Notebookcheck

Die beliebtesten Laptops von Ende 2017

Schwarmintelligenz? Amazons Bestsellerliste ist normalerweise ein recht guter Indikator dafür, welche Laptops bei den Konsumenten besonders gut ankommen, welche Kriterien beim Kauf eines neuen Laptops eine Rolle spielen und welche eher irrelevant sind. Wir schauen uns einige der Notebooks von Amazons Notebook-Bestsellerliste an.
Vaidyanathan Subramaniam, 👁 Douglas Black, Tanja Hinum (übersetzt von Martin Jungowski), 🇺🇸

Einleitung

Amazons Bestseller-Listen sind gute Indikatoren für die Wünsche und Bedürfnisse der Anwender in Bezug auf Computerhardware. Natürlich bieten insbesondere kompakte Ultraportables oder außergewöhnlich performante High-End Gaming-Notebooks diverse Vorteile. Allerdings zeigt die Liste sehr eindrucksvoll, dass die meisten Anwender eher Laptops bevorzugen, die nicht unbedingt die Bank sprengen. Außerdem helfen diese Listen den Herstellern bei der Optimierung des eigenen Produktportfolios auf die Ansprüche der Anwender hin. Eine nette Besonderheit dieses Jahr: Zusätzlich zu den Windows- und Mac-Notebooks haben es auch Chromebooks erstmals in die Bestsellerliste geschafft. Allen hieran Interessierten empfehlen wir unseren Artikel, in dem wir auf die Fähigkeiten und Limitierungen eines Chromebooks eingehen. Für den vorliegenden Artikel haben wir uns ausschließlich auf jene Windows- und Mac-Notebooks eingeschränkt, die auf Amazons Marketplace-Plattform besonders häufig gekauft werden.

Anmerkung: Die aufgeführten Preise für die Notebooks sowie die jeweilige Position des Notebooks in den Bestsellerlisten sind Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Artikels. Beide Aspekte sind verständlicherweise starken Schwankungen unterworfen.

Acer Aspire E 15 E5

Acer Aspire E 15 E5 führt Amazons Bestseller-Liste an. (Quelle: Amazon)
Acer Aspire E 15 E5 führt Amazons Bestseller-Liste an. (Quelle: Amazon)

Acers Aspire-E-15-E5-Serie kommt in zwei verschiedenen Ausführungen und das Acer Aspire E 15 E5-575-33BM führt Amazons Bestseller-Liste nicht ohne Grund an. Die Hardware orientiert sich an den Anforderungen typischer Alltagsaufgaben. Der Intel Core i3-7100U (15 W) reicht für die meisten Aufgaben locker aus und schont zudem den Akku. Die 4 GB Arbeitsspeicher können auf bis zu 32 GB aufgerüstet werden und standardmäßig dient eine 1 TB große Festplatte (5.400 RPM) als Datengrab. Ein M.2-Slot zur Anbindung schneller SSD-Speicher ist vorhanden. Eine dedizierte GPU fehlt dem Notebook zwar, Intels HD Graphics 620 sollte aber für alle Anwendungen samt 4K-Video und gelegentlichem Spielen auf dem Full-HD-Display ausreichen. Außerdem enthalten sind eine hintergrundbeleuchtete Tastatur und MU-MIMO-Wi-Fi. Basierend auf den Bewertungen scheint dieses Modell derzeit das optimale Preis-Leistungsverhältnis zu bieten. Leider ist genau dieses Modell in Europa derzeit (noch) nicht erhältlich. Das Einstiegsmodell (E5-575T-P5D6) für rund 380 Euro ist stattdessen mit Pentium 4405U, 4 GB RAM und 1 TB HDD ausgestattet, ein Modell mit i3 kostet mindestens 550 Euro.

Eine leistungsfähigere Variante ist das Aspire E 15 E5-575G-57D4 (vergleichbares deutsches Modell: E5-575G-57LJ) mit Intel Core i5-7200U und 8 GB RAM, was verglichen mit dem Basismodell für einen ordentlichen Performanceschub sorgt. Außerdem steckt in diesem Modell mit Nvidias GeForce 940MX auch eine dedizierte GPU sowie eine 256 GB SATA-SSD, die für kurze Startzeiten sorgt und den M.2-Slot für weitere Aufrüstungen frei lässt. Der Preis für dieses Modell liegt bei rund 750 Euro, was angesichts der besseren Hardware durchaus eine Überlegung wert sein könnte.

HP Stream Laptop PC

Das HP Stream Laptop kann ein guter zweiter Computer sein. (Quelle: Amazon)
Das HP Stream Laptop kann ein guter zweiter Computer sein. (Quelle: Amazon)

HPs Stream Laptop PC ist ein leichtes und schlichtes Notebook, das sich an Schüler und Studenten sowie Anwender mit einfachen Streaming-Anforderungen wie Netflix richtet. Es ist entsprechend designt und in einer 11- und 14-Zoll-Variante verfügbar. Die langsame Hardware kann jedoch selbst für anspruchslose Anwender zur Herausforderung werden: Es verfügt lediglich über einen Intel Celeron N3060 gepaart mit 4 GB RAM und einer 32 GB kleinen eMMC-SSD. Der Speicherplatz kann zumindest via Micro-SD erweitert werden. Vorteil des HP Stream: Im Kaufpreis enthalten ist ein einjähriges Abo von Office 365 Personal, also Microsofts Office-Suite zusammen mit 1 TB Speicherplatz bei OneDrive. Aufgrund der schwachen CPU ist das Notebook für häufiges Multitasking eher ungeeignet. Der interne Speicher wird fast vollständig von der Windows-Installation aufgebraucht, so dass eine Micro-SD-Karte für weitere Anwendungen und persönliche Daten unabdingbar ist. Das Notebook wird bei Amazon von diversen Händlern vertrieben und ist ab rund 300 Euro erhältlich.

Acer Aspire 1

Das Acer Aspire 1 ist insgesamt eher recht eingeschränkt. (Quelle: Amazon)
Das Acer Aspire 1 ist insgesamt eher recht eingeschränkt. (Quelle: Amazon)

Acers Aspire 1 ist eines der schlichtesten und geradlinigsten derzeit verfügbaren Notebooks. Ausgestattet mit Intels Celeron N3450 Quad-Core, einem Full-HD-Display, 4 GB RAM, 32 GB internem Speicher und Windows 10 Home verfügt es über ein brauchbar gutes Gehäuse. Die Akkulaufzeit von fast 9 Stunden und Microsofts Precision-Touchpad sind in dieser Preisklasse zudem eine Seltenheit.

Man merkt dem Laptop jedoch an, dass an allen Ecken und Enden gespart werden musste, um den avisierten Preis zu erreichen. Weder Arbeits- noch Massenspeicher können aufgerüstet werden, für letzteres steht lediglich ein Micro-SD-Slot zur Verfügung. Die Celeron-N3450-CPU stößt bei Multitasking an ihre engen Grenzen, für normale Office-Aufgaben reicht sie aber aus. Farbdarstellung und Blickwinkel des Full-HD-Bildschirms sind unterdurchschnittlich und verhältnismäßig schlecht. Trotzdem gibt es für den Preis von rund 230 Euro nur sehr wenige Notebooks, die dem Aspire 1 die Stirn bieten können. Es ist also kaum verwunderlich, dass es sich trotz seiner Low-End-Hardware so gut verkauft.

Acer Predator Helios 300

Acers Predator Helios 300 bietet hervorragende Gaming-Performance zu einem fairen Preis. (Quelle: Amazon)
Acers Predator Helios 300 bietet hervorragende Gaming-Performance zu einem fairen Preis. (Quelle: Amazon)

Das Acer Predator Helios 300 ist ein beliebtes Gaming-Notebook im Preisbereich um 1.200 Euro. Die roten Akzente auf dem schwarzen Gehäuse strahlen eindeutig die Gaming-Ausrichtung des Notebooks aus. Die Hintergrundbeleuchtung der Tastatur ist in Rot gehalten, die WASD-Tasten sind besonders hervorgehoben. Das Helios 300 ist ausgestattet mit Intels Core i7-7700HQ, 16 GB DDR4-RAM und einer 256 GB fassenden SSD. Die VR-fähige Nvidia GeForce GTX 1060 mit 6 GB GDDR5-VRAM sorgt für flüssige Darstellung auf dem 15,6 Zoll großen Full-HD-Bildschirm. Der 4-Zellen-Akku mit einer Kapazität von 3.220 mAh verspricht bis zu 7 Stunden Akkulaufzeit. Diese Konfiguration ist in Deutschland mit US-Tastatur ab rund 1.200 Euro verfügbar, offiziell wird das Helios 300 von Acer Deutschland nur in der 17-Zoll-Variante vertrieben und ist somit entsprechend teurer (ab ca. 1.500 Euro). Eine günstigere Variante mit Core i5-7300HQ und GeForce GTX 1050 Ti ist ebenfalls erhältlich, in Deutschland kostet der entsprechend ausgestattete 17-Zöller etwas über 1.000 Euro.

Preisvergleich

Asus VivoBook F510UA

Das Asus VivoBook F510UA ist ein äußerst fähiges Ultrabook. (Quelle: Amazon)
Das Asus VivoBook F510UA ist ein äußerst fähiges Ultrabook. (Quelle: Amazon)

Das VivoBook F510UA ist eines der sich derzeit am besten auf Amazon verkaufenden Ultrabooks. Ausgestattet mit einem NanoEdge genannten Full-HD-Display (Asus-Sprech für dünne Bildschirmränder) wiegt es gerade mal 1,7 kg. Intels Core i5-8250U der 8. Generation stehen 8 GB DDR4-RAM zur Seite. Leider ist der dritte im Bunde keine schnelle SSD, sondern eine 1 TB große Festplatte. Glücklicherweise gibt es aber einen M.2-Slot zur Aufrüstung der SSD. Das in Europa nicht erhältliche F510UA gibt es ab 500 US-Dollar. Es ist für das Geld ein sehr ordentliches Ultrabook für alle alltäglich anfallenden Aufgaben.

Dell Inspiron 11 3162

Das Dell Inspiron 11 3162 ist günstig, aber auch sehr sparsam ausgestattet. (Quelle: Amazon)
Das Dell Inspiron 11 3162 ist günstig, aber auch sehr sparsam ausgestattet. (Quelle: Amazon)

Das Inspiron 11 3162 ist Dells Antwort auf das HP Stream. Neben dem 11-Zoll-Bildschirm sind auch die übrigen Spezifikationen wie CPU, RAM und der träge 32 GB fassende Massenspeicher quasi identisch zu HPs Stream. Anders als dieses fehlt dem Dell Inspiron aber das einjährige Office-365-Abo, daher ist es schon für knapp unter 200 US-Dollar zu haben. In Deutschland wird das Inspiron 11 von Dell hingegen gar nicht (mehr) vertrieben. Ein Micro-SD-Slot zur Aufrüstung des Massenspeichers steht zur Verfügung. Ähnlich wie das HP Stream eignet sich auch das Inspiron 11 nur für gelegentliche, einfache Arbeiten, wie das Abrufen und Bearbeiten von E-Mails oder leichte Office-Aufgaben. Als Ersatzgerät für einen produktiv genutzten PC taugt das Inspiron 11 ebenfalls.

Apple MacBook Air 13,3

Das Apple MacBook Air 13,3 Zoll ist eines von Apples meistverkauften MacBooks. (Quelle: Amazon)
Das Apple MacBook Air 13,3 Zoll ist eines von Apples meistverkauften MacBooks. (Quelle: Amazon)

Apples MacBook Air 13 ist vor allem bei Studenten, die ein MacBook brauchen ohne viel Geld ausgeben zu können, äußerst populär. Die sich bei Amazon aktuell am besten verkaufende Variante des MacBook Air ist ausgestattet mit einer 1,6 GHz schnellen Intel Core i5 Dual-Core-CPU, 8 GB DDR3-RAM, 128 GB SSD-Speicher, einem 1.440 x 900 Bildschirm und OS X El Capitan (was im App Store kostenlos auf das aktuelle High Sierra aktualisiert werden kann). Mittlerweile gibt es von Apple eine aktualisierte Version des MacBook Air mit 1,8 GHz Core-i5-CPU. Der Neupreis des MacBook Air 13 liegt je nach Ausstattung und Händler zwischen knapp über 1.000 Euro und - in Maximalausstattung - um die 1.300 Euro.

Preisvergleich

HP-Notebook mit AMD E2-7110 APU

HP-Notebook mit AMD E2-APU. (Quelle: Amazon)
HP-Notebook mit AMD E2-APU. (Quelle: Amazon)

Das äußerst unscheinbare HP-Notebook mit AMD E2-7110 Quad-Core-APU (1,8 GHz), Radeon R2-GPU, 4 GB RAM, 500 GB HDD und einem 15,6-zölligen HD-Bildschirm hat es irgendwie in die Bestsellerliste geschafft. Die Spezifikationen sind eher bescheiden, für alltägliche Aufgaben und Gelegenheitsspiele sollte es jedoch ausreichen. Allzu viele Rezensionen gibt es zu dem Notebook nicht, bei einem Preis von rund 285 US-Dollar kann man aber auch nicht viel falsch machen. In Europa ist das Gerät nicht erhältlich.

Lenovo IdeaPad 15,6 Zoll

Das Lenovo IdeaPad 15,6 Zoll ist ein gutes Einsteigernotebook. (Quelle: Amazon)
Das Lenovo IdeaPad 15,6 Zoll ist ein gutes Einsteigernotebook. (Quelle: Amazon)

Ein weiteres AMD-Notebook unter den Bestsellern, diesmal ausgestattet mit einem AMD A6-7310 Quad-Core mit Radeon R4-GPU, 4 GB RAM, einer 500 GB fassenden Festplatte, einem DVD-Brenner und Multiformat-Kartenleser. Von diesem IdeaPad sind diverse Varianten mit Intel- und AMD-CPU verfügbar, das Bestsellermodell kostet in den USA etwa 300 US-Dollar. Verglichen mit HPs E2-7110-Notebook stellt das IdeaPad auf alle Fälle die bessere Wahl dar.

Microsoft Surface Book

Microsofts Surface Book ist eines der besten derzeit erhältlichen 2-in-1-Notebooks. (Quelle: Amazon)
Microsofts Surface Book ist eines der besten derzeit erhältlichen 2-in-1-Notebooks. (Quelle: Amazon)

Erst vergangenen Monat hat Microsoft das beeindruckende Surface Book 2 vorgestellt. Der Vorgänger, das Surface Book, ist auf Amazon allerdings noch immer ein Bestseller und wird in einer Vielzahl an Konfigurationen angeboten. Es ist ein Premium-Produkt für all jene Anwender, die auf die gebotene Vielseitigkeit angewiesen sind. Die Verarbeitungsqualität ist absolut spitze und auch die Hardware enttäuscht nicht: Dank Intel Core i7-6600U samt dedizierter Nvidia-GPU schafft das Surface Book spielend den Spagat zwischen performantem Laptop und fähigem Tablet. Der PixelSense-Bildschirm mit einer eher unüblichen Auflösung von 3.000 x 2.000 Punkten ist ein hervorragender Touchscreen. Als Massenspeicher stehen SSDs von 128 GB bis 1 TB zur Verfügung, beim RAM kann zwischen 8 und 16 GB gewählt werden. Während das günstigste Modell mit i5, 8 GB RAM und 128 GB SSD in den USA bereits ab rund 800 US-Dollar zzgl. je nach Bundesstaat variierender Mehrwertsteuer verfügbar ist, werden für dasselbe Modell hierzulande stolze 1.600 Euro fällig. Für das Topmodell mit 16 GB RAM, 1 TB SSD, i7-CPU und Nvidia-GPU werden in den USA rund 2.800 US-Dollar zzgl. MwSt abgerufen, in Deutschland liegt der Kaufpreis bei etwas über 3.100 Euro. Das Surface Book 2 ist die modernere Version des Surface Book, letzteres ist allerdings noch mehr als ausreichend performant für Mediengestaltung ohne spürbare Verzögerungen oder Nachteile unter Windows 10.

Preisvergleich

Fazit

Auf Amazons Bestsellerliste sind viele von uns getestete Modelle, aber auch so mancher Exot zu finden. Die Tatsache, dass die Mehrheit der Notebooks auf der Liste jedoch einfach ausgestattete Einsteiger-Modelle sind, spricht eine eindeutige Sprache: Die Mehrheit der Anwender bevorzugt einfache Notebooks ohne Gimmicks. Wir haben Chromebooks im Zuge dieses Artikels zwar links liegen gelassen, allerdings unterstreicht deren massive Präsenz in der Bestsellerliste diesen Trend auf sehr beeindruckende Art und Weise. Nimmt man diese Bestseller-Liste als Grundlage, scheint es so, als müssten Hardwarehersteller den Fokus der Bemühungen auf Einfachheit der Bedienung und Einsteigerfreundlichkeit legen, um sich ein Stück des Bestsellerkuchens abzuschneiden.

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Autor: Vaidyanathan Subramaniam, 12.12.2017 (Update: 19.05.2020)
Vaidyanathan Subramaniam
Editor of the original article: Vaidyanathan Subramaniam - News Editor
Eigentlich bin ich Zell- und Molekularbiologe. Seit meinen ersten PC, einem Desktop mit Intel Celeron 266 MHz Prozessor, 16 MB RAM und einer bescheidenen 2 GB Festplatte, sind Computer sind allerdings ein integraler Bestandteil meines Lebens. Von der traditionellen Floppy-basierten Speicherung und dem Ausführen von DOS-Befehlen für jede Aufgabe, bis hin zur alles vernetzenden Cloud schätze ich mich glücklich, Zeuge eines tiefgreifenden Wandels in der Technologielandschaft gewesen zu sein. Wenn ich nicht gerade dabei bin, das nächste große Heilmittel für Krebs zu finden, lese und schreibe ich über technologiebezogene Themen oder fange an, PCs und Laptops auseinander zu nehmen und neu zusammenzubauen.