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Huawei-Tochter Honor künftig auch mit MediaTek-SoCs, China investiert massiv in die eigene Unabhängigkeit

Bekommen wir in Zukunft vermehrt Honor-Phones mit MediaTeks neuen Dimensity 5G-Chipsätzen zu Gesicht?
Bekommen wir in Zukunft vermehrt Honor-Phones mit MediaTeks neuen Dimensity 5G-Chipsätzen zu Gesicht?
Huawei sucht derzeit fieberhaft nach Möglichkeiten, die jüngst verschärften US-Sanktionen zu umgehen, die etwa der Chipschmiede TSMC die Auslieferung von Kirin-Prozessoren untersagen. Honors Präsident Zhao Ming wurde unlängst mit einer möglichen Zukunftsoption zitiert, die auch MediaTek helfen könnte. Unterdes stärkt China die heimischen Alternativen und will unabhängiger werden.
Alexander Fagot,

Seltsame Allianzen werden derzeit hinter den Kulissen geschmiedet, zumindest deuten aktuelle Hinweise auf eine baldige Zusammenarbeit zwischen der Taiwanesischen Qualcomm-Alternative MediaTek und Huawei, konkret der Huawei-Tochter Honor. Der Präsident des Unternehmens, Zhao Ming, wurde jedenfalls unlängst beim Launch der Honor X10-Serie mit der Aussage zitiert, künftig vermehrt auf MediaTeks 5G-SoCs setzen zu wollen, die unter der neuen Marke Dimensity seit dem Vorjahr wieder verstärkt von Android-OEMs verbaut werden, demnächst etwa in Form des Dimensity 820 bei Xiaomis spannender Redmi 10X-Serie.

Die laut Ming gesuchte Zusammenarbeit mit den Taiwanesen ist natürlich als direkte Konsequenz aus den unlängst verschärften US-Sanktionen zu sehen, die nun auch internationalen Firmen die Zusammenarbeit mit Huawei untersagen, sofern US-Technologie im Spiel ist. Insbesondere TSMC ist davon stark betroffen und hat vergangene Woche, Medienberichten zufolge, bereits die Annahme neuer Aufträge für Huaweis eigene Kirin-Prozessoren verweigert.

Wie schon beim Entzug der Google-Services sucht Huawei nun intensiv nach Alternativen, was unter Umständen bedeutet, dass wir bis zu einer langfristigen Lösung für die HiSilicon-Sparte mit ARM-Chipsätzen auch vermehrt Honor- und möglicherweise auch Huawei-Phones mit MediaTek-Chips sehen werden. Auch für MediaTek könnte das eine sehr interessante Option sein, ihre Position gegenüber dem US-Rivalen Qualcomm zu stärken und Marktanteile zu gewinnen. Langfristig dürfte der Bann den Markt für US-Technologie-freie Alternativen stärken und der US-Wirtschaft schaden, China droht etwa nicht nur mit Konsequenzen für US-Firmen wie Apple sondern verstärkt auch die Investitionen in heimische Chip-Fabriken wie SMIC um unabhängiger zu werden, wie Asia Nikkei Review aktuell berichtete.

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Autor: Alexander Fagot, 23.05.2020 (Update: 23.05.2020)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.