Google launcht Satelliten für Projekt Suncatcher: Könnte man künftig KI-Rechenzentren im Weltraum betreiben?

Google schießt per SpaceX-Mission einen Prototypen-Satelliten ins Weltall. An Bord: Tensor Processing Units (TPUs), also Googles spezialisierte KI-Beschleuniger. In den kommenden Wochen soll getestet werden, wie sich die TPUs unter den besonderen Bedingungen des Weltraums verhalten, also insbesondere bei Strahlung, Temperatur-Extremen sowie den mechanischen Belastungen beim Start und im Orbit.
Die ungewöhnliche Idee hinter dem Projekt: Könnte man künftig KI-Rechenzentren bzw. TPU-Cluster im Weltraum betreiben? Google bezeichnet das Projekt selbst als langfristiges „Moonshot“-Forschungsprojekt. Heutzutage wäre solch ein Bau und Betrieb durch extrem teure Raketenstarts, Hardware, Wartung und Kühlung noch enorm teuer. Aber das Projekt ist eine Machbarkeitsstudie für die Zukunft, denn die Idee hätte auch Vorteile und das betrifft insbesondere die Energieversorgung:

Während man auf der Erde in der Nacht keinen Solarstrom hat oder tagsüber Wolken die Ausbeute verringern, sieht das im Orbit anders aus: In geeigneten Umlaufbahnen können Solarpaneele nahezu kontinuierlich Sonnenlicht bekommen. Google schätzt, dass ein Solarpanel dort bis zu etwa achtmal produktiver sein kann als auf der Erde. Und Rechenzentren brauchen nun einmal eine Menge Energie.
Bis es soweit ist, müssen neben den hohen Kosten aber noch diverse andere Probleme gelöst werden, darunter Kühlung, Strahlungsschutz, Kommunikation, Wartung und die Zuverlässigkeit von KI-Hardware im Weltraum. Wer sich näher über das Projekt informieren möchte: Google beschreibt die wissenschaftlichen Grundlagen dazu im Fachjournal Joule (Link).









