Wissenschaftler haben im Laufe der Jahre festgestellt, dass die Sterne in unserer Galaxie in einer verzerrten galaktischen Scheibe um deren Zentrum rotieren. Bereits im Jahr 2020 enthüllte das Gaia-Weltraumteleskop, dass sich diese verformte Scheibe im Laufe der Zeit bewegt. Nun hat Gaia gezeigt, dass sich eine gigantische Welle durch die Galaxie bewegt.
Die Daten des Teleskops legen nahe, dass diese Welle vom Zentrum der Galaxie nach außen wandert und Sterne in einer Entfernung von 30.000 bis 65.000 Lichtjahren beeinflusst. Die vom Teleskop erstellte 3D-Kantenansicht der Milchstraße enthüllte eine auf- und absteigende Wellenbewegung. Dies liefert den Beweis für die große Welle. Mithilfe der Gaia-Daten verfolgte die Astronomin Eloisa Poggio mit ihrem Team die Bewegung dieser Welle.
Dies gelang ihnen, indem sie die Positionen und Bewegungen junger Riesensterne und Cepheiden untersuchten. Cepheiden sind Sterne, deren Helligkeit sich vorhersagbar verändert und die daher aus großer Entfernung sichtbar sind. Die jungen Sterne und Cepheiden schienen sich mit der Welle mitzubewegen. Da diese Sterne aus interstellarem Gas entstanden sind, nehmen Wissenschaftler an, dass sich auch das Gas, aus dem sie entstanden sind, in demselben wellenartigen Muster bewegte.
Die Ursache für die Welle muss jedoch noch ermittelt werden. Eine mögliche Erklärung ist, dass die Welle das Ergebnis einer früheren Kollision mit einer Zwerggalaxie ist. Eine weitere Hypothese besagt, dass die Welle mit der Radcliffe-Welle in Verbindung steht. Bei dieser handelt es sich um eine Wellenstruktur kleineren Ausmaßes, die in einer Entfernung von 500 Lichtjahren von der Sonne beobachtet wurde. Die Wissenschaftler werden tiefer graben. Eine neue Gaia-Datenveröffentlichung, die im Dezember 2026 erwartet wird, soll unser Verständnis der Position und Bewegung von Sternen in der Milchstraße weiter verbessern.
Quelle(n)
Bildnachweis: ESA/Gaia/DPAC, S. Payne-Wardenaar, E. Poggio et al (2025).













