Wissenschaftler haben im Laufe der Jahre zahlreiche Staubteufel (Kleintrombe) auf dem Mars beobachtet. Möglich gemacht haben dies Rover wie der Perseverance Rover. Allerdings hat bisher keiner dieser Mars-Rover die Bewegung der Wirbelwinde, die an Tornados erinnern, verfolgt.
In der neuen Studie, welche von Valentin Bickel von der Universität Bern in der Schweiz geleitet wurde, haben die Forschenden die Staubteufel nicht nur aufgenommen, sondern auch deren Geschwindigkeit und Richtung gemessen. Die Forscher erstellten eine Karte, die den Standort von 1.039 tornadoartigen Staubwirbeln zeigt und die Bewegungsrichtung von 373 von ihnen kenntlich macht.
Als sie verfolgten, wie schnell die Staubteufel unterwegs waren, entdeckten die Wissenschaftler Windgeschwindigkeiten von bis zu 158 Kilometern pro Stunde. Erstaunlicherweise ist diese Geschwindigkeit viel höher, als mit den Rovern bisher gemessen werden konnte. Bemerkenswert ist auch die Methode, mit der Bickel und sein Team die Wirbelwinde verfolgten.
Sie nutzten eine bislang unerwünschte Eigenschaft der ESA-Sonden Mars Express und ExoMars Trace Gas Orbiter (TGO) aus. Wenn diese Orbiter ein sich bewegendes Objekt wie einen Staubteufel betrachten, führen Verzögerungen in den Aufnahmen zu dem, was die ESA als „Farbversätze” (Color Offsets) bezeichnet. Bickel und sein Team verwendeten diese Farbversätze, um die Staubteufel zu verfolgen. Die Studie trägt dazu bei, das Verständnis für die Windmuster auf dem Mars zu verbessern. Dies könnte bei der Planung zukünftiger Missionen zum Roten Planeten nützlich sein.
Quelle(n)
Science Advances über ESA













