Ubisoft testet angeblich generative KI in Far Cry 7

Ubisoft treibt seine Investitionen in generative KI trotz des schlechtesten Geschäftsjahres der Firmengeschichte weiter aggressiv voran. Laut einem aktuellen Bericht nutzt das Unternehmen eine frühe Version des bislang unangekündigten Far Cry 7 als Testumgebung für neue KI-Tools.
Wie zuerst TheGamer berichtete, schrieb Tom Henderson von Insider Gaming kurzzeitig auf X, dass das generative KI-Material aktuell „wie Schrott aussieht“, löschte den Beitrag jedoch später wieder. Henderson erklärte allerdings auch, dass Far Cry 7 derzeit ausschließlich für Forschungs- und Entwicklungszwecke genutzt werde. Fans sollten daher nicht automatisch davon ausgehen, dass KI-generierte Inhalte am Ende tatsächlich in der finalen Version des Spiels landen.
Die Meldung folgt auf Ubisofts jüngsten Geschäftsbericht, der für das Geschäftsjahr 2025/26 einen Rekordverlust von 1,3 Milliarden Euro beim operativen Ergebnis ausweist. Für den Publisher war das vergangene Jahr äußerst schwierig. Die Nettogewinne gingen um mehr als 17 Prozent auf 1,53 Milliarden Euro zurück, sieben Spieleprojekte wurden komplett eingestellt, sechs weitere verschoben und rund 1.200 Mitarbeiter verloren innerhalb eines Jahres ihren Job.
Eine Finanzspritze in Höhe von 1,16 Milliarden Euro durch einen Deal mit Tencent half dabei, die Bilanz einigermaßen stabil zu halten. Gleichzeitig warnte Ubisoft Investoren jedoch davor, dass das kommende Geschäftsjahr beim freien Cashflow einen Tiefpunkt markieren dürfte, bevor eine mögliche Erholung eintreten könnte.
Trotz der massiven finanziellen Probleme setzt Ubisoft weiterhin stark auf künstliche Intelligenz. Im Geschäftsbericht erklärt der Publisher, dass die Investitionen in generative KI erhöht werden, um dynamische NPCs sowie KI-gestützte Quality-Assurance-Bots zu entwickeln.
Eines der größeren Projekte trägt den Namen „Teammates“. Dabei handelt es sich um ein Forschungsprojekt auf Basis von Google Gemini, das NPCs in dialogfähige Begleiter verwandeln soll. Diese sollen sich an Interaktionen mit Spielern erinnern und in Echtzeit darauf reagieren können. Verantwortlich dafür ist Ubisofts interne Forschungsabteilung La Forge. Ähnliche KI-Technologien präsentierte das Unternehmen bereits zusammen mit Nvidia und Inworld AI auf der Game Developers Conference.
Für langjährige Beobachter des Unternehmens dürfte dieser aggressive Vorstoß in einen umstrittenen Technologietrend bekannt wirken. Bereits Ende 2021 versuchte Ubisoft, auf den NFT-Hype aufzuspringen und startete die Quartz-Plattform in Ghost Recon Breakpoint. Nach massiver Kritik aus der Community wurde das Projekt später jedoch wieder eingestellt.
Nun sieht sich das Unternehmen erneut mit Skepsis von Spielern und Investoren konfrontiert. Als Ubisoft im Januar erstmals verstärkte KI-Investitionen ankündigte, brach der Aktienkurs innerhalb eines einzigen Tages um massive 34 Prozent ein. Dadurch fiel die Marktkapitalisierung des Publishers zeitweise unter eine Milliarde Euro.
Ob sich die kostspielige KI-Wette in zukünftigen Spielen tatsächlich auszahlen wird oder am Ende als weiteres gescheitertes Experiment endet, bleibt abzuwarten. Aktuell kämpft der Publisher jedoch gleichzeitig mit einer historischen Finanzkrise und setzt große Hoffnungen auf die neue Technologie.










