Astronomen entdecken den bislang am weitesten entfernten schnellen Radioblitz

Schnelle Radioblitze dauern nur wenige Millisekunden, setzen dabei aber enorme Energiemengen frei. Der erste sogenannte Fast Radio Burst (FRB) wurde 2007 entdeckt. Nun haben Astronomen den bislang am weitesten entfernten Radioblitz identifiziert.
Möglich wurde die Entdeckung durch das James-Webb-Weltraumteleskop und das MeerKAT-Radioteleskop. Der Radioblitz wurde erstmals im März 2024 registriert. Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht.
Nach Angaben der Astronomen entstand der Radioblitz mit der Bezeichnung FRB 20240304B zu einer Zeit, als das Universum erst rund drei Milliarden Jahre alt war. Besonders interessant ist die Entdeckung, weil die meisten Radioblitze nur ein einziges Mal registriert werden und ihre Radiosignale auf dem Weg zur Erde das intergalaktische Medium durchqueren. Durch die Untersuchung solcher Signale können Astronomen besser nachvollziehen, wie Materie innerhalb von Galaxien und zwischen ihnen verteilt ist – insbesondere im frühen Universum.

Wissenschaftler konnten inzwischen auch die Heimatgalaxie von FRB 20240304B identifizieren. Sie ist vergleichsweise klein, enthält nur wenige schwere Elemente und liegt rund 10,63 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt in Richtung des Sternbilds Jungfrau.
Welches Himmelsobjekt für den schnellen Radioblitz verantwortlich ist, bleibt bislang unklar. Auch wissen Astronomen noch nicht genau, wodurch solche Phänomene ausgelöst werden. Als mögliche Verursacher gelten jedoch Magnetare, die beim Kollaps massereicher Sterne entstehen können. Zudem könnte die intensive Sternentstehung in der Heimatgalaxie die Bildung solcher Magnetare begünstigen und damit eine Erklärung für den Ursprung der Radioblitze liefern.
Quelle(n)
Bildquelle: NASA Hubble Space Telescope - Unsplash / Carl Knox, OzGrav, Swinburne University of Technology




















