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Intel: Weitere Performance-Details zur Haswell-Grafik

Die Spannung steigt: Bereits im Juni soll Intels neue Haswell-Generation im Laden stehen. Nun hat der CPU-Riese Details zur Grafikleistung verschiedener Desktop-, Note- und Ultrabook-Modelle verraten – und dürfte damit die Konkurrenz gehörig ins Schwitzen bringen.

Es ist eine bemerkenswerte Entwicklung, die Intels Grafiklösungen in den letzten Jahren vollzogen haben. Galten die IGPs des Unternehmens lange Zeit als langsam, die Bildqualität als minderwertig und die Treiber als verbesserungswürdig, hat man insbesondere mit der HD Graphics 3000 (Sandy Bridge) und HD Graphics 4000 (Ivy Bridge) gewaltige Schritte nach vorn gemacht.

Daran soll die demnächst erscheindende Haswell-Generation natürlich anknüpfen. Um dies zu unterstreichen, hat Intel nun erstmals genauere Performanceprognosen zu verschiedenen Modellen veröffentlich. Diese wissen durchaus zu beeindrucken: Im 3DMark 11 (Performance Preset), der dank seiner starken GPU-Limitierung ein relativ exaktes Bild der zu erwartenden Performance zeichnen sollte, übertrumpft das kommende 15-Watt-Modell Core i7-4650U (HD-5000-GPU) seinen Vorgänger Core i7-3687U (17 Watt) um stattliche 50 Prozent. Demzufolge sollte der i7-4650U einen GPU-Score von etwa 900 Punkten erreichen – das Niveau einer GeForce GT 620M.

Mit dem Core i7-4558U (HD-5100-GPU) listet Intel zudem ein weiteres Ultrabook-Modell, welches mit einer deutlich höheren TDP von 28 Watt für größere 15-Zoll-Geräte konzipiert sein dürfte. Der Geschwindigkeitszuwachs gegenüber dem 3687U soll hier gar bei Faktor 2,25 liegen – wir rechnen erneut nach und kommen auf einen GPU-Score von circa 1.350 Punkten. Dies wäre nicht nur weitaus schneller als AMDs stärkste Trinity-GPU Radeon HD 7660G, sondern würde sogar auf Augenhöhe mit einer dedizierten GeForce GT 640M LE liegen.

Haswell Grafikleistung (Ultrabooks)
Haswell Grafikleistung (Ultrabooks)

Bei den Quad-Core-Modellen der 45-/47-Watt-Klasse verspricht der Hersteller noch höhere Zuwachsraten. Ausgangspunkt des Vergleiches ist hier der Core i7-3840QM, dessen 3DMark-11-Score (GPU, Performance Preset) nach unseren Messungen bei etwas über 700 Punkten liegt. Der Haswell-basierte Core i7-4900MQ (HD 4600) soll sich rund 60 Prozent darüber ansiedeln, was etwa 1.150 Punkte beziehungsweise die Performance einer GeForce GT 630M erwarten lässt.

Die mit Abstand beeindruckendsten Zahlen liefert allerdings der Core i7-4950HQ mit der schnellsten Haswell-Grafiklösung, der HD 5200 inklusive eDRAM-Cache. Rechnet man den angekündigten Sprung von Faktor 2,5 auf den i7-3840QM hoch, ergibt dies etwa 1.800 3DMark-Punkte – selbst eine GeForce GT 640M ist da nicht schneller. Im PL1 (Power Level 1) mit 55 Watt TDP sollen sogar noch ein paar Prozent mehr Leistung herausspringen.

Haswell Grafikleistung (Notebooks)
Haswell Grafikleistung (Notebooks)

Wer angesichts dieser Zahlen in Euphorie verfällt, sollte jedoch Folgendes bedenken: Noch existieren keine von unabhängiger Seite bestätigten Benchmarks, die diese Herstellerangaben – deren genaue Messbedingungen wir nicht kennen – bestätigen können. Die Chancen dafür, dass Intel mit Haswell die Krone der integrierten Grafiklösungen erobert, sind aber zweifellos ausgezeichnet. Wohl auch deshalb hat das Unternehmen angekündigt, die beiden schnellsten Modelle "HD 5100" und "HD 5200" unter der neuen Bezeichnung "Iris graphics 5100" und "Iris Pro graphics 5200" auf den Markt zu bringen. Apropos auf den Markt bringen: Bis die ersten Haswell-CPUs und -Notebooks auch wirklich im Laden stehen, müssen sich alle Interessenten wohl noch mindestens einen Monat gedulden.

Nachfolgend haben wir noch einmal alle Folien für Sie zusammengestellt, die unter anderem auch eine Performance-Prognose für die Desktop-CPU Core i7-4770R beinhalten.

Quelle(n)

Intel

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Autor: Till Schönborn,  2.05.2013 (Update:  6.06.2013)
Till Schönborn
Till Schönborn - Managing Editor Business
Freude am Schreiben und die Faszination für (mobile) Technik brachten mich im Herbst 2011 zu Notebookcheck. Neben unzähligen Notebook-Tests und Newsmeldungen habe ich seitdem eine Reihe technischer Hintergrundartikel zu CPU- und GPU-Architekturen verfasst und betreue zudem unsere Hardware-Datenbank. Seit Anfang 2014 leite ich den Bereich der Premium-Business-Notebooks, fühle mich aber auch im Smartphone- oder Tablet-Segment zu Hause – das gespannte "Kribbeln" beim Testen neuer Hardware ist auch nach vielen Jahren noch nicht verflogen. Die schmale Freizeit zwischen Studium und Job wird zumeist fernab jeglicher Elektronik in der Natur verbracht.