamt gut funktioniert hat, lässt er dennoch einen recht breiten ungemähten Streifen zurück. Das liegt daran, dass das Mähwerk in dem rund 45 cm breiten Mähroboter gut 10 cm vom Rand entfernt liegt. So ist nur bei ebenerdigen Übergängen, die der Roboter überfahren kann, randloses Mähen möglich.
Laufzeit & Lautstärke: Mäht rund 300 m² pro Akkuladung
Mit einer Akkuladung hat der Navimow H206 im Test rund zwei Stunden am Stück gearbeitet und hierbei ca. 300 Quadratmeter Rasenfläche gemäht. Beim anschließenden Ladestopp an der Station in unter zwei Stunden sind gut 100 Wh mit bis zu knapp 100 W in den im Testgerät 5,1 Ah großen Akku geflossen.
Im Betrieb zeigt sich der H2 sparsam, im Standby allerdings nicht. Unser Testgerät hat an der Station stehend trotz vollgeladenem Akku rund 13 W gezogen. Das verhagelt ihm eine bessere Wertung beim Energierating. Für die Vergleichbarkeit des Energiebedarfs der von uns getesteten Mähroboter nehmen wir das dreimalige Mähen pro Woche von 500 Quadratmetern an. Bei dieser Aufgabe benötigt der Navimow H2 nach unseren Messungen hochgerechnet über 10 kWh im Monat - und ist damit recht energiehungrig.
Bei der Lautstärke fällt der Navimow H2 im Test weder sonderlich positiv noch negativ auf. Die rund 60 dB (auch abhängig von der Mähaktivität) sind weder besonders laut, lassen ihn aber auch nicht zu den leisesten Mähroboter zählen.
Ist der Navimow H2 laut unserem Test nicht der passende Rasenroboter ohne Draht für den eigenen Garten?
Dann hier viele weitere Modelle in unserer Mähroboter-Bestenliste 2026 entdecken!
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.


























