Xbox-Managerin weigert sich im Hotel einen Bademantel anzuziehen und verlässt daraufhin das Team

Laura Fryer arbeitete im Jahr 2000 unter Seamus Blackley, dem Mitschöpfer der ursprünglichen Xbox-Konsole. Nach dessen Ausscheiden wurde sie Direktorin der Xbox Advanced Technology Group. Obwohl sie als aufstrebender Star galt, kam ihre Karriere nach einem Vorfall auf der Game Developers Conference (GDC) im Jahr 2004 abrupt zum Stillstand.
Fryer teilt ihre persönliche Geschichte in einem YouTube-Podcast, der den ehemaligen Microsoft-Gaming-CEO Phil Spencer würdigt. Sie erklärt, dass „nur eine Handvoll Leute die Geschichte wirklich kennen“, sie jedoch glaube, dass dies der Grund sei, warum sie aus der Xbox-Sparte gedrängt wurde.
Was geschah auf der GDC 2004?
Im Jahr 2004 war Fryer die einzige Frau in einer Führungsposition in ihrem Team. Sie half beim Start von Microsoft XNA, um die Spieleentwicklung für Xbox-Konsolen und mobile Geräte zu unterstützen. Die erfolgreiche Präsentation fand auf der GDC statt, Monate vor der Enthüllung der Xbox 360. Im Anschluss an die Keynote begab sich Fryer zusammen mit einem PR-Vertreter und einem namentlich nicht genannten Führungskandidaten in ein Hotelzimmer, um einige Controller abzuholen. Fryer erinnert sich:
Als Nächstes wurde mir ein Bademantel in die Hand gedrückt und ich wurde aufgefordert, ihn anzuziehen. Ich lachte, als wäre es ein Witz, und verschwand so schnell wie möglich von dort. Aber ich war panisch. Ich dachte kaum weiter darüber nach, bis ich in der nächsten Woche zurückkam und mir plötzlich mitgeteilt wurde, dass ich im Zuge einer Umstrukturierung meinen Job verlieren würde. Ich wurde rausgeworfen und an dem Arbeitsplatz ersetzt, den ich liebte.
Ein Freund, der von dem Vorfall bei der GDC erfahren hatte, wandte sich diesbezüglich an die Personalabteilung. Obwohl ein Zeuge die Details bestätigte, änderte dies nichts am Ergebnis. Nachdem ihre Karriere nicht mehr als erfolgsgekrönt, sondern als belastet galt, war sie gezwungen, sich anderweitig umzusehen.
Fryer rechnet es Phil Spencer hoch an, ihre Karriere gerettet zu haben. Als ein Vorstellungsgespräch bei Bungie nicht wie erwartet verlief, bot er ihr eine Stelle in seinem Microsoft-Publishing-Team an. Unter anderem fungierte Fryer als Executive Producer für die Veröffentlichung von „Gears of War” im Jahr 2006 und unterstützte später Epic Games bei der Entwicklung der „Unreal Engine 4”.
Andere Unternehmen wie das zu Microsoft gehörende Activision Blizzard und Ubisoft sahen sich bereits mit Vorwürfen wegen sexueller Belästigung konfrontiert. Da die Gamer der Zukunft von Xbox ohnehin skeptisch gegenüberstehen, kann sich das Unternehmen ähnliche Skandale nicht leisten.











