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TSMC stoppt Chip-Lieferung an Huawei - weltweite Industrie in Gefahr, warnt Huawei

TSMC drückt aufgrund des verschärften US-Banns den Stop-Button und nimmt keine weiteren Aufträge mehr von Huawei an.
TSMC drückt aufgrund des verschärften US-Banns den Stop-Button und nimmt keine weiteren Aufträge mehr von Huawei an.
Die Ereignisse überschlagen sich, nachdem die USA vergangene Woche die US-Sanktionen gegenüber Huawei verschärft hatten. Der taiwanesische Chip-Hersteller TSMC nimmt keine weiteren Aufträge seitens Huawei mehr an, China investiert intensiv in ihre eigene Halbleiter-Industrie und Huawei warnt vor globalen Auswirkungen der "willkürlichen" und "schädlichen" US-Politik.
Alexander Fagot,

Der Handelskrieg zwischen den USA und China verschärft sich im Stellvertreterkrieg mit dem Netzwerkausrüster und Elektronik-Hersteller Huawei. Die bis 2021 verlängerten US-Sanktionen wurden vom US-Handelsministerium vergangenen Freitag nochmal deutlich verschärft, indem nicht nur US-Firmen angewiesen wurden, ihre Zusammenarbeit mit Huawei zu beenden sondern dies nun auch auf internationale Konzerne ausgeweitete wurde, sofern US-Technologie im Spiel ist.

TSMC nimmt keine neuen Aufträge mehr an

Dies betrifft nun insbesondere die taiwanesische Chipschmiede TSMC, die ja nicht nur für Apple sondern auch für Huawei Prozessoren herstellt, insbesondere die in Huawei- und Honor-Phones verbauten Kirin-Chipsätze. Aus Sicht der USA hat sich Huawei via TSMC an den Exportverboten vorbeigeschwindelt - diese Praxis wollte man einstellen und das offenbar mit Erfolg, denn wie Nikkei Asian Review heute berichtete, hat TSMC den Stop-Button gedrückt und nimmt keine neuen Aufträge mehr von ihrem zweitbesten Kunden an. 

Gleichwertige Alternativen nicht in Sicht

Das ist natürlich nicht nur für TSMC ein schwerer wirtschaftlicher Schlag, auch Huawei wird sich schwer tun, gleichwertige Partner für die Chipfertigung zu finden, die chinesische SMIC wurde zwar gerade von der chinesischen Regierung mit umgerechnet 2,2 Milliarden US-Dollar subventioniert, hinkt TSMC allerdings qualitativ mehrere Jahre hinterher und kann etwa noch keine 7 nm oder gar 5 nm-Prozessoren in Masse fertigen, wie sie Huawei eigentlich für den diesjährigen Kirin 990-Nachfolger am Plan hatte.

China drohte mit Maßnahmen gegen Apple

Die verschäften Restriktionen treffen Huawei also ins Mark und haben das Potential, nicht nur das globale Smartphone-Geschäft von Huawei Mobile, sondern auch die anderen Geschäftsbereiche zu gefährden. China drohte schon mit Gegenmaßnahmen, die auch Apple und anderen US-Firmen gefährlich werden könnten, aber auch Huawei warnte heute mit eindringlichen Worten vor den globalen Auswirkungen nicht nur auf die internationale Halbleiterindustrie.

Überleben des Konzerns in Gefahr

Aufgrund der "willkürlichen" und "schädlichen" Maßnahmen der Trump-Regierung wäre nicht nur das Überleben des Konzerns sondern die gesamte Halbleiter-Industrie weltweit und die Wartung internationaler Netzwerke in Gefahr, wie die Financial Times auf Basis von Aussagen des aktuellen Huawei-Chairman Guo Ping im Rahmen des alljährlichen Investor-Meetings schreibt. Huawei werde nun aber alles dransetzen, die schwierige Situation zum umschiffen. Jetzt heißt es Überleben!

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Autor: Alexander Fagot, 18.05.2020 (Update: 18.05.2020)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.