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Smartphone-Hersteller kehren wegen hoher Speicherpreise zu günstigen LTPS-Displays zurück

Samsung Galaxy S21 Ultra mit LTPO-OLED-Display
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Samsung Galaxy S21 Ultra mit LTPO-OLED-Display
Der drastische Preisanstieg bei Speicherchips könnte die Displaytechnik von Smartphones um mehrere Jahre zurückwerfen. Auch bei Kameras und Prozessoren drohen Abstriche, denn die Hersteller müssen die hohen Speicherkosten offenbar über andere Komponenten ausgleichen.

Beim Launch eines Spitzen-Smartphones ging es früher vor allem darum, wie teuer die Variante mit 512GB oder 1TB Speicher ausfällt. Seit die Preise für Speicherchips drastisch gestiegen sind, müssen Hersteller jedoch an anderer Stelle sparen. Laut UBI Research trifft das vor allem die Displays.

Anfang 2025 haben Speicher und Display bei einem Flaggschiff noch ungefähr gleich viel gekostet, obwohl Speicher bereits teurer geworden war und die Displaytechnik Fortschritte gemacht hatte. Die Bildschirme decken immer größere Farbräume ab und werden zugleich heller und effizienter. Für die zweite Jahreshälfte 2026 wird jedoch erwartet, dass Speicher rund 40 Prozent der gesamten Komponentenkosten ausmacht, etwa sechsmal so viel wie das Display. Da OLED-Panels dank reichlich vorhandener Produktionskapazitäten günstiger werden, setzen Hersteller dort an, um die Mehrkosten an anderer Stelle auszugleichen.

Einige chinesische Marken sollen deshalb bei bestimmten Oberklassemodellen von LTPO-Displays wieder auf LTPS-OLED-Panels umgestiegen sein. Dadurch lassen sich pro Gerät wenige Euro einsparen. LTPS steht für Low-Temperature Polycrystalline Silicon und bezeichnet eine siliziumbasierte Transistorschicht zur Ansteuerung der OLED-Pixel. Sie ermöglicht schnelle Schaltvorgänge, weist aber Leckströme auf. Deshalb muss das Display vergleichsweise häufig aktualisiert werden, mit einer Mindestbildwiederholrate von etwa 30 bis 60Hz, was den Stromverbrauch erhöht. LTPO, kurz für Low-Temperature Polycrystalline Oxide, ergänzt die LTPS-Transistoren um Oxidtransistoren mit geringen Leckströmen. Damit lässt sich die Bildwiederholrate auf bis zu 1Hz senken, was längere Akkulaufzeiten ermöglicht. Allerdings sind solche Panels aufwendiger und teurer.

Die Rückkehr zu LTPS könnte feste Bildwiederholraten und kürzere Akkulaufzeiten bedeuten. Berichten zufolge ziehen Hersteller außerdem Einsparungen bei Prozessoren und Kameras von Mittelklasse-Smartphones in Betracht. Die Abstriche könnten somit über die Displays hinausgehen.

Wenige Euro pro Gerät mögen nach wenig klingen. Bei Millionen verkaufter Smartphones ergeben sich daraus jedoch erhebliche Einsparungen, mit denen Hersteller einen Teil der stark gestiegenen Chipkosten auffangen können. Die ältere und günstigere LTPS-Technik ermöglicht allerdings unter Umständen keine dynamische Anpassung der Bildwiederholrate. LTPO kann diese dagegen stufenlos und häufig bis auf 1Hz absenken. LTPS-Panels arbeiten mit festen Bildwiederholraten, statt die Anzeigegeschwindigkeit über mehrere Abstufungen anzupassen.

Kann das Display bei statischen Inhalten, etwa beim Lesen oder im Always-on-Betrieb, nicht auf 1Hz herunterregeln, verbraucht es dauerhaft mehr Strom. Ein LTPS-Display mit 120Hz kann seine Bildwiederholrate nicht dynamisch an den angezeigten Inhalt anpassen und benötigt grundsätzlich mehr Energie. Adaptive LTPO-Displays haben sich zu Beginn des Jahrzehnts in Smartphones verbreitet. Eine Rückkehr zu LTPS als Ausgleich für höhere Speicherchippreise würde daher rund fünf Jahre kontinuierlicher Fortschritte bei Smartphone-Displays rückgängig machen. Auf dem Datenblatt könnten die Panels weiterhin gut abschneiden, während sich bei Akkulaufzeit und flüssiger Darstellung Unterschiede zeigen. Die Bezeichnung "OLED" auf der Verpackung allein wäre dann wenig aussagekräftig.

Bei Samsung würde ein LTPS-Panel beispielsweise eine Rückkehr zur Displaytechnik der Galaxy-S20-Reihe bedeuten. Selbst das Basismodell des Galaxy S26 besitzt inzwischen ein LTPO-Display.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-10 > Smartphone-Hersteller kehren wegen hoher Speicherpreise zu günstigen LTPS-Displays zurück
Autor: Daniel Zlatev, 15.10.2026 (Update: 15.10.2026)