Chinesische E-Auto-Offensive: Darum soll Leapmotor in Europa besser durchstarten als die gescheiterte Konkurrenz

Der chinesische Automobilhersteller Leapmotor setzt zur weltweiten Expansion an und hat Europa dabei als wichtigsten Wachstumstreiber identifiziert. Gerade einmal zehn Jahre nach der Gründung im Jahr 2015 visiert das Unternehmen die Marke von einer Million ausgelieferter Fahrzeuge an. Schon ab 2026 soll sich dieses Tempo noch einmal verdoppeln.
Das ambitionierte Wachstum soll Leapmotor im hart umkämpften Heimatmarkt Freiräume verschaffen und die Claims im europäischen Markt frühzeitig abstecken. Im Gegensatz zu hunderten chinesischen E-Auto-Start-ups, die seit 2015 in Europa gescheitert und verschwunden sind (von einst bis zu 300 sind laut Management nur noch rund zehn aktiv), soll Leapmotor nachhaltig erfolgreich sein.
Die Stellantis-Garantie: Vertrauen und Service
Die Basis für diese Zuversicht ist die strategische Partnerschaft mit dem euro-amerikanischen Stellantis-Konzern. Über das 2023 gegründete Joint Venture "Leapmotor International" erhalten die Chinesen Zugang zu einer kritischen Infrastruktur, die gescheiterten Konkurrenten fehlte: Das Händler- und Servicenetzwerk von Stellantis.
Tianshu Xin, Chef von Leapmotor International, betont, dass "das Wichtigste Vertrauen ist". Dieses Vertrauen soll durch ein flächendeckendes Netz geschaffen werden: Europaweit stehen bereits rund 700 Standorte bereit, 120 davon in Deutschland. Damit soll kein Kunde länger als 25 Minuten bis zum nächsten Servicepunkt fahren müssen.
Dabei plant Leapmotor keine exklusiven Showrooms. Die Fahrzeuge, darunter der Kleinwagen T03 oder die künftigen Modelle B10 und C10, werden bei etablierten Stellantis-Händlern in den Ausstellungsräumen stehen: beim Opel-Händler in Deutschland, bei Citroën in Frankreich und bei Fiat in Italien. Service und Ersatzteile sind laut Xin dank der Allianz bereits gesichert, da die Lager vor Markteinführung gefüllt wurden.
Neue Modelle: Der B10 greift an
Leapmotor setzt auf ein breites Modellportfolio in den volumenstarken Segmenten:
- T03: Der Kleinstwagen definierte das untere Ende des Angebots.
- B10: Das neue Kompakt-SUV (4,52 Meter Länge), das auf der IAA in München vorgestellt wurde, ist die Speerspitze der Offensive. Es soll mit einem Einstiegspreis ab 29.900 Euro in Deutschland starten und damit als preisniedrigere Option direkt etablierte Wettbewerber wie den Skoda Elroq, den Kia EV3 oder auch die konzerninternen Konkurrenten Opel Grandland und Peugeot E-3008 frontal angreifen. Technisch bietet der B10 bis zu 434 km Reichweite (WLTP) und lädt Gleichstrom mit bis zu 168 kW.
- C10: Der sehr hochwertig und reichhaltig ausgestattete Mittelklasse-Crossover.
- B05: Ein Hatchback, der ab 2026 gegen etablierte Wettbewerber wie den VW ID.3 antreten soll.
Leapmotor C10 Elektro-SUV ab 299 Euro pro Monat im Privatleasing
Die Crossover-Modelle bieten zudem optional einen Range Extender, der den Fahrzeugen eine Reichweite von fast 1.000 Kilometern ermöglicht – ein cleverer Zusatz für Kunden, die noch unter Reichweitenangst leiden. Auch die Technologie kommt aus dem eigenen Haus: Das Unternehmen entwickelt und produziert intern von der Batteriearchitektur über die Software bis zu vielen weiteren Teilen. Die aggressive Preisgestaltung wird durch Leasingangebote unterstrichen: Der C10, ein großes SUV, wird aktuell ab einer monatlichen Rate von 299 Euro ohne Leasingsonderzahlung angeboten, was die Konkurrenz in diesem Segment massiv unterbietet.
Die Produktion findet aktuell noch ausschließlich in China statt, jedoch prüft das Management bereits Lokalisierungs-Optionen in verschiedenen europäischen Regionen, um Kosten, Lieferzeiten und regulatorische Hürden besser zu beherrschen.














