Palworld-Entwickler Pocketpair lehnt generative KI ab

Pocketpair zieht eine klare Grenze gegenüber generativer KI. Während große Publisher weiterhin versuchen, automatisierte Werkzeuge in ihre Produktionsabläufe zu integrieren, hat das Studio hinter dem Survival-Erfolg Palworld den Einsatz maschinell erzeugter Inhalte für seine kommenden Spiele vollständig ausgeschlossen.
„Gamer wollen das nicht“
Die ablehnende Haltung des Studios gegenüber KI wurde von John Buckley, Head of Publishing und Communications bei Pocketpair, deutlich gemacht. Mit Blick auf die öffentliche Wahrnehmung von KI-generierten Inhalten durchbricht Buckley die übliche Unternehmensrhetorik und erklärt, dass die Spielerschaft ihrer Meinung nach bereits ein klares Urteil gefällt habe.
„Spieler wollen das nicht, und wenn die Spieler das nicht wollen, dann ist die Diskussion eigentlich beendet, oder? Da gibt es nicht viel zu bereden“, erklärte Buckley. Aus Sicht von Pocketpair wirkt die aktuelle Begeisterung vieler Führungskräfte für generative KI aufgesetzt und wird weniger von tatsächlichen Spieleentwicklern als vielmehr von Akteuren aus der Technologiebranche vorangetrieben, die von einem kurzfristigen Trend profitieren wollen.
Schutz kreativer Arbeit im eigenen Haus
Neben der Einschätzung der Stimmung innerhalb der Spielerschaft begründet Pocketpair die Entscheidung gegen generative KI auch mit dem Schutz menschlicher Kreativität. Trotz unbegründeter Spekulationen im Internet über die Kreaturenmodelle während des anfänglichen Erfolgs von Palworld hat das Studio stets auf traditionelle Entwicklungs- und Designprozesse gesetzt.
Pocketpair verfügt über ein großes Team interner Künstler, die ihre Inhalte lieber selbst erstellen. Laut der Studioleitung ergibt es keinen Sinn, diese Kreativen durch Algorithmen zu ersetzen, nur um Produktionskosten zu senken. „Wir haben viele Künstler im Haus“, sagt Buckley. „Sie machen ihre Arbeit gerne selbst. Es gibt keinen Grund, sie durch eine KI zu ersetzen. Das erscheint einfach sinnlos.“
Ein dystopischer Trend für die digitalen Shops
Buckley äußert außerdem Bedenken darüber, wie sich die verpflichtenden KI-Offenlegungsrichtlinien von Steam auf die Indie-Szene auswirken. Durch die zunehmende Zahl KI-unterstützter Inhalte auf digitalen Plattformen sehen sich viele unabhängige Entwickler inzwischen gezwungen, ihre Spiele in Pressemitteilungen und Store-Einträgen ausdrücklich als „zu 100 Prozent von Menschen erstellt“ zu bewerben, um Vertrauen aufzubauen.
Diesen Hinweis auf einer Steam-Seite platzieren zu müssen, nur um das Vertrauen der Spieler zu gewinnen, hält Buckley für eine äußerst bedenkliche Entwicklung. Seiner Ansicht nach wirkt die Situation geradezu dystopisch. Spieler sollten selbstverständlich davon ausgehen können, dass ein Spiel von Menschen entwickelt wurde, anstatt standardmäßig mit automatisierten Abkürzungen zu rechnen.












