Sony-Chef nennt Timing der Speicher-Krise nach PS5-Preiserhöhungen "glücklich"

Sony-CEO Hiroki Totoki zeigt sich angesichts steigender Preise für PlayStation-Konsolen wenig besorgt. In einem neuen Interview mit dem Wall Street Journal hat er erklärt, die Speicherknappheit habe Sony zu einem günstigen Zeitpunkt getroffen. Nach mehreren Preiserhöhungen der PS5 will sich das Unternehmen stärker auf seine PS-Plus-Abonnenten konzentrieren, statt weitere Hardware offensiv zu vermarkten.
Bei der jüngsten Preiserhöhung im April ist die UVP der PS5 mit Laufwerk von 600 auf 650 Euro gestiegen. Gleichzeitig hat sich die PS5 Digital Edition von 500 auf 600 Euro verteuert, während die PS5 Pro nun 900 statt 800 Euro kostet. Sony hat die gestiegenen Kosten für Massenspeicher und Arbeitsspeicher mit dem Ausbau von KI-Rechenzentren in Verbindung gebracht.
Gelassen trotz Speicherkrise
Der Interviewer des Wall Street Journal hat darauf hingewiesen, dass PlayStation-Konsolen in 93 Millionen Haushalten vertreten sind. Er fragte Totoki, ob Sony mehr Glück gehabt habe als Nintendo, dessen Switch 2 erst vor Kurzem auf den Markt gekommen ist. Totoki antwortete:
Das ist ein glücklicher Umstand, denn wir befinden uns in der zweiten Hälfte des Lebenszyklus einer PlayStation-Konsole. Deshalb müssen wir die Konsole derzeit nicht aggressiv vermarkten. Stattdessen konzentrieren wir uns auf wiederkehrende Einnahmen aus der bestehenden Nutzerbasis.
Totoki verwies außerdem darauf, dass das PlayStation-Ökosystem zum 30. Juni 125 Millionen monatlich aktive Nutzer gezählt hat. Sony will diese Nutzerbasis monetarisieren, wobei PS Plus eine zentrale Rolle in dieser Strategie spielt.
Die Aussagen könnten erklären, warum die jüngste Preiserhöhung der PS5 deutlicher ausgefallen ist, als viele Insider erwartet hatten. Um hohe Verluste beim Verkauf der Hardware zu vermeiden, nimmt Sony offenbar weniger Neukunden in Kauf. Auch zeitlich begrenzte Rabatte auf die Konsolen sind bei Händlern wieder verschwunden.
Verärgerte Gamer
Die Äußerungen des CEO dürften bei einigen Fans auf Kritik stoßen. PlayStations Abkehr von physischen Spielen zugunsten höherer Gewinne hat Befürworter von PS5-Discs bereits verärgert. Das Interview verstärkt zudem die Sorge, Sony könnte die Preise für PS Plus erneut anheben, um höhere Einnahmen mit der bestehenden Nutzerbasis zu erzielen.
Der Speichermangel könnte als Nächstes den Veröffentlichungstermin der PS6 verzögern. Sollte Sony die Hardwarekosten nicht subventionieren, dürfte es schwieriger werden, Käufer von der neuen Konsole zu überzeugen. Totoki hat gegenüber dem Wall Street Journal erklärt, dass weder der Zeitpunkt der Markteinführung noch der Preis feststehen.



















