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Windows 10X läuft auf MacBook und Surface Go, begeistert im Hands-On

Windows 10X, das Dual-Display-Windows begeistert mit seiner Oberfläche, auch bereits auf MacBooks und einem Surface Go-Tablet.
Windows 10X, das Dual-Display-Windows begeistert mit seiner Oberfläche, auch bereits auf MacBooks und einem Surface Go-Tablet.
Microsoft will sicher gehen, dass möglichst viele Entwickler zum Launch der Dual-Display-Notebooks wie dem Surface Neo bereit sind und veröffentlichte unlängst einen Emulator für das upgedatete Windows 10X-Betriebssystem. Findige Entwickler haben es bereits auf realer Hardware installiert, zudem liegen erste, durchaus sehr positive, Berichte von Hands-On-Testern vor.
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Windows 10X wurde von Microsoft im Rahmen der überraschenden Surface Neo-Preview Ende 2019 erstmals vorgestellt und offiziell als Dual-Display-Windows beziehungsweise Windows 10-Variante für faltbare Tablets und Notebooks bezeichnet. Das bedeutet aber nicht, dass es auf traditioneller Hardware gar nicht funktioniert, wie einige Entwickler aktuell beweisen, die eine verfügbare Betaversion bereits auf einem MacBook und Surface Go-Tablet zum Laufen gebracht haben, wie das Bild oben und das Video unten zeigen.

Keine Fenster, überarbeiteter File-Explorer

Windows 10X untereilt das interne Display einfach in zwei Hälften und startet Apps Full-Screen in einer davon. Auf externe Displays kann Windows 10X ebenfalls Inhalte casten. Wie erste Hands-On-Berichte, etwa von Tom Warren, Redakteur bei TheVerge, zeigen, ist die Fensterverwaltung im Vergleich zum regulären Windows 10 komplett verändert. Frei positionierbare Fenster sind out, stattdessen öffnen sich Apps, wie von Tablets und Smartphones mit Android und iOS gewohnt, immer Full-Screen in einem Bereich, der wohl meistens ein ganzes Display umfassen wird. Auch der klassische File Explorer aus Windows 10 ist Geschichte, beim Speichern aus einer App offenbaren sich die Unterschiede im überarbeiteten Dialog-Fenster.

Alles neu am Windows-Desktop und im Startmenü

Auch das Startmenü und der Desktop zeigen sich nun stark überarbeitet und mehr einem mobilen Betriebssystem ähnelnd. Letzterer wird nicht mehr für das Ablegen von Dokumenten oder Symbolen verwendet, was viele von uns mit gewohnt vollgepflasterten Desktops vor Herausforderungen stellen dürfte. Das Startmenü ist nun eine Art Kombination aus Suchleiste für lokale und im Internet verfügbare Inhalte und Dateien sowie Launcher für App-Icons und zuletzt benutzte Dokumente. Die Live-Tiles aus Windows 10 sind völlig verschwunden. Wie man mittels Touch- oder Maus-Gesten mit Apps und Dokumenten in Windows 10X navigiert, zeigt folgendes Video.

Action Center ganz neu mit besseren Quick-Settings

Ebenfalls überarbeitet wurde das Action Center rechts in der Taskleiste, welches mit umgestalteten Einstellungen nun deutlich mehr an Mobilgeräte erinnert. Im Windows 10X-Emulator zeigt sich erstmals auch die "Wonder-Bar", eine Art Dockbereich ähnlich der Apple Touch Bar, die über einer klassischen Hardware-Tastatur oder einem Software-Keyboard zu finden ist und je nach Kontext unterschiedliche App-Elemente aufnehmen kann. Klassischerweise können das etwa Emojis oder GIFs sein, die Wonder Bar kann aber auch laufende Videos (im Beispiel unten etwa von Netflix) aufnehmen - muss aber vom Entwickler jeweils für die App unterstützt werden. 

Klassische Windows Anwendungen laufen im Container

Womit wir wieder beim Thema Entwickler wären. Für ein erfolgreiches Projekt Windows 10X braucht es die Unterstützung möglichst vieler App-Entwickler. Microsoft hat kräftig am Unterbau von Windows 10X gearbeitet, weswegen klassische Windows-Anwendungen zwar eingebettet in einen isolierten virtuellen Container, weiterlaufen, aber einige spezifische Anpassungen benötigen. Beispielsweise blockiert Microsoft aus der virtuellen Maschine den Zugriff auf die Registry, was der langfristigen Performance des PCs zuträglich ist, aber viele klassische Windows-Anwendungen aus dem Tritt wirft.

Aus aktueller Sicht wird Windows 10X kein klassisches Update für Windows 10, stattdessen soll es vorinstalliert auf Dual-Display-Convertibles und faltbaren Notebooks zum Einsatz kommen. Schon jetzt gibt es allerdings eine Anleitung, wie man Windows 10X auf herkömmlicher Windows-Hardware zum Laufen bekommt - davon ist allerdings für die produktive Nutzung unbedingt abzuraten - die erwähnten Entwickler, die Windows 10X schon jetzt auf ihre Hardware installieren berichten von jeder Menge Troubles mit Features und Treibern. 

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Autor: Alexander Fagot, 15.02.2020 (Update: 15.02.2020)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.