Open Source App für Musiker: StemKit spaltet YouTube-Songs in Audiospuren zum Mitspielen auf

Gitarristen und andere Musiker kennen das bestimmt: Man möchte gerne zu seinem Lieblingssong mitspielen/mitsingen, aber wie bekommt man die vorhandene Gitarrenspur raus? Oder man hat eine Aufnahme mit der Band, möchte aber die eigene Gitarrenspur heraushalten, um selber neu mitzuspielen.
Bislang gibt es dafür ein paar Apps mit integrierter KI, die die verschiedenen Instrumenten- und Gesangsspuren herausfiltern können, aber meistens bezahlt man erstens dafür oder sie laufen zweitens nur online.
Auf dem Smartphone gibt es die Moises-App, aber erstens muss man sich hier extra einen Account erstellen und dann funktioniert das Ganze auch hier über ein Credit-System und wenn die Credits verbraucht sind, muss man für die Features zahlen. Und zwar üppig: Pro Monat soll man hier für die Pro-Verison rund 25 Euro blechen – das ist mehr als ein Premium-Netflix-Abo – nein danke!
Zumindest für den Desktop gibt es zum Glück eine gute Alternative: StemKit vom Nutzer danielravina. Die Software ist kostenfrei bei Github verfügbar und splittet Songs – genau wie die Bezahl-Apps – in isolierte Audiokanäle auf, also zum Beispiel eigene Spuren für Gesang, Schlagzeug, Bass, Gitarre, Klavier und mehr.
Das alles geschieht direkt lokal auf dem PC und zwar ohne Account, ohne API Keys und ohne dass man besonders leistungsstarke KI-Hardware dafür benötigt. Ich habe es auf einem kleinen Core Ultra 5 125H im Mini-PC Minix Elite EU512-AI (unser Test) ausprobiert und es lief flott genug. Nebenbei bleiben alle Songs, Suchen und sonstige Daten privat und lokal. Lediglich ein Install-Ping wird gesendet, damit der Entwickler zählen kann wie viele Personen seine App schon verwenden.
In der Oberflächer gibt es eine Suchleiste. Hierüber kann man YouTube direkt nach Songs durchsuchen oder man kopiert einfach eine YouTube-URL des gewünschten Songs hinein. Daraufhin wird der Song in seine Bestandteile zerlegt, das dauerte auf meinem (nicht sehr leistungsstarken, siehe Test) Mini-PC etwa 2,5 Minuten, bei stärkerer Hardware geht es fixer.


Und schon kann man zum Song mitspielen, einzelne Spuren Muten oder alleine klingen lassen, die Lautstärke der verschiedenen Spuren individuell ändern (z.B. Gitarre leiser machen).
Ganz fehlerfrei ist die App allerdings nicht: Gesang und Schlagzeug kann der Algorithmus scheinbar sehr gut separieren, Gitarren aber teils weniger gut. So haben wir im Song „Heartless Bastards - Only For You“ Spuren für Gesang, Schlagzeug und Bass gehabt. Für die beiden Gitarren (Rhythmus und Solo-Gitarre) wurde jedoch nur eine gemeinsame Spur („Other“) erzeugt, obwohl beide Gitarren recht früh parallel zusammen spielen. Aber womöglich wird hier in Zukunft noch nachgebessert, momentan ist die Version 0.1.23 verfügbar und dafür läuft die Software schon erstaunlich rund.









