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Nvidia: Neue mobile Quadro-Grafikkarten

Still und heimlich hat Nvidia eine Reihe neuer Quadro-Grafikkarten für Profi-Anwendungen eingeführt, die allesamt auf die aktuelle Kepler-Architektur setzen und die Fermi-basierten Vorgängermodelle ablösen.

Neben den GeForce-Grafikkarten für Consumer bietet Nvidia seit Jahren auch die sogenannten Quadro-Modelle an, die vor allem professionelle Anwender ansprechen sollen. Eine Differenzierung zwischen beiden Produktlinien findet dabei weniger über spezielle Hardware, sondern vielmehr aufwändig optimierte OpenGL-Treiber (z.B. für 3D-CAD) der Profi-Karten statt.

Die drei langsamsten der neu vorgestellten Modelle setzen allesamt auf den GK107-Chip, den kleinsten Ableger der aktuellen Kepler-Architektur. Aufmerksame Leser dürften den GK107 bereits von der GeForce GT 650M kennen. Von den 384 Shader-Einheiten, "CUDA-Cores" im Nvidia-Jargon, sind bei der Quadro K500M und K1000M allerdings je 50 Prozent deaktiviert; nur die K2000M besitzt den Vollausbau des Chips. Die K500M muss zudem mit einem schmalen 64-Bit-Speicherinterface vorliebnehmen, den beiden größeren Modellen steht die doppelte Breite zur Verfügung. Zum Einsatz kommt ausschließlich DDR3-Speicher in einer Größe von 1 beziehungsweise 2 GByte. Nvidia sieht diese drei Modelle mit einer TGP von 35 bis 55 Watt (maximale Leistungsaufnahme, nicht zu verwechseln mit TDP) für Ivy-Bridge-Notebooks der 15,6-Zoll-Klasse vor.

Für anspruchsvollere Anwendungen bietet der Hersteller die Modelle Quadro K3000M, K4000M und K5000M an. Alle drei basieren auf dem GK104-Chip, der insgesamt 1536 Shader-Einheiten integriert. Je nach Modell sind davon jedoch nur 576 (K3000M), 960 (K4000M) oder 1344 (K5000M) aktiviert, was entsprechende Leistungseinbußen nach sich zieht. Das mit 2 bis 4 GByte GDDR5 bestückte Speicherinterface ist durchgängig 256 Bit breit, was für eine dennoch äußerst ansprechende Performance sorgen dürfte. Mit einer TGP von 75 bis 100 Watt sind diese Modelle vor allem auf 17 Zoll große Ivy-Bridge-Notebooks ausgerichtet.

Alle Modelle unterstützen Nvidias Optimus-Technik, DirectX 11 samt Shader Model 5.0 sowie OpenGL 4.1. Bemerkenswert: Keine einzige Karte bietet Support für die im Profi-Bereich teils wichtige FP64- / Double-Precision. Vermutlich hat der Hersteller hier den Rotstift angesetzt, da die derzeit verfügbaren Kepler-Chips in diesem Bereich ohnehin nur vergleichsweise langsam rechnen. Bislang noch unbekannt sind die Kerntaktraten, die bei Quadros allerdings traditionell etwas niedriger ausfallen. Erste Notebooks von HP (EliteBook 8570w) und Lenovo (ThinkPad W530) werden bereits mit den neuen Grafikkarten ausgeliefert.

Genauere Einzelheiten und Leistungseinschätzungen zu den verschiedenen Modellen haben wir wie gewohnt in unserer GPU-Datenbank für Sie gesammelt:

Neben diesen Karten gibt es zudem zwei neue Modelle der NVS-Serie, welche künftig keinen Quadro-Titel mehr tragen. Nvidia verspricht auch hier eine besondere Optimierung auf Profi-Anwendungen, allerdings kommen wohl nicht die gleichen Treiber wie bei den Quadros zum Einsatz. Architektonisch basieren die NVS 5200M und 5400M noch auf der Fermi-Generation, es könnte sich dabei sowohl um den GF108- als auch den neueren GF117-Chip handeln.

  • Nvidia NVS 5200M GF108- oder GF117-Chip, 96 Shader-Einheiten, 1 GByte DDR3 (64 Bit)
  • Nvidia NVS 5400M GF108- oder GF117-Chip, 96 Shader-Einheiten, 2 GByte DDR3 (128 Bit)

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Autor: Till Schönborn, 20.06.2012 (Update:  9.07.2012)
Till Schönborn
Till Schönborn - Managing Editor Business
Freude am Schreiben und die Faszination für (mobile) Technik brachten mich im Herbst 2011 zu Notebookcheck. Neben unzähligen Notebook-Tests und Newsmeldungen habe ich seitdem eine Reihe technischer Hintergrundartikel zu CPU- und GPU-Architekturen verfasst und betreue zudem unsere Hardware-Datenbank. Seit Anfang 2014 leite ich den Bereich der Premium-Business-Notebooks, fühle mich aber auch im Smartphone- oder Tablet-Segment zu Hause – das gespannte "Kribbeln" beim Testen neuer Hardware ist auch nach vielen Jahren noch nicht verflogen. Die schmale Freizeit zwischen Studium und Job wird zumeist fernab jeglicher Elektronik in der Natur verbracht.