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Oppo zurück in Europa - Mehr Details zum Ultra-Randlos-Handy Find X

Oppo hat sein Super-Phone für 2018 vorgestellt und es kommt nach Europa: Das Find X.
Oppo hat sein Super-Phone für 2018 vorgestellt und es kommt nach Europa: Das Find X.
Oppo kommt (zurück) nach Europa. Mit dem Randlos-Phone Find X will man Boden und Marktanteile gewinnen, vorerst in den Niederlanden, Frankreich, Italien und Spanien. Zum Find X liegen unterdes weitere Details vor - das mit knapp 1.000 Euro nicht gerade günstige Flaggschiff mit motorisierten Kameramodulen soll im August erhältlich sein.

Im August werden auch Europäer in den Genuss eines Super-Randlos-Phones kommen, sofern sie bereit sind 999 Euro für das Oppo Find X auszugeben und vorerst (weitere Länder sollen in Zukunft folgen) aus den Niederlanden, Spanien, Italien oder Frankreich zu importieren. Immerhin deutlich leichter, und was Garantieansprüche betrifft, auch deutlich sicherer als ein Import aus China, den sich Oppo allerdings fürstlich bezahlen lässt. Sicher, es geht mit der Lamborghini-Edition noch deutlich luxuriöser aber selbst die Fußvolk-Version fällt deutlich teurer aus als die Konkurrenz, wenn man mal von Apples iPhone X absieht.

Dafür bietet das Find X aber auch einige Besonderheiten, die es im Android-Umfeld so nicht gibt. Oppo wirbt auf der Produktseite etwa mit dem ersten "3D Structured Light-Technology"-Modul auf einem Android-Handy. Tatsache ist allerdings, dass auch das Mi 8 von Xiaomi 3D-Gesichtserkennung bietet und das deutlich günstiger. Die von Oppo "O-Face-Recognition" genannte Technologie basiert wie Face ID beim iPhone X auf ausgesandten und anschließend analysierten Infrarot-Punkte, die dazu benötigen Sensoren sind im Kamera-Schlitten neben der 25 Megapixel-Selfie-Cam integriert.

Fast wie beim iPhone X (und beim Xiaomi Mi 8): Oppos O-Face-Recognition
Fast wie beim iPhone X (und beim Xiaomi Mi 8): Oppos O-Face-Recognition

Spaß mit Omojis dank 3D-Sensor-Einheit

Laut Oppo ist das Ergebnis 20 Mal sicherer als Fingerabdrucksensoren, ähnliche Angaben haben wir auch schon von Apple vernommen. In jedem Fall muss man sich beim Oppo Find X darauf einlassen, wenn man nicht zum ordinären Passcode zurückgreifen will, einen Fingerabdrucksensor hat der Hersteller nämlich nicht mehr verbaut und gibt dem Anwender somit keine Wahl mehr. Auch beim Thema Kopfhöreranschluss heißt es "Schluss mit lustig" - Die Zukunft der Smartphones findet ohne 3,5 mm Buchse statt, wir finden das immer noch schade. Wie Apple und Xiaomi nutzt auch Oppo die 3D-Sensor-Einheit für mehr oder weniger lustig animierte Emojis, hier heißen sie natürlich Omojis und werden in Oppos ColorOS 5.1 Android-Oberfläche auf Android 8.1-Basis intensiv unterstützt.

Keine Animojis sondern Omojis in Oppos ColorOS 5.1-Betriebssystem.
Keine Animojis sondern Omojis in Oppos ColorOS 5.1-Betriebssystem.

Die Innereien des Oppo Find X dürften ja seit dem gestrigen Launch als bekannt gelten, dazu zählen etwa ein Snapdragon 845 mit 8 GB RAM sowie 256 GB Speicher. Als Kraftquelle dient ein 3.730 mAh Akku, der mit der regulären VOOC-Schnell-Ladetechnik via USB-C geladen wird, bei der etwas kleineren 3.400 mAh Variante der Lamborghini-Edition klappt das mit Super VOOC und bis zu 50 Watt allerdings deutlich schneller. Detaillierte Spezifikationen des Find X sind bis dato weder auf der chinesischen noch der europäischen Produktseite verfügbar, das notchlose und bis auf ein vergleichsweise recht kleines Kinn sehr randlos wirkende 6,42 Zoll-AMOLED-Display mit seitlich gekrümmten Rändern dürfte aber eine Auflösung von 2.340 x 1.080 Pixeln bieten, das ergibt laut Oppo eine Screen-to-Body Ratio von 93,8 Prozent und ein Format von 19,5:9.

Recht hoher Preis für einiges an technischen Schmankerln: Das Oppo Find X.
Recht hoher Preis für einiges an technischen Schmankerln: Das Oppo Find X.


Ausfahrbarer Kamera-Schlitten

Erstaunlich wenig wissen wir bis dato über die Details zur rückwärtigen Dual-Cam, die nun leider doch nicht Oppos Anfang 2017 pompös vorgestellte 5X-Zoom-Technologie integriert, wie im Vorfeld gemunkelt wurde. Im Gegenteil, der zweite 20 Megapixel-Sensor dürfte rein nur für Bokeh-Effekte zur Verfügung stehen, nicht einmal 2x-Zoom ist damit also möglich - eigentlich eine herbe Enttäuschung, wenn man bedenkt, wie revolutionär Oppos Periskop-Ansatz Anfang 2017 noch geklungen hat. Die Hauptkamera besteht aus einem bis dato nicht näher spezifizierten 16 Megapixel-Sensor mit optischer Bildstabilisierung und Phase Detection Autofokus - wir erwarten hier keine herausragenden Ergebnisse.

Der Schwerpunkt Oppos liegt stattdessen auf dem motorisiert ausfahrbaren Kameramodul, welches ja nicht nur die komplette 3D-Sensor-Einheit an der Front, sondern auch die beiden rückwärtigen Kamerasensoren auf Knopfdruck entblößt - laut Oppo dürfen wir mindestens 300.000 mal störungsfrei fotografieren oder mittels Gesichtserkennung entsperren, wie stabil das ganze Motor-System allerdings langfristig bei Stößen, Stürzen, Wasser- oder Staubeinwirkung ist, bleibt abzuwarten. 2018 benötigt es jedenfalls noch viel Aufwand um das letzte bisschen Displayfläche aus den üblichen Smartphone-Rändern herauszukitzeln. Apples iPhone X ohne Kinn aber mit Notch, Vivos NEX mit motorisierter Selfie-Cam und nun Oppos Find X mit Kameraschlitten - alle nicht gerade günstig und keines wirklich kompromisslos.

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Autor: Alexander Fagot, 20.06.2018 (Update: 20.06.2018)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.