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Test Huawei Watch GT Runner - Smartwatch für Sportfans

Run baby, run. Mit der Watch GT Runner will Huawei vor allem Sportler überzeugen. Sie punktet mit vielen Sensoren, tollem Display und langer Akkulaufzeit. Aber ist sie auch ein guter Alltagsbegleiter?
Die Watch GT Runner ist Huaweis erste Smartwatch speziell für Sportler
Die Watch GT Runner ist Huaweis erste Smartwatch speziell für Sportler

Mit der Huawei Watch GT Runner haben wir den sportlichsten Spross aus dem Huaweis-Smartwatch-Kosmos als Testmuster vorliegen. Verschiedene Gehäusegrößen gibt es bei dieser Uhr nicht, nur die Wahl zwischen zwei Farben. Unser Testexemplar ist schwarz, alternativ gibt es ein graues Modell mit gelben Akzenten. Getreu der sportlichen Ausrichtung besteht das Band immer aus Kautschuk, eine LTE-Variante gibt es nicht.  

Huawei Watch GT Runner
Bildschirm
1.43 Zoll 1:1, 466 x 466 Pixel 461 PPI, capacitive, OLED, spiegelnd: ja, 60 Hz
Massenspeicher
4 GB Flash, 4 GB 
Anschlüsse
NFC, Helligkeitssensor, Sensoren: Gyroskop, Barometer, GPS, NFC
Netzwerk
802.11 b/g/n (b/g/n = Wi-Fi 4), Bluetooth 5.2, GPS
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe (in mm): 11 x 46.4 x 46.4
Akku
451 mAh Lithium-Polymer, Akkulaufzeit (laut Hersteller): 336 h
Laden
Drahtloses Laden (Wireless Charging), Schnellladen / Quick Charge
Betriebssystem
Huawei HarmonyOS
Sonstiges
Lautsprecher: mono, charging cable, replacement wristband, manual, HarmonyOS-Version 2.1.0.219, 24 Monate Garantie, GNSS-Networks: GPS, Beidou, GLONASS, Galileo, QZSS ATM 5, Lüfterlos, Wasserdicht
Gewicht
38.5 g
Preis
299 Euro
Hinweis: Der Hersteller kann abweichende Bauteile wie Bildschirme, Laufwerke und Speicherriegel mit ähnlichen Spezifikationen unter dem gleichen Modellnamen einsetzen.

 

Gehäuse und Ausstattung - Huaweis leichter Mix

Die Huawei Watch GT Runner überzeugt mit einem wertigen Gehäuse. Der Großteil des Uhrenkörpers besteht aus "Polymerfaser", also Kunststoff. Auf der Ober- und Unterseite kommt jedoch Keramik zum Einsatz, die Krone besteht aus Titan. Das Band besteht aus Kautschuk und hat viele Löcher in engem Abstand, somit findet man eine passende Weite. Das Band entspricht dem 22-Millimeter-Standard, daher stehen unzählige Wechselarmbänder am Markt zur Auswahl. Ein Wechsel ist dank einem kleinen Hebel an der Federstange werkzeuglos möglich. Auch ein Lautsprecher und ein Mikrofon sind verbaut. Somit sind Telefonate über die Uhr möglich - solange sie mit einem Smartphone verbunden ist, denn eine Sim-Karte nimmt die Uhr nicht auf. Das Gehäuse kommt ohne Ladekontakte aus, weil die Uhr über den Qi-Standard kontaktlos geladen wird.

Huawei gibt ohne Band ein Gewicht von 38,5 Gramm an, auf unserer Waage sind es 39. Mit Band kommt die Uhr auf 55 Gramm und stört damit überhaupt nicht am Handgelenk. Im zweiwöchigen Test gab es weder Kratzer noch andere Abnutzungserscheinungen. Das Ladekabel liegt der Smartwatch bei, ebenso ein Ersatzarmband, ein Netzteil dagegen fehlt.

Die Uhr verfügt auch über NFC. In der Health-App taucht der Punkt Wallet auf. Klickt man jedoch darauf, kommt die Meldung "Anfrage fehlgeschlagen" - mit einem Huawei Smartphone soll dieser Vorgang allerdings möglich sein. Mit der Stocard aus der App Gallery funktioniert der Geldtransfer zwar auf dem Smartphone, mit der Uhr ist das Bezahlen damit trotzdem nicht möglich. Die vorhandene Schnittstelle gib zumindest die Möglichkeit, in Zukunft eine Bezahlfunktion zu integrieren.

Die GT Runner hat auf der rechten Seite zwei Funktionstasten und einen Lautsprecher.
Die GT Runner hat auf der rechten Seite zwei Funktionstasten und einen Lautsprecher.
Das Band hat eine feine Abstufung für die Anpassung an das Handgelenk.
Das Band hat eine feine Abstufung für die Anpassung an das Handgelenk.
Das 22-Millimeter-Armband lässt sich werkzeuglos wechseln.
Das 22-Millimeter-Armband lässt sich werkzeuglos wechseln.
Das Gehäuse der Smartwatch besteht zum großen Teil aus robustem Kunststoff.
Aufgrund der gewölbten Unterseite sitzt die Uhr sicher am Handgelenk und soll bessere Messwerte liefern.
Die Ober- und Unterseite sind durch Keramik gegen Kratzer geschützt.

Einrichtung und Bedienung - Nur mit der Huawei-App-Gallery

Für die Einrichtung braucht es die Huawei Health App. Ohne App-Anbindung lässt sich die Uhr nicht einstellen und nicht nutzen. Huawei bietet die entsprechende App im Apple App Store für Geräte ab iOS 9 an. Benutzer eines Android Geräts müssen den Umweg über die Huawei-App-Gallery nehmen, in Googles Playstore findet sich die App wegen der US-Sanktionspolitik nicht. Ein QR-Code auf der Verpackung der Uhr führt zur Installationsseite. Allerdings muss man einer Installation aus unbekannten Quellen zustimmen, das könnte einige vorsichtige Nutzer abschrecken. Ist die App Gallery installiert, ist die Installation und Aktualisierung von Health kein Problem mehr. Allerdings müssen noch von Hand im Android Menü Rechte vergeben werden, damit die Uhr auf Daten zugreifen darf und verschiedene Apps Benachrichtigungen schicken können.

Viele Einstellungen lassen sich auf der Uhr selber tätigen, etwa das Starten von Trainings, das Stellen des Weckers oder das Abspielen von Musik. Größere Aufgaben wie das Erstellen von Trainingsplänen oder das Anpassen von Tageszielen erfordert allerdings den Einsatz der App. Darüber lässt sich auch Musik auf den internen Speicher der Uhr verschieben. Dann ist eine Musikwiedergabe ohne gekoppeltes Smartphone möglich. Im Test funktionierte die Kopplung mit Samsung Galaxy Buds Live direkt über die Uhr problemlos.

Ziffernblätter lassen sich direkt auf der Uhr tauschen und Inhalte anpassen. Sollte die vorinstallierten Ziffernblätter nicht gefallen, stehen in der App noch mehr zur Auswahl, teilweise sind sie allerdings kostenpflichtig. Außerdem lassen sich über die Health App bzw. die dort hinterlegte App Gallery weitere Anwendungen auf der Uhr installieren. Das Angebot ist jedoch sehr überschaubar, namhafte Anbieter sind nicht darunter, wir vermissen aus dem Sportbereich etwa Strava oder Komoot. Ein Kalender für tägliche Aufgaben fehlt gänzlich. Damit ist das App-Angebot weit entfernt von den Möglichkeiten des WearOS-Kosmos.

In der Health-App werden alle gesammelten Daten anschaulich präsentiert.
In der Health-App werden alle gesammelten Daten anschaulich präsentiert.
Hier gibt es Zugriff auf Musik, Watchfaces und Apps, die Bezahlfunktion ist noch außer Betrieb.
Hier gibt es Zugriff auf Musik, Watchfaces und Apps, die Bezahlfunktion ist noch außer Betrieb.
Mit der Health App lassen sich verschiedene Huawei Geräte verknüpfen.
Mit der Health App lassen sich verschiedene Huawei Geräte verknüpfen.

Die Uhr hat zwei Funktionstasten. Die obere Taste ist als Krone gestaltet, mittels Drehen kann man durch die Menüs scrollen. Ein Druck führt vom Homescreen in die App-Übersicht. Aus einer geöffneten Anwendung führt ein Druck immer zurück zum Homescreen. Die zweite Funktionstaste lässt sich in ihrer Funktion umbelegen. Standardmäßig startet ein Druck eine Sporteinheit.

Der Tastenhub ist ausreichend, der Druckpunkt klar. Auf Wunsch liefert die Uhr beim Drehen der Krone ein Feedback durch den Vibrationsmotor. Innerhalb des Testzeitraums gab es keine versehentlichen Fehlbedienungen. Das 1,43 Zoll große AMOLED-Display lässt sich flüssig bedienen. Selbst mit entsprechenden Handschuhen oder bei Regen sind Eingaben gut möglich.

Telefonie und Benachrichtigungen - Wenig Antwortmöglichkeiten

Die Watch GT Runner bietet sowohl einen Lautsprecher als auch ein Mikrofon und ermöglicht damit Telefonie - sofern ein Smartphone gekoppelt ist. Einen Sim-Kartenschaft oder eSim gibt es allerdings nicht. Die Sprachqualität ist überraschend gut für beide Gesprächsteilnehmer. Anrufe lassen sich direkt an der Uhr annehmen. Anrufe starten kann man über die Uhr auch, allerdings nur über die Anrufliste oder eigens in der App hinterlegte Favoriten. Ein Zugriff auf alle Kontakte des Telefons ist hingegen nicht möglich.

Hat man der Health App die entsprechenden Berechtigungen gegeben, kommen Benachrichtigungen zuverlässig auf der Uhr an. Textnachrichten der gängigen Messenger werden sinnvoll dargestellt, man kann durch den Verlauf scrollen. Alles, was über Text hinausgeht, verweigert die GT Runner allerdings. Weder Emojis noch Bilder werden angezeigt, Sprachnachrichten spielt die Uhr leider ebenfalls nicht ab. Auch die Antwortmöglichkeiten sind stark eingeschränkt, denn es sind nur vorkonfigurierte Schnellantworten möglich. Die Reihenfolge der Antworten lässt sich in der App festlegen, dort können auch neue Schnellantworten hinterlegt werden. Eine individuelle Antwort ist allerdings nicht möglich. Erstaunlich: Auch wenn empfangene Emojis nicht angezeigt werden, lässt die Uhr sie als Antwort zu. Werden Nachrichten auf der Uhr gelesen, hat das keine Auswirkungen auf den Status der Nachricht am Smartphone. Sie wird dadurch nicht als gelesen gekennzeichnet.

Noch deutlicher als in den Messengern sind die Einschränkungen bei der Darstellung von E-Mails. Das Display zeigt lediglich den Absender und die Betreffzeile, der Inhalt der Mail kann jedoch nicht angezeigt werden. App-Benachrichtigungen werden übermittelt, allerdings ohne Angabe, um welche App es sich handelt, das muss aus dem Kontext bzw. dem Inhalt erschlossen werden. 

Sprach-Assistent - Sehr eingeschränkt

Mit Mikrofon und Lautsprecher bietet die GT Runner die wichtigsten Voraussetzungen für die Bedienung per Sprachassistent. Wischt man vom Homescreen einmal nach links, leuchtet das Symbol des Huawei eigenen, Celia genannten Sprachassistenten auf. Klickt man darauf, fordert die Uhr allerdings die Verbindung zu einem Huawei Telefon ab EMUI 10.1. Mit anderen Smartphones ist diese Funktion nicht verfügbar. Andere Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistent lassen sich auf der Uhr nicht installieren.

Gesundheit und Fitness - Großes Kino bei der GT Runner

Die Huawei Uhr richtet sich vor allem an Sportler und - namensgebend - insbesondere an Läufer. So wird individuell ein Trainingsstatus errechnet, der Running Ability Index. Daraus errechnet die Health App auch mögliche Zeiten für Läufe über fünf, zehn, 20 oder 42 Kilometer. Außerdem zeigt die Smartwatch die Trainingsbelastung der vergangenen Woche, einen Trainingsindex, den Erholungsstatus und VO2Max an. Zudem misst die Uhr die Laktatschwelle und soll sogar eine Laufanalyse beherrschen, die den Laufstil verbessern soll. Auch wird der Abstand zu einem virtuellen Läufer angezeigt, der mit dem erechneten Durchschnittstempo unterwegs ist. Zusätzlich lassen sich mit der App passende Trainingspläne erstellen, die Smartwatch achtet zudem auf ausreichende Ruhepausen. Schade ist, dass die Trainings im Trainingsplan nur am vorgewählten Tag automatisch hinterlegt sind. Ein Training etwa am Donnerstag statt am Mittwoch wird nicht automatisch hinterlegt und lässt sich auch nicht mehr manuell im Trainingsplan einfügen. Neben der individuellen Planung sind auf der Uhr bereits Trainingspläne in verschiedenen Schwierigkeitsstufen und mit verschiedenen Zielen hinterlegt, sei es Fettverbrennung, Tempoläufe oder lange Distanzen.

Diese Pläne sind allerdings - ebenso wie das "Trainer-Feedback" nach jeder Woche - aktuell nur in englischer Sprache verfügbar. Das gilt auch für die Ansagen während des Laufens. Nach jedem absolvierten Kilometer macht die Uhr über den Lautsprecher oder die gekoppelten Kopfhörer eine Durchsage über die Gesamtzeit, die Zeit für den letzten Kilometer und die aktuelle Herzfrequenz. Außerdem infomiert die Uhr regelmäßig darüber, ob die aktuelle Laufeinheit eher der Erholung dient, den aktuellen Fitnessgrad hält oder eine Steigerung bedeutet. Zudem gibt die Smartwatch Einschätzungen über den aktuellen Belastungszustand ab. Aus den gesammelten Werten errechnet die GT Runner einen Running Ability Index. Dieser Wert soll eine Aussage über das Potenzial und die Fitness des Läufers machen. Daraus werden auch potenzielle Zeiten für verschiedene Distanzen ermittelt. Somit kann man sich sagen lassen, wie lange man für einen Marathon bräuchte, ohne jemals einen zu laufen.

All diese Werte und Berechnungen erhält man jedoch nur, wenn man mit dem Fitnessbegleiter Joggen geht. Bei anderen Sportarten fehlen diese spezifischen Angaben. Stellt der smarte Begleiter fest, dass man sich nicht mehr bewegt, obwohl das Training noch läuft, wird nach einigen Minuten nachgefragt, ob man das Training beenden möchte. Eine Synchronisation mit Google Fit ist nicht möglich. Zwar taucht die Health App in Google Fit als mögliche Quelle auf, eine Verbindung kann jedoch nicht hergestellt werden. Unter iOS ist eine Synchronisierung der Daten zwischen Apple Health und Huawei Health möglich. Zudem bietet die App einen Export von GPX- und TCX-Daten.

Die Uhr informiert mit dem äußeren Kreis über die Herzfrequenz und ordnet diese ein.
Die Uhr informiert mit dem äußeren Kreis über die Herzfrequenz und ordnet diese ein.
Während des Trainings schätzt die Software ein, welche Auswirkungen es auf den allgemeinen Fittnesszustand hat.
Während des Trainings schätzt die Software ein, welche Auswirkungen es auf den allgemeinen Fittnesszustand hat.
Die Smartwatch misst und bewertet die maximale Sauerstoffaufnahme.
Die Smartwatch misst und bewertet die maximale Sauerstoffaufnahme.
Aufgrund der gesammelten Daten errechnet die Uhr Zeiten für bestimmte Distanzen.
Aufgrund der gesammelten Daten errechnet die Uhr Zeiten für bestimmte Distanzen.
In der Health App werden die einzelnen Trainings ausgewertet.

Aktivitätsziele

Die Health-App informiert über erreichte Aktivitätsziele.
Health-App

Die persönlichen Aktivitätsziele kann man in der App festlegen. Einige Grundparameter fasst Huawei unter dem Punkt Healthy Living zusammen. Dabei werden die Zeiten des Aufstehens und Schlafengehens, Atemübungen, Aktivitätsminuten und Schritte angezeigt. Die Health App zeigt gelaufene Schritte, zurückgelegte Distanzen, verbrannte Kalorien übersichtlich an und gibt diese wahlweise für einen Tag, eine Woche, einen Monat oder auch ein Jahr aus. Zusätzlich sendet sie dem Nutzer am Ende eines Monats einen Bericht über alle Aktivitäten.

Herzfrequenz, Herzrhythmus und Blutsauerstoffsättigung

Um die Genauigkeit der Herzfrequenz zu bestimmen, tritt die Huawei Smartwatch gegen den Polar-H10-Brustgurt an. Dabei überzeugt die Uhr mit sehr ähnlichen Messwerten, die Abweichung liegt bei lediglich 1,59 Prozent.


Herzfrequenzmessung des Polar-H10-Brustgurt
Herzfrequenzmessung des Polar-H10-Brustgurt
Herzfrequenzmessung der Huawei Watch GT Runner
Herzfrequenzmessung der Huawei Watch GT Runner

Schlaf-Tracking - Zuverlässig und übersichtlich

Die GT Runner verfügt über ein integriertes Schlaf-Tracking, es sind keine zusätzlichen Apps nötig. Wachphasen werden zuverlässig erkannt. Außerdem zeigt die Uhr verschiedene Schlafphasen wie Tiefschlaf, leichten Schlaf und REM-Schlaf an. Die Schlafphasen werden grafisch angezeigt. Zudem werden verschiedene Parameter in einem Punktesystem eingeordnet und bewertet. Diese ausführliche Auswertung wird allerdings nur in der App am Smartphone geliefert. Die Uhr dagegen informiert lediglich darüber, wie lange geschlafen wurde.

Mit Rückgriff auf die Schlafdaten bietet die Uhr einen intelligenten Wecker. Der Nutzer kann zusätzlich zur Weckzeit angeben, wieviel Spielraum die Uhr hat, um möglichst nicht in einer Tiefschlafphase zu wecken. Es stehen dabei Zeiträume von fünf bis 30 Minuten zur Wahl. 

Die Health App zeigt eine ausführliche graphische Analyse des Schlafs.
Die Health App zeigt eine ausführliche graphische Analyse des Schlafs.
Über ein Punktesystem wird die Schlafqualität bewertet.
Über ein Punktesystem wird die Schlafqualität bewertet.

GPS und Navigation - Die GT Runner findet zurück

Die GT Runner bietet eine Rückweg-Navigation, unabhängig von der Verbindung zum Smartphone.
Die GT Runner bietet eine Rückweg-Navigation, unabhängig von der Verbindung zum Smartphone.

Dank Dualband-GNSS findet die Huawei Watch sehr schnell eine GPS-Verbindung, wenn ein Training gestartet wird. Neben GPS unterstützt die Uhr auch Beidou, GLONASS, Galileo und QZSS. Die Genauigkeit der Messung überzeugt: Auf einer fünf Kilometer langen Radrunde beträgt die Abweichung zum Referenzgerät Garmin Venu 2 nur 18 Meter. Zudem kann die GT Runner über ihr Barometer auch zurückgelegte Höhenmeter angeben.

Als Navigationslösung ist Petal Maps installiert. Damit lässt sich eine Navigation allerdings nur am Smartphone starten. Die Navigationsanweisungen werden auf der Uhr dargestellt. Eine Navigation ohne Smartphone-Anbindung bietet die Uhr nur in Form einer Rückweg-Navigation. Hat man eine Trainingsprogramm gestartet, kann die Software einen dabei unterstützen, den Rückweg zu finden, indem Richtung und Streckenverlauf angezeigt werden. Bei einer Rundstrecke hilft diese Methode allerdings nicht dabei, den Startpunkt wiederzufinden, wenn man die Runde nicht wieder zurücklaufen möchte.

GNSS-Testfahrt: Seeumrundung
GNSS-Testfahrt: Seeumrundung
GNSS-Testfahrt: Wendepunkt
GNSS-Testfahrt: Wendepunkt
GNSS-Testfahrt: Zusammenfassung
GNSS-Testfahrt: Zusammenfassung

Display - Die Paradedisziplin der Huawei Smartwatch

Auch in der prallen Sonne ist die Smartwatch gut ablesbar. Die Farben sind kräftig, der Kontrast toll.
Auch in der prallen Sonne ist die Smartwatch gut ablesbar. Die Farben sind kräftig, der Kontrast toll.

Das Display der GT Runner bereitet viel Freude und lässt kaum Raum für Kritik. Es wird sehr hell und ist auch bei vollem Sonnenschein sehr gut ablesbar. Die gemessene Helligkeit lag ohne automatische Anpassung bei bis zu 338 cd/m2, mit aktiviertem Sensor bei bis zu 564 cd/m2. Die Farben sind kräftig, die Schwarzwerte OLED-typisch perfekt und die Blickwinkel hervorragend. Der Sensor für das Umgebungslicht arbeitet zügig und sorgt für angemessene Helligkeit. Auch die Anhebeerkennung funktioniert schnell und zuverlässig, so dass man direkt die gewünschten Informationen ablesen kann, wenn man den Arm hebt und dreht. Die Erkennung funktioniert so gut, dass die Möglichkeit des Always-on-Displays im Test kaum genutzt wurde. Über den "Nicht-stören-Modus" kann man Nachrichten unterdrücken und ein Aufleuchten des Display durch Bewegung verhindern - das ist gerade nachts sehr praktisch.

Performance und Laufzeit - Die GT Runner ist ein Dauerläufer

Über das SoC schweigt sich Huawei aus. Jedoch arbeitet die Uhr in allen getesteten Situationen äußerst flüssig. Obwohl der Hauptspeicher nur 32 MB groß ist, gibt es keine Ruckler beim Öffnen oder Schließen von Apps, und die Übergänge zwischen einzelnen Seiten sind smooth. Somit zeigt sich das proprietäre Betriebssystem äußerst sparsam. 

Als Massenspeicher stehen knapp vier Gigabyte zur Verfügung, etwa für Musik, die dann unabhängig vom Smartphone abgespielt werden kann.


Akkulaufzeit - Sorglos durch die Woche

Zwar haben wir die versprochenen 14 Tage Laufzeit im Test nicht erreicht. Aber nach einer Woche Nutzung inklusive Einrichtung, Erkundung aller Menüs und drei kurzen Sporteinheiten zeigte die Uhr noch einen Akkustand von 34 Prozent. Dabei wurde die Uhr 24 Stunden am Tag getragen, inklusive Schlaftracking. Auch das kontinuierliche Messen von Puls, Sauerstoffsättigung und Stress war aktiviert, das Always-on-Display wurde jedoch nicht genutzt. Selbst mit längeren Trainings sollte damit eine Laufzeit von einer Woche kein Problem sein. Das Laden von 15 auf 100 Prozent absolvierte sie in einer Stunde und 15 Minuten und wurde dabei handwarm. Auch Reverse Wireless Charching mit einem passenden Smartphone ist möglich. Allerdings stoppte die Ladung auf einem Pixel 5 mehrmals.

Die GT Runner lädt kabellos mit bis zu 10 Watt. Das Ladekabel gehört zum Lieferumfang, ein Netzteil nicht.
Die GT Runner lädt kabellos mit bis zu 10 Watt. Das Ladekabel gehört zum Lieferumfang, ein Netzteil nicht.
Auch Reverse Wireless Charging ist möglich. Das Pixel 5 und die Uhr verloren aber ab und zu die Verbindung.
Auch Reverse Wireless Charging ist möglich. Das Pixel 5 und die Uhr verloren aber ab und zu die Verbindung.

Pro

+ hervorragendes OLED-Display
+ lange Akkulaufzeit auch bei intensiver Nutzung
+ präzise Sensoren und Ortung
+ sehr gute Unterstützung beim Lauftraining
+ drahtloses Laden

Contra

- Bilder und Emojis werden nicht dargestellt
- nur feste Schnellantworten möglich
- Sprachansagen nur auf englisch
- ausführliche Auswertung nur beim Joggen

Fazit - Langläufer mit tollem Display

Im Test: Huawei Watch GT Runner. Testgerät zur Verfügung gestellt von Huawei Deutschland.
Im Test: Huawei Watch GT Runner. Testgerät zur Verfügung gestellt von Huawei Deutschland.

Die Huawei Watch GT Runner ist eine Smartwatch für Sportler. Sie überzeugt mit vielen Sensoren, ist angenehm leicht und bietet eine lange Akkulaufzeit. Die Health App ist etwas holprig bei der Einrichtung, liefert dann aber gute und übersichtliche Analysen.

Geht es jedoch um den Einsatz im Alltag, dann lässt die GT Runner Federn. Benachrichtigungen und Antworten darauf funktionieren nur rudimentär. Eine Bezahlfunktion gibt es aktuell trotz verbautem NFC nicht. Die App-Auswahl in der App Gallery ist sehr übersichtlich - und das zu einem Preis von 300 Euro zum Zeitpunkt des Tests.

Im Alltag begeistert die Uhr mit tollem Display. Wer ein Wareable vor allem für den Sport sucht und lange Akkulaufzeiten wünscht, der sollte sich die GT Runner genauer anschauen.

Sportmuffel und App-Liebhaber sollten hingegen eher einen Blick auf andere Smartwatches wie die Samsung Galaxy Watch 4 werfen, die jedoch deutlich häufiger an die Steckdose muss. Soll es doch eine Huawei Smartwatch sein, die aber weniger nach Sportgerät aussieht, dann ist die Huawei Wath GT 3 eine Alternative.

Preis und Verfügbarkeit

Die UVP liegt bei 299 Euro und ist recht stabil. Im Huawei Store gibt es bei der Bestellung aktuell ein Geschenk zur Auswahl - etwa die Huawei Körperfettwaage Scale 3 - und vergünstigte Kombiangebote. Auf Amazon liegt die Runner GT auch noch bei 299 Euro, allerdings gibt es aktuell die Freebuds 4i als kostenlose Zugabe.

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Autor: Benedikt Winkel, 10.03.2022 (Update: 10.03.2022)