Xbox-Chefin Asha Sharma: Exklusive Plattformtitel "werden noch geprüft"

Die neue Xbox-Führung ringt intern mit der Frage, wie Microsoft sowohl als großer Spiele-Publisher als auch als eigenständige Plattform wachsen kann. Zwar bringt das Unternehmen inzwischen ehemals Xbox-exklusive Titel auch auf die PlayStation – darunter künftig etwa Forza Horizon 6 –, doch die Gaming-Sparte versucht weiterhin, ihren Umgang mit Plattform-Exklusivität von Spiel zu Spiel festzulegen, statt einer starren Grundsatzregel zu folgen.
Nach dem Rückzug der Xbox-Legende Phil Spencer ernannte man Asha Sharma zur neuen Führungsspitze von Microsofts Gaming-Sparte. Seitdem hat sie mehrere Änderungen an Marketing und Markenauftritt vorgenommen. So kehrte das Unternehmen zum ursprünglichen, komplett in Großbuchstaben geschriebenen „XBOX“-Logo aus dem Jahr 2001 zurück und beendete die Kampagne „This is an Xbox“, die plattformübergreifendes Spielen in den Mittelpunkt stellte.
Darüber hinaus wurde auch die Marketingkampagne eingestellt, die den Kia EV3 mit LGs webOS und Xbox Cloud Gaming präsentierte. Ein „Xbox-Auto“ ist damit vorerst vom Tisch – ein Schritt, den viele Spieler positiv aufgenommen haben.
Aktuell beschäftigt sich Asha Sharma weiterhin mit der Frage, wie Microsoft künftig mit Xbox-Exklusivtiteln umgehen soll. In einem aktuellen Interview mit Bloomberg Tech auf YouTube erklärt sie:
„Wir sind der zweitgrößte Spiele-Publisher der Welt. Um ein erfolgreicher Publisher zu sein, müssen unsere Spiele ein möglichst großes Publikum erreichen. Gleichzeitig entwickeln wir uns immer stärker zu einer Plattform, und dafür braucht man exklusive Inhalte und Dienste. Deshalb prüfen wir dieses Thema sehr genau. Wir müssen bei jedem einzelnen Titel sorgfältig abwägen, wie wir ihn positionieren wollen, und aus vergleichbaren Fällen in der Branche lernen. Genau das tun wir derzeit.“
Ein schwieriges Thema
Laut Sharma ist Exklusivität ein „schwieriges Thema“. Die Xbox-Sparte von Microsoft möchte daher keine übereilte Grundsatzentscheidung treffen. Stattdessen wägt das Unternehmen die Vor- und Nachteile sorgfältig ab: Einerseits können exklusive Spiele ein größeres Publikum erreichen, wenn sie auf mehreren Plattformen erscheinen. Andererseits benötigen Xbox-Konsolen und der Game Pass attraktive Alleinstellungsmerkmale, um Spieler zum Kauf von Hardware oder zu einem Abonnement zu bewegen.
Viele Beobachter gingen zuletzt davon aus, dass Microsoft und Sony die klassischen Konsolenkriege hinter sich gelassen hätten. Inzwischen gibt es jedoch Anzeichen dafür, dass beide Unternehmen Exklusivtitel wieder stärker in den Fokus rücken könnten. So wurde berichtet, dass Sony seine PlayStation-PC-Sparte zurückgefahren haben soll.
Zuvor kursierten zudem Gerüchte, nach denen Halo: Combat Evolved für die PS5 erscheinen könnte – ebenso wie das kommende Reboot von Fable und Gears of War: E-Day. Gleichzeitig wird die Diskussion um Konsolen-Exklusivität zunehmend komplexer und weniger eindeutig. Klare Antworten dürfte es vorerst nur von Spiel zu Spiel geben.















