„Plattgewalzter Cybertruck“: Audi spaltet das Netz mit Nuvolari-Hybrid-Hypercar

Audi hat mit dem Nuvolari das schnellste und leistungsstärkste Hybrid-Hypercar seiner Unternehmensgeschichte vorgestellt. Das neue Modell schließt die Lücke, die der eingestellte Audi R8 hinterlassen hat, dessen 17-jährige Produktionszeit im März 2024 mit dem letzten Exemplar aus dem Werk Bollinger Höfe endete. Zwei Jahre später kehrte Audi mit dem Nuvolari beim Goodwood Festival of Speed in West Sussex ins Rampenlicht zurück. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem 4,0-Liter-V8-Biturbo in Kombination mit drei Axialfluss-Elektromotoren, die zusammen 1.001 PS (987 hp) leisten.
Die Ehre, mit dem Prototypen den 1,16 Meilen langen Goodwood Hillclimb hinaufzufahren, hatte der neunfache Le-Mans-Sieger Tom Kristensen. Der Lauf markierte den ersten öffentlichen Auftritt des Hypercars, nur wenige Wochen nach seiner überraschenden Werkspräsentation.
Unter der Haube arbeitet ein 4,0-Liter-V8-Biturbo mit der internen Bezeichnung L411, der gemeinsam mit Lamborghini entwickelt wurde. Der Verbrennungsmotor allein leistet 789 PS sowie 730 Nm Drehmoment und dreht bis auf 10.000 U/min. Ergänzt wird er durch drei Axialfluss-Elektromotoren mit jeweils 148 PS, die von einem 7,3-kWh-Lithium-Ionen-Akku versorgt werden.
Zusammen liefert das Hybridsystem 1.001 PS (987 hp) und 987 Nm Drehmoment. Damit beschleunigt das limitierte Audi-Hypercar in 2,6 Sekunden von 0 auf 60 mph (97 km/h). Trotz dieser beeindruckenden Leistungsdaten richtet sich ein Großteil der Kritik am Nuvolari gegen sein Design.
An der Front sitzen vier übereinander angeordnete Leuchten unter einer gemeinsamen Abdeckung, die an Audis Concept C erinnern. Eine große Öffnung in der Motorhaube dient ausschließlich der Optimierung von Luftstrom und Abtrieb. Ein S-Duct und ein versteckter Heckspoiler erzeugen gemeinsam 400 Kilogramm Abtrieb, ohne dass ein sichtbarer Heckflügel nötig ist.
Die seitlichen Blades zitieren den früheren Audi R8 und werden von schwarzen vertikalen Elementen eingerahmt. Am Heck verzichtet Audi vollständig auf eine Heckscheibe und setzt stattdessen auf metallische Lufteinlässe sowie eine digitale Rückfahrkamera. Vier horizontale Rückleuchten sitzen oberhalb großer Luftauslässe, die durch einen breiten ovalen Zentral-Endschalldämpfer getrennt werden.
Gemischte Reaktionen unter Fans
Trotz der beeindruckenden Technik geriet der Nuvolari nach seiner Präsentation in Goodwood schnell in die Kritik. Nachdem der offizielle Instagram-Account des Festivals ein Video der Bergauffahrt veröffentlicht hatte, kommentierte ein Nutzer: „Je weiter er sich entfernt, desto besser sieht er aus.“
An anderer Stelle im Internet wurde das Fahrzeug als „plattgewalzter Cybertruck“ verspottet, während andere ihn als „Nachruf auf das Automobil“ bezeichneten. Die Kritik am Design weitete sich rasch aus: Manche vergleichen den Nuvolari mit einem kantigen Küchengerät oder einem aus Spielzeugbausteinen zusammengesetzten Audi R8.
Allerdings fällt das Feedback nicht ausschließlich negativ aus. Einige Besucher des Goodwood Festival of Speed berichten, dass der Audi Nuvolari in natura deutlich besser wirke und der titanfarbene Prototyp gut zur futuristischen Sci-Fi-Optik passe, die Audi anstrebt.
Die Produktion des Audi Nuvolari ist auf 499 Exemplare limitiert, von denen 494 Produktionsplätze noch verfügbar sind. Audis schnellstes und stärkstes Hybrid-Hypercar soll rund 686.600 US-Dollar (ca. 586.000 Euro) kosten. Die ersten Auslieferungen sind für die erste Hälfte des Jahres 2027 geplant. Aktuellen Berichten zufolge hat Audi UK bereits fünf Fahrzeuge innerhalb von weniger als 24 Stunden während einer privaten Vorschau in Monaco verkauft – noch bevor die Öffentlichkeit den Nuvolari überhaupt zu Gesicht bekam.














