Nvidia DLSS 5 im Praxistest: Kritik am „AI-Slop“ war offenbar übertrieben

Nvidias DLSS 5 erscheint am 3. September zusammen mit NBA 2K27. Praxiseindrücke der finalen Version von der Gamescom 2026 deuten darauf hin, dass die Technologie deutlich sauberer aussieht als jene Demo, die bei der ersten Vorstellung im März eine Welle der Kritik ausgelöst hatte.
Eine Geschichte über „AI-Slop“, die offenbar deutlich übertrieben wurde
Kritiker bezeichneten die Präsentation im März umgehend als generativen „AI-Slop“, da in den frühen Technik-Demos Charaktermodelle sichtbar verändert wurden. Besonders Leon S. Kennedy aus Resident Evil Requiem und Starfield standen dabei im Mittelpunkt der Kritik. Journalisten, die die Technologie auf der Gamescom in NBA 2K27 in Aktion sehen konnten, reagierten ähnlich: Aus vorsichtiger Skepsis wurde echte Überraschung. Nvidia zufolge wurde die Technologie darauf trainiert, „die künstlerische Intention zu bewahren“. In der Praxis wirkte sie jedoch deutlich zurückhaltender als bei der ursprünglichen Präsentation. „Der Detailgrad der Charaktergesichter hinsichtlich Beleuchtung und Schatten ist wirklich auf einem völlig neuen Niveau“, schreibt TechRadar, während Alessio Palumbo von Wccftech von „einem Generationssprung spricht, wie man ihn seit Langem nicht mehr gesehen hat“.
Eine übertriebene, nicht abgestimmte Demo gilt als Ursache
Vertreter von Nvidia erklärten Berichten zufolge, dass bei der Demo im März sämtliche Intensitätsregler von DLSS 5 auf den Maximalwert gestellt worden waren. Dadurch wurde der Effekt weit stärker dargestellt, als es ein Entwickler bei einem fertigen Spiel realistischerweise tun würde. Zudem sei die Version von NBA 2K27 direkt vom Entwickler Visual Concepts und nicht von Nvidia selbst abgestimmt worden. Die Technologie arbeitet mit drei separaten Modellen für Strukturintensität, Tonintensität und Maskierung, die Elemente wie Ambient Occlusion, Kontaktschatten, Reflexionen und die allgemeine Beleuchtung beeinflussen. Mit dem Maskierungsmodell können Entwickler manuell oder automatisch festlegen, wo die jeweiligen Effekte angewendet werden. Studios erhalten dadurch mehr direkte Kontrolle über das endgültig gerenderte Bild, anstatt die Optik vollständig den Standardeinstellungen von Nvidia zu überlassen.
DLSS 5 erscheint zunächst exklusiv für GPUs der GeForce-RTX-50-Serie und GeForce NOW. Nvidia gibt allerdings an, Möglichkeiten zu prüfen, die Funktion später auch auf ältere Grafikkarten zu bringen. Für die ursprüngliche Demo im März waren noch zwei RTX 5090 erforderlich, während die finale Version nun auf einer einzelnen Grafikkarte der RTX-5000-Serie funktioniert – einschließlich Laptop-GPUs. In Nvidias eigenen Benchmarks zu NBA 2K27 erreicht eine RTX 5060 bei 1080p und hohen Einstellungen 258 fps, während eine RTX 5090 bei 4K und Ultra-Einstellungen im Performance-Modus auf 370 fps kommt. In beiden Fällen sind Raytracing, Multi Frame Generation und DLSS 5 aktiviert.
Trotz positiver Eindrücke bleibt die Optimierung ein zentraler Kritikpunkt
Nicht jeder Praxistest fiel uneingeschränkt positiv aus. Einige Medien, die die Technologie in Aktion gesehen haben, beschreiben die Verbesserungen weiterhin eher als subtil denn als grundlegend. Auch Nvidia selbst spricht offen über den noch bestehenden Abstand zum eigentlichen Ziel. Edward Liu, Director of Applied Deep Learning Research bei Nvidia, erklärte gegenüber Journalisten, dass zwischen dem aktuellen Stand der Technologie und echtem Fotorealismus weiterhin „eine Kluft“ liege (via Engadget).
Die größere verbleibende Sorge betrifft allerdings weniger Nvidias eigene Implementierung als vielmehr die Frage, was passiert, wenn andere Studios das Werkzeug einsetzen. Es besteht durchaus das Risiko, dass manche Entwickler DLSS 5 als Abkürzung zu beeindruckender Grafik betrachten, anstatt die Technologie lediglich als letzten Feinschliff für bereits gut umgesetzte Grafik zu verwenden. Ähnliche Bedenken gab es zuvor bereits bei Nvidias Multi Frame Generation, die möglicherweise dazu eingesetzt werden könnte, mangelhafte Optimierung zu kaschieren. DLSS 5 bleibt in jedem Fall eine optionale Einstellung. Gamer, denen das Ergebnis nicht gefällt, können die Funktion daher einfach deaktivieren.











