Kein ruckeliges Screen Mirroring mehr: Neues Open-Source-Tool streamt Webvideos in voller Qualität auf Smart-TVs

Mit Castor steht ein neues Open-Source-Kommandozeilen-Tool zur Verfügung, das beliebige Webvideos auf Smart-TVs streamen kann – ohne die Verzögerungen oder Qualitätsverluste, die beim Screen Mirroring auftreten. Zudem ist das Tool weder auf Chromecast noch auf AirPlay angewiesen. Das Projekt wurde in der Programmiersprache Go entwickelt und vom Entwickler „stupside“ unter der MIT-Lizenz auf GitHub veröffentlicht.
Statt den Bildschirm zu spiegeln, extrahiert Castor den eigentlichen Videostream direkt von einer Webseite. Anschließend wird dieser lokal mit ffmpeg transkodiert und direkt auf das Zielgerät gestreamt. Als Eingabe akzeptiert Castor die URL einer Webseite, einen direkten Stream-Link oder eine Titel-ID von IMDb beziehungsweise TMDB. Laut der Projektdokumentation startet Castor eine Headless-Instanz von Chrome mit einem zufällig generierten Browser-Fingerprint, um Bot-Erkennung zu umgehen.
Anschließend überwacht das Tool den Netzwerkverkehr über das Chrome DevTools Protocol, um den Videostream zu identifizieren. Sobald dieser gefunden wurde, wird er mit ffmpeg in Echtzeit transkodiert und übertragen. Optional können automatisch erzeugte Untertitel über das mitgelieferte whisper.cpp-Modell eingebunden werden.
Castor unterstützt alle Fernseher, die den DLNA/UPnP-MediaRenderer-Standard beherrschen. Dazu zählen die meisten Smart-TVs der vergangenen zehn Jahre von Samsung, LG, Sony Bravia, Panasonic, Philips, Hisense, TCL, Vizio und Sharp. Auch Mediaplayer wie Kodi, VLC und Plex werden unterstützt.
Eine Unterstützung für Chromecast ist ebenfalls vorhanden, wird derzeit jedoch als experimentell eingestuft. Unter macOS erfolgt die Installation über Homebrew. Voraussetzung sind Chrome, ffmpeg und ffprobe. Für Linux steht außerdem ein Docker-Image zur Verfügung. Allerdings kann Docker Desktop unter macOS und Windows aufgrund seiner Netzwerkkonfiguration nicht auf lokale Geräte zugreifen.
Für die Einrichtung wird lediglich eine Konfigurationsdatei mit dem Namen des Zielgeräts und den gewünschten Inhaltsquellen benötigt. Ein TMDB-API-Schlüssel ist optional, schaltet jedoch einen interaktiven Terminal-Browser mit Filmplakaten und Metadaten frei.
Castor ist ab sofort auf GitHub verfügbar und liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in Version 1.4.1 vor. Das Projekt verzeichnet derzeit 89 Sterne. Laut Entwickler hostet Castor selbst keinerlei Inhalte. Die Einhaltung geltender Gesetze sowie der Nutzungsbedingungen der jeweiligen Webseiten liegt in der Verantwortung der Nutzer.








