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LG Wing sucht Partner: Teures Dual-Display-Phone mit Gimbal-Kamera auf der Suche nach experimentierfreudigen Nutzern

Das LG Wing ist offiziell und startet in Deutschland ab November um 1.099 Euro in den Farben Aurora Grau und Illusion Sky.
Das LG Wing ist offiziell und startet in Deutschland ab November um 1.099 Euro in den Farben Aurora Grau und Illusion Sky.
(Update2: Klarstellung zur Textinterpretation hinzugefügt) Geboten wird ein ganz neuer Formfaktor, eine stabilisierte Kamera mit Gimbal-Funktion, viel Mechanik und Motorik sowie natürlich das Versprechen deutlich höherer mobiler Produktivität dank Dual-Display-Dreh. Gesucht werden experimentierfreudige Nutzer, die sich vom hohen Preis und den potentiellen Einschränkungen nicht abschrecken lassen. Meldet euch jetzt!
Alexander Fagot,

Das LG Wing ist mal was ganz Neues im Smartphone-Sektor! In den letzten Wochen bereits vielfach geleakt, blieben bis zuletzt einige Fragen offen, die wir nun, da das beflügelte Dual-Display-Smartphone offiziell gelauncht wurde, auch klären können. Die Entwicklerseite von LG hat ja bereits vor Stunden die möglichen Einsatzmöglichkeiten und Anwendungsszenarien skizziert und beschrieben, wie man de facto zwei Möglichkeiten hat, mit dem LG Wing besseres Multitasking zu betreiben und so produktiver wird.

Da wären einerseits natürlich frei konfigurierbare App-Gruppen, etwa Chat- und Video-App, die separat auf den beiden Displays starten. Alternativ gibt es "beflügelte Apps", sogenannte "Wing-Apps", die vom Entwickler entsprechend angepasst wurden und so etwa Steuerungselemente auf das zweite Display auslagern können, mit Youtube geht das etwa bereits. Ob einem das Ganze nun den unverbindlichen Verkaufspreis von 1.099 Euro wert ist, muss jeder selbst beantworten, zumal es trotz der spannenden Features, etwa der Gimbal-Cam, einige Einschränkungen zu erwähnen gibt.

So steckt im 10,9 mm dicken und 169,5 x 74,5 mm großen LG Wing in den Farben Aurora Grau oder Illusion Sky nicht etwa ein dem Preis angemessener Snapdragon 865 sondern der Premium-Midrange-SoC Snapdragon 765. Der bietet zwar 5G-Unterstützung und dürfte für die meisten Anwender schnell genug sein - Flaggschiff sieht aber ein wenig anders aus. Als zweite Einschränkung dürfte gelten, dass das Chassis zwar nach MIL-STD 810G recht stoßfest sein dürfte aber nur wasserabweisend und nicht wasserdicht ist.

Das ist nicht nur dem um 90 Grad drehbar angeordneten 6,8 Zoll P-OLED mit 2.460 x 1.080 Pixel Auflösung zu verdanken, das bei Bedarf das 3,9 Zoll G-OLED mit 1.240 x 1.080 Pixel Auflösung im 1:1,15-Format freigibt, sondern auch der motorisch an der Oberseite ausfahrbaren Pop-Up Selfie-Cam mit 32 Megapixel-Sensor und F/1.9 Blende. Immerhin stören am riesigen Hauptdisplay im 20,5:9-Format weder Notch noch Displayloch, der Fingerabdrucksensor ist dort auch integriert.

Gimbal-Cam und zweite Ultraweitwinkel-Kamera aber kein Telefoto

An der Rückseite präsentiert sich das LG Wing fast wie ein echtes Oppo Reno4 in der chinesischen Version und entblößt eine Triple-Cam, die aus 64 Megapixel Hauptsensor mit F/1.9 Blende, 13 Megapixel Ultraweitwinkel-Kamera mit F/1.9 Blende und 117 Grad FOV sowie - nein, nicht aus Telefoto-Optik - sondern aus einer speziellen 12 Megapixel Gimbal Motion-Kamera mit F/2.2 Blende und 120 Grad FOV besteht. Das erstaunt etwa, sowohl Ultraweitwinkel- als auch Gimbal Motion-Cam bieten ein sehr ähnliches Sichtfeld, letztere ist aber für Videoaufnahmen optimiert und soll eine Art Gimbal integrieren.

Damit werden besser stabilisierte, Action-Cam-artige Aufnahmen möglich sein, die in der Steuerung auch unterschiedliche Perspektiven erlauben sollen, sprich die Optik kann offenbar in Grenzen motorisch in alle vier Himmelsrichtungen bewegt werden, dazu gibt es in der Kamera-App einen speziellen Gimbal-Modus mit Steuerkreuz. Wir fragen uns natürlich, warum LG diese Technik nicht einfach der anderen Ultraweitwinkel-Optik gegönnt hat oder die Gimbal-Cam für Ultraweitwinkel-Fotos nutzt. Bei einem 1.100 Euro-Smartphone hätte man stattdessen durchaus eine Telefoto-Optik erwarten dürfen.

Das 262 Gramm schwere Dual-Display-Handy startet hierzulande nur in einer Version mit 8 GB RAM und 128 GB erweiterbarem Speicher, der Akku fasst 4.000 mAh und kann immerhin Quick Charge 4.0+-kompatibel mit 25 Watt sowie kabellos mit bis zu 12 Watt geladen werden. Ähnlich wie andere LG-Phones bietet das auf Android 10 vorinstallierte LG Creators Kit auch [email protected], ASMR-Audioaufnahmen, Stimmen-Bokeh, Zeitraffer und einen AI-Nachtmodus. NFC ist an Bord, ein Kopfhöreranschluss wird allerdings nicht erwähnt. Das LG Wing startet in Deutschland im November, unten gibt's bereits ein Unboxing-Video von Unbox Therapy.

Update 18.09.2020 Klarstellung

Die Art der Einleitung und der Titel in Form einer Partner-Annonce wurden von manchen Lesern offenbar dahingehend interpretiert, dass LG Tester für das LG Wing sucht. Dies ist nicht der Fall. Ich habe mich als Autor aus schriftstellerischer Freiheit für diesen Stil entschieden, um angesichts des ungewöhnlich neuen Formfaktors mal etwas Abwechslung in das Einerlei der Produktankündigungen zu bringen. LG sucht (leider) keine Tester für das LG Wing.

Quelle(n)

LG Pressemitteilung

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Autor: Alexander Fagot, 14.09.2020 (Update: 18.09.2020)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.