Test Samsung Google Nexus S I9020/I9023 Smartphone

J. Simon Leitner , 18.05.2011

Off Topic. Zahlreichen Leseranfragen zufolge wagen wir uns in Neuland vor. Das Samsung Nexus S stellt das erste Smartphone dar, dem wir einen umfangreichen Test widmen. Das „Google-Handy“ kommt bei uns in zwei Varianten auf den Prüfstand: das Nexus S I9023 mit Super Clear LCD und das teurere Nexus S I9020 mit dem vielzitierten Super AMOLED LCD.

Gute Displays sind uns hier in Deutschland wohl generell nicht gegönnt. War das Samsung Nexus S anfangs noch bei zahlreichen Shops auch mit dem teureren AMOLED Display gelistet, findet man das Modell I9020 mittlerweile nur noch vereinzelt in wenigen Shops.

Wäre das Display den Aufpreis von rund 150 Euro überhaupt wert? Wie schlägt sich das Samsung Nexus S im Vergleich zu andern aktuellen Smartphones, allen voran Apples iPhone 4? Was kann Android 2.3 im Vergleich zu den Vorgängern besser? Das und vieles mehr, behandeln wir im folgenden Testbericht.

Gehäuse

Wie wir testen - Gehäuse

Schritt eins zur Inbetriebnahme wäre das Öffnen des Mobiltelefons, um sowohl die SIM-Karte als auch den Akku an ihre Bestimmungsorte zu bekommen. Der Schutzaufkleber an der Geräterückseite instruiert dies und schon ist das Nexus S offen. Als erstes sollte man die SIM-Karte an ihren Platz schieben, dann den Akku. Deckel drauf und ab an die Steckdose mit dem Ding.

Nach dem Einschalten des Smartphones ist dann der Pin fällig. Rund 15 Sekunden dauert der Startvorgang im Auslieferungszustand. Ein Großteil der Zeit wird von einer Animation begleitet, das zu unserem Missfallen den einen oder anderen Ruckler zeigt. Für das Herunterfahren reichen übrigens schon wenige Sekunden. Beim Erststart kommt auch die obligatorische Frage nach der Einrichtung des Google Kontos. Sofern Sie bereits Google Dienste wie Gmail nutzen, ist dies nun von entscheidendem Vorteil, da etwa die Mail-Synchronisation folgend automatisch eingerichtet wird.  Nach dem Einstellen von Datum und Uhrzeit ist es aber soweit, das Abenteuer Smartphone kann beginnen.

iPhone 4 oder Nexus S?
iPhone 4 oder Nexus S?
Welches der Edel-Smartphones...
Welches der Edel-Smartphones...
...ist schließlich obenauf?
...ist schließlich obenauf?

Für den Test steht uns außerdem auch ein iPhone 4 zur Verfügung, das sich in der Variante mit 16GB Speicher in ähnlichen Preisregionen wie das Samsung Google Nexus S I9020 ansiedelt und somit als Vergleichsbasis dient.

Beginnen wir wie gewohnt mit einer gründlichen Untersuchung des Gehäuses. Das iPhone 4 gibt sich schlicht geometrisch und kantig, lässt sich allerdings an keiner Stelle auch nur ansatzweise eindellen. Knarrgeräusche sind damit ausgeschlossen. Hinsichtlich Stabilität lässt sich auch Samsung Nexus S ebenso wenig vorwerfen. Bei der Formensprache setzt man beim Google Nexus S allerdings auf ein rundes und geschmeidiges Äußeres. Samsung geht dabei sogar so weit, ein bisheriges Tabu zu brechen: Selbst das Display erhält beim Google Nexus S eine sanfte Rundung, das gab es bislang noch nicht. Ob diese Maßnahme die Ergonomie des Gerätes positiv beeinflusst, wagen wir zu bezweifeln, ein eindeutiges Erkennungsmerkmal ist es aber auf alle Fälle.

Das Samsung I9020 liegt grundsätzlich sehr angenehm in der Hand. Die wenigen Millimeter Überstand im Vergleich zum iPhone 4 fallen nicht wirklich negativ ins Gewicht. Als besonders angenehm empfinden wir die Auswölbung der Rückseite im Bereich der Touch-Tasten. Dies wirkt sich eindeutig positiv auf das Handling aus, insbesondere bei der Bedienung mit einer Hand, etwa beim Telefonieren.
Dennoch, so gut das Nexus S auch in der Hand liegen mag, ein wirklich hochwertiger Materialeindruck will beim Hantieren mit dem Smartphone einfach nicht aufkommen. Das Gerät ist durch und durch aus Kunststoff gefertigt und das spürt man leider auch sehr deutlich. Hinsichtlich Gewichts schenken die beiden Kontrahenten einander übrigens nicht wirklich etwas: Wir messen 129 Gramm für das I9020 und 140 Gramm für das iPhone.

Ausstattung

Wie wir testen - Gehäuse

Das Samsung Google Nexus S I9020 verfügt über zwei Anschlüsse direkt am Gerät. Dabei handelt es sich zum einen um einen Audio-Kombianschluss (Headset, 4-polig) sowie um einen Micro USB (TypB)-Port der sowohl zum Aufladen des Gerätes als auch zur Verbindung per USB mit einem PC genutzt wird. Entfernt man die rückseitige Schale, erlangt man Zugang zum Akku und zum Sim-Slot. Während Apples iPhone eine Micro-Sim voraussetzt, schluckt das Samsung Nexus S auch das Standardformat. Was wir beim Samsung Smartphone als auch beim Apple Gegenspieler vermissen: Einen MicroSD Kartenslot, mit dem der integrierte Telefonspeicher aufgerüstet werden kann.

Mit dem Docking-Connector...
...bzw. Micro USB-Port...
...werden beide Smartphones geladen bzw. synchronisiert.

Kommunikation

An nichts fehlen soll es dem Inhaber des Samsung Google Nexus S. Das Smartphone unterstützt Quadband GSM: 850, 900, 1800, 1900 MHz und  Triband HSPA: 900, 2100, 1700 MHz – und ist damit für den nahezu weltweiten Einsatz bestens gerüstet. Die maximalen Datenübertragungsraten betragen bei HSDPA bis zu 7,2 Mbit/s und HSUPA bis zu 5,76 Mbit/s. Nicht dabei: HSPA+. Hinzu kommt WLAN (802.11n/b/g) Support als auch Bluetooth 2.1 + EDR. GPS wird ebenso unterstützt.

Als eines weniger Smartphones verfügt das Google Nexus S I9020 auch über einen integrierten Chip zur Nahfeldkommunikation (NFC). Diese Technik kann zum kontaktlosen Datenaustausch über kurze Strecken genutzt werden und findet in der Praxis etwa bei Bezahlsystemen Anwendung (diverse Versuchsprojekte bei der DB, ÖBB,…). Ob sich diese Technik in Zukunft auf breiter Front durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.

Kamera

Samsung stattet das Nexus S mit einer 5 Megapixel Kamera aus. Die maximale Auflösung für Bilder wird mit 2560x1920 Pixel angegeben, für Videos beträgt diese 720x480 Pixel. Die Rede ist hier natürlich von der Rear-Cam, sprich nicht der Frontcam die das eigene Antlitz für Videokonferenzen aufnehmen soll. Diese löst vergleichsweise gering mit 640x480 Pixel auf. Der größere Bruder an der Rückseite verfügt außerdem noch über Autofokus und eine LED die in dunklen Umgebungen etwas helfen soll. Videoaufzeichnung wird in den Standards H.264 und H.263 MPEG vorgenommen.

Nexus S
iPhone 4

Dass die Cam durchaus brauchbare Fotos macht und mit der Qualität diverser günstiger Kompaktkameras mithalten kann, dass durfte das Samsung Google Nexus S bei einem kurzem Trip nach Rom eindrucksvoll unter Beweis stellen. Folgend einige Impressionen von der kurzen Reise.

Auffallend bei den Fotos ist vor allem die Schwäche bei schlechten Lichtverhältnissen. Bei Sonnenschein können die Bilder hingegen mit guter Tiefenschärfe und satten Farben überzeugen. Etwas unangenehm im Film- und Foto-Test empfanden wir den Auslöser am Touch Display. Dieser ist teils nur umständlich zu treffen. In der Eifer des Gefechtes erwischten wir mehrmals den Standby-Button an der Seitenkante beim Anvisieren unseres Motivs. Besonders nervig wenn nach einem erneuten Starten der Kamera-App das gewünschte Motiv dann nicht mehr zur Verfügung steht. 

Die Anfälligkeit hinsichtlich zu geringer Umgebungshelligkeit zeigt auch der Film-Modus. Bei sehr lautem Umgebungslärm ist das integrierte Micro ebenso völlig überfordert.

Zubehör

Im kompakten Karton (der vom I9023 ist etwas kleiner) findet man neben dem Gerät selbst noch ein USB-Daten-/Ladekabel, den Akku, ein Headset und das obligate Netzladegerät. Smartphone Neulinge könnten sich an der fehlenden Doku bzw. „erste Schritte“ ärgern, Technik-Liebhaber können darauf gerne verzichten.

Samsung listet für das Nexus S diverses Zubehör wie etwa ein Desktop Dock, eine Halterung für das Auto oder einen Ladestand. Erste Schutzhüllen für das Smartphone finden man ebenso bereits, etwa bei Amazon.

Eingabegeräte

Wie wir testen - Eingabegeräte

Touchscreen

Als waschechtes Android-Smartphone (Version 2.3) hat sich das Samsung I9020/I9023 ganz der Eingabe über das große 4-Zoll (10.2 Zentimeter Diagonale) Touchdisplay verschrieben. Das Display ist damit um 0.5-Zoll bzw. 1.3 Zentimeter größer als das Retina Display im iPhone 4. 

Was die Bedienung betrifft, spielt neben der verwendeten Touch-Technologie vor allem auch die entsprechende Software eine wichtige Rolle wenn es um das Ansprechverhalten geht. Hatten in diesem Punkt die ersten Android-Versionen noch so ihre Probleme, kann man spätestens seit Version 2.2 von einem nahezu flüssigen möglichen Betrieb sprechen. Das Samsung Google Nexus S macht seinem Namen in dieser Hinsicht alle Ehre und kommt als eines der ersten Smartphones mit der aktuellsten Ausgabe des Google-Betriebssystems in der Revision 2.3 alias Gingerbread.

Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Das Ansprechverhalten des Displays auf Touch-Eingaben empfanden wir im Laufe unserer Tests stets als geschmeidig. Mehrmaliges Antippen war kaum nötig und die gezeigten Menüs ließen sich durchwegs schön flüssig durchrollen.

Touch- Buttons

Typisch Android verfügt das Google Nexus S auch über die vier Touch-Buttons außerhalb des Displaybereiches (Zurück, Einstellungen, Suche, Home). Damit lassen sich in den meisten Apps die wichtigsten Optionen steuern. Mit ihrem Ansprechverhalten waren wir im Test nicht immer ganz zufrieden. Oft musste mehrmals angetippt werden, um die gewünschte Funktion auszulösen. Man sollte die dezent beleuchteten Symbole schon sehr genau treffen, um diesen Störfaktor in Grenzen zu halten.

An Hardware-Tastern findet man lediglich zwei Eingabeoptionen am Gerät. Eine Tastenwippe dient zur Lautstärkeregelung von Klingelton und Audiolautstärke, gegenüber wurde der On/Off Button positioniert. Eine eigene Taste als Auslöser für die Kamera wäre angesichts ihrer guten Bildqualität durchwegs von Vorteil gewesen.

Virtuelle Tastatur

Virtuelle Tastatur am Nexus S...
Virtuelle Tastatur am Nexus S...
...vs. dem Pendant am iPhone 4.
...vs. dem Pendant am iPhone 4.

Für die Eingabe von Texten steht eine Bildschirmtastatur zur Verfügung. Insbesondere im Querformat lässt sich dank des großen Displays eine durchaus vertretbare Texteingabe umsetzen. Die einzelnen Tasten weisen dabei eine Größe von 8x5 Millimetern auf. Das integrierte Wörterbuch hilft insbesondere beim Verfassen von Texten, etwa Mails, und kann dort die Texteingabe erheblich beschleunigen. Schön gelöst wurde das punktgenaue Setzen des Cursors, etwa bei einer notwendigen Korrektur. Ein Fingertipp auf den Text lässt einen größeren Pfeil erscheinen, mit Hilfe dessen schließlich der Cursor platziert werden kann.

Als Geduldprobe stellte sich in der Hitze des Gefechtes die Kopierfunktion (die eigentlich im Zuge von Android 2.3 erheblich verbnessert worden sein soll), etwa einer Telefonnummer in einem Mail (via Gmail-App), heraus. Erst nach einiger Zeit rangen wir uns in die Untiefen des Menüs durch (Einstellungen-TouchButton, Mehr, Text Auswählen).
Ansonsten wären bei der virtuellen Tastatur noch die hier ebenso fehlenden Pfeiltasten zu erwähnen, die allerdings in den meisten Fällen gut verdaut werden können. 

Display

Wie wir testen - Display

Super Clear (links) vs. Amoled (rechts)
Super Clear (links) vs. Amoled (rechts)
Amoled vs. Retina Display (iPhone 4)
Amoled vs. Retina Display (iPhone 4)

Wie eingangs bereits berichtet: Zwei Displayvarianten sind bzw. waren für das Samsung Google Nexus S bisweilen verfügbar. In der Modellvariante I9020 verbaut Samsung ein vielzitiertes AMOLED-Display, das sich durch eine besondere Bildqualität auszeichnen soll, während unter dem Kürzel I9023 ein so genanntes Super-Clear Display zum Einsatz kommt. Preislich liegen die beiden Lösungen rund 150 Euro voneinander entfernt.

Die Auflösung beträgt bei beiden Varianten 480x800 Pixel und ist damit ident mit vielen anderen aktuellen Smartphones. Apples iPhone 4 legt mit 960x640 hier doch deutlich nach, was man an der Bildqualität durchaus auch mit freiem Auge erkennen kann. Am Auffallendsten ist die höhere Auflösung beim Surfen, wo viele Websites selbst ohne Zoom lesbar bleiben. Die dargestellte Schrift ist dann zwar sehr klein aber gestochen scharf. Dies trägt gerade auf dem kleinen Display sehr positiv zur Übersicht beim Surfen bei.

Um abwiegen zu können ob sich diese nicht unerhebliche Investition in das teure Display lohnt, haben wir uns beide Varianten genauer angesehen. Beginnen wir mit der Super-Clear Varainate. Maximal leuchtet das Display im zentralen Bildbereich mit hohen 434 cd/m². Die Ausleuchtung beträgt ebenso gute 88%.  Die Messung des Schwarzwertes bringt gute 0.47 cd/m² zu Tage, womit der maximal mögliche Kontrast bei überaus hohen 923:1 zu liegen kommt. Zusammen also ziemlich gute Resultate für die günstigere Lösung (ab 350 Euro, ohne Vertrag).

426
cd/m²
429
cd/m²
381
cd/m²
415
cd/m²
434
cd/m²
394
cd/m²
430
cd/m²
425
cd/m²
397
cd/m²
Ausleuchtung des Bildschirms
Infos
Gossen Mavo-Monitor
Maximal: 434 cd/m²
Durchschnitt: 414.6 cd/m²
Ausleuchtung: 88 %
Schwarzwert: 0.47 cd/m²
Kontrast: 923:1

Was macht nun das AMOLED Display im Vergleich? Wir messen abermals die maximale Displayhelligkeit im zentralen Bildschirmbereich. Und siehe da, mit 291 cd/m² liegt das eigentlich höherwertige Display hinter der günstigeren Alternative zurück. Zweites Kriterium, Ausleuchtung: Hier punktet das Panel mit 94%. Kommen wir zur Messung von Schwarz. Unser Gossen Mavo Monitor zeigt 0.0 cd/m². Ist das möglich? Die Sichtüberprüfung bestätigt allerdings: Direkt nebeneinander wirkt dargestelltes Schwarz am Super-Clear Display beinahe hell stahlend, während man bei AMOLED Display eher das Gefühlt hat das Display sei in den schwarzen Bereichen komplett deaktiviert. Der maximale Kontrast? Nun, der wäre mathematisch gesehen unendlich hoch.

286
cd/m²
287
cd/m²
299
cd/m²
292
cd/m²
291
cd/m²
300
cd/m²
293
cd/m²
293
cd/m²
304
cd/m²
Ausleuchtung des Bildschirms
Infos
Gossen Mavo-Monitor
Maximal: 304 cd/m²
Durchschnitt: 293.9 cd/m²
Ausleuchtung: 94 %
Schwarzwert: 0.0 cd/m²
Kontrast: ∞:1

Vergleichen wir das dargestellte Bild beider Modelle. Im Freien bei besonders hellem Umgebungslicht (Sonnenschein) schenken sich die beiden Displayvarianten nicht wirklich etwas. Zu störenden Spiegelungen kann es bei beiden Displays kommen, daran ändert auch das etwas hellere Super Clear Display nichts.
Deutlichere Unterschiede sind dann aber in abgedunkelter Umgebung zu erkennen. Das AMOLED-Display wirkt etwas blaustichig, insbesondere bei schrägen Blickwinkeln. Dies lässt sich nicht nur im Vergleich mit dem Super-Clear Bildschirm sondern auch im Vergleich mit Apples iPhone 4 beobachten, das eher vergleichbar mit dem Super-Clear Display ist. Die Blickwinkelstabilität an sich fällt bei allen Testkandidaten hervorragend aus.

SuperClear LCD vs. AMOLED (jeweils unten/rechts)
AMOLED (jeweils oben/links) vs. Retina Display

Alles in allem sind wir abschließend der Meinung, dass das AMOLED Display nicht unbedingt zur Pflichtausstattung des Google Nexus S gehört. Der Preis für das Smartphone sinkt damit doch deutlich und der Vorteil zu Apples iPhone hinsichtlich Preis/Leistung verbessert sich spürbar. Dennoch, aufgrund der feineren Auflösung hat das iPhone 4 im Vergleich mit dem AMOLED-Panel insgesamt trotzdem die Nase voran.

Auch wenn erste Dual-Core Smartphones bereits die Werbetrommel rühren, gehören die Singlecore Prozessoren auf ARM-Basis nach wie vor zu den am häufigsten eingesetzten Rechenkernen. Samsung setzt auf einen 1GHz Cortex A8 Prozessor, der auch auf den Codenamen „Hummingbird“ hört. Dies ist etwa der selbe Chip, wie er auch im Samsung Wave II und zahlreichen anderen Smartphones (Galaxy S) zur Anwendung kommt.

Da sich komplexe Berechnungen bei denen nur die nackte CPU-Performance zählt auf einem Smartphone eher in Grenzen halten, zählt für den User vor allem die subjektive erlebte Geschwindigkeit des Smartphones, zu dem auch das Ansprechverhalten des Displays einen wesentlichen Beitrag leistet. Subjektiv gab sich das Samsung Google Nexus S zu jeder Zeit flott und annähernd ruckelfrei. Dafür ist aber nicht nur der Prozessor samt Grafikeinheit und Arbeitsspeicher verantwortlich, vielmehr kommt es auf die verwendete Software an, und was diese aus der zur Verfügung stehenden Hardware macht. Mit der aktuellsten Ausgabe von Android in der Version 2.3 hat das Google Nexus S hier beste Voraussetzungen.

Eine Möglichkeit die Performance des installierten Browers (der mittlerweile auch uneingeschränkt Flash beherrscht) objektiv zu vergleichen bieten einige Browser-Benchmarks. Im Google V8 Benchmarktest erreicht das Nexus S 237 Punkte und kann damit das iPhone 4 und auch das Samsung Wave II (selbe CPU, Bada OS) deutlich überholen. In diesem Benchmark fällt wenig überraschend allgemein das gute Abschneiden von Android-basierenden Devices auf.
Im Peacekeeper Benchmark von Futuremark setzt sich das Nexus S I9020 mit 528 Punkten abermals vor das iPhone 4 von Apple. Deutlich voran: Das Motorolla Xoom mit Android 3.0 und Tegra 2 Dualcore CPU.
Schließlich steht uns noch der Sunspider Benchmark zur Verfügung. Mit 6284 Millisekunden unterbietet das Google Nexus S Smartphone abermals das iPhone 4 und bleibt wiederum hinter dem Xoom sowie dem iPad 2 zurück.

Bedienung

Mit Googles aktuellem Android 2.3 hat man nicht nur hinsichtlich Performance gute Karten, auch bei der Bedienung darf man den aktuellsten Stand auskosten. Bei der Oberfläche erwartet den User Android pur. Spuren vom Hersteller, wie bei anderen Smartphones  oft zu finden, sucht man beim Nexus S vergeblich. Insgesamt fünf Homescreens stehen an, um vom Benutzer mit Verknüpfungen und Widgets gefüllt zu werden. Auf jeden Screen im unteren Bereich sind die drei Standard-Schaltflächen zu finden, mit denen die Telefonfunktion, das Programmverzeichnis und der Browser direkt gestartet werden können.
Das Programmverzeichnis ist bereits im Auslieferungszustand mit zahlreichen Apps gut gefüllt. Im Stile des StarWars-Vorspanns schieben sich die einzelnen Icons nach hinten bzw. vorne – stets geschmeidig und flüssig wie wir im Laufe unseres Test beobachten konnten. Folgend einige der vorinstallierten Anwendungen im Detail.

Der Automodus blendet etwa sechs einfach zu treffende Funktionen am Display ein (Navigieren, Telefon, Zielsuche, Kontakte, Musik,…), um neben dem Fahren nicht lange nach diesen suchen zu müssen. Dieser Modus ist offenbar speziell für die Verwendung des Telefons als Navi im Auto gedacht. Schade in dieser Hinsicht finden wir allerdings, dass etwa beim Wechsel auf die Telefonfunktion die Ausrichtung vom Querformat auf Hochformat gekippt wird, selbiges bei den Kontakten. Sollte man dies im fixierten Navigationseinsatz benötigen heißt es entweder Kopfverdrehen oder Querdenken…

Kommen wir damit gleich zu einer weiteren Funktion, der Navigation. Dank Google Navigation verfügt das Samsung Galaxy Nexus S bereits über eine kostenlose vorinstallierte und durchaus brauchbare Navigationssoftware. Die Funktionalität geht dabei weit über das bekannte Google Maps hinaus. So werden etwa Wege auch akustisch angesagt und die Ansicht aus der Perspektive erleichtert das schnelle erfassen der Planumgebung.
Im Test konnte Google Navigation durchwegs überzeugen. Die Position wurde stets sehr genau auf circa 2-3m während der Autofahrt erfasst. Probleme gab es vereinzelt mit Einbahnen bzw. Fahrverboten auf einzelnen Straßenabschnitten. Diesbezüglich könnten kostenpflichtige Programme durchaus von Vorteil sein. Ans Ziel kommt man allerdings auch mit dem installierten Google Navigation, früher oder später. Acht geben heißt es im Ausland - Stichwort Roaming - da Google Maps/Navigation auf ständigen Datentransfer angewiesen ist

Sofern man bereits Nutzer von diversen Google-Services wie Mail, Kalender,… usw. ist, darf man sich ebenso über die gewährleistete Kompatibilität freuen. Bereits beim ersten Start des Gerätes kann man seine entsprechenden Daten eingeben und das Smartphone synchronisiert sich in Folge selbstständig. Google Mail als auch Kalender sind auf dem vergleichsweise großen Display durchaus gut zu bedienen.

Gewichtiges Argument für aktuelle Smartphones auf Android-Basis ist schließlich der prall gefüllte Android Market. Hier können Apps verschiedenster Kategorien heruntergeladen werden und damit das Smartphone auf die individuellen Bedürfnisse perfekt angepasst werden. Dabei sind sehr viele Programme kostenlos verfügbar, wobei man hier in den meisten Fällen entweder mit etwas abgespeckten Versionen oder mit kleinen Werbeeinschaltungen rechnen muss.

Das Nexus S taugt natürlich auch als „iPod“, sprich kann mit Audio und Videomaterial gefüttert werden und somit unterwegs für Unterhaltung sorgen. Interessant fanden wir, das selbst ohne angeschlossene Kopfhörer die Qualität und Lautstärke der Audioausgabe durchwegs in Ordnung geht. Sofern Sie die ihn der Straßenbahn mitfahrenden Gäste nicht zwangsbeschallen wollen, empfiehlt sich das mitgelieferte Headset, dessen In-Ear Kopfhörer einen sehr guten Sitz im Ohr zeigten. Auch hinsichtlich Klang gehen die Kopfhörer in Ordnung, allerdings nur sofern man diese so tief wie möglich in den Gehörgang schiebt. Wenn ihnen das nicht zusagt, können natürlich auch herkömmliche Kopfhörer mit 3.5mm Klinkenstecker verwendet werden.

Akkulaufzeit

Wie wir testen - Akkulaufzeit

Die Herstellerangaben hinsichtlich der möglichen Akkulaufzeit hören sich wie gewohnt sehr vielversprechend an: Bis zu 6.7 Stunden Gesprächszeit in 3G Netzen und bis zu 18 Tage Standby. In der Praxis heißt es allerdings jeden Abend ab ans Netz, ansonsten könnte es am Folgetag eine böse Überraschung geben. Im Mix aus Standby, Internet Recherche, Gaming, etwas Navigation und einigen Telefonaten zeigt die Ladeanzeige am Abend nach einem langen Arbeitstag schon mal 30% oder weniger. Mit bewusstem Energiesparen (eigentlich war das vergessene USB-Kabel bzw. Ladegerät daran schuld) schafften wir es gezwungener Maßen auch zwei Arbeitstage im Ausland zu überbrücken. Zu Verdanken war dies aber den horrenden Roaming Gebühren, die uns die intensive Verwendung des Nexus S nicht gerade schmackhaft machten.

Im standardisierten Readers Test (minimale Displayhelligkeit, kein Timeout, wiederholtes Laden einer Text-HTML-Seite im Minutentakt) hielt das Nexus S 5 Stunden und 35 Minuten durch. Unter Last verschärft sich die Situation dramatisch: Mittels des Games Dungeon Defenders forderten wir das Smartphone und protokollieren dabei den Akkustand. Bei maximaler Displayhelligkeit war in diesem Betriebszustand nach 152 Minuten Schluss und der Akku geleert. Reduziert man die Displayhelligkeit auf das Minimum kann etwa eine Stunde mehr herausgeholt werden: 214 Minuten.

Akkulaufzeit
Idle (ohne WLAN, min Helligkeit)
5h 35min
Last (volle Helligkeit)
2h 32min

Fazit

Wie wir testen - Fazit

Samsung Google Nexus S I9020/I9023
Samsung Google Nexus S I9020/I9023

Ohne Zweifel, beim Samsung Google Nexus S I9020 handelt es sich um ein attraktives Smartphone, das mittlerweile vor allem durch den stark gesunkenen Verkaufspreis sein Preis/Leistung Verhältnis entsprechend verbessern konnte.

Mit dem konkaven Design strebt das Nexus S nach Individualität, hinsichtlich technischer Ausstattung erwartet den Käufer aber nichts Neues, von revolutionärer Technik mal ganz abgesehen. Einzig das integrierte NFC (Nahfeldkommunikation) ist bislang nur in wenigen Smartphones zu finden, in wiefern sich diese Technologie in Zukunft auf breiter Basis durchsetzen wird muss aber ohnehin noch abgewartet werden.

Kritik muss das Device in Punkto Materialeindruck einstecken. Selbst viele deutlich günstigere Smartphones können das Nexus S hinsichtlich Haptik und Wertigkeit in die Tasche stecken. Angesichts des insgesamt eher hohen Preises für das Gerät wiegt dies besonders stark. Dass in dem Gerät kein MicroSD-Kartenslot verbaut ist, verschärft diese Problematik zusätzlich.

Dennoch, Google bzw. Samsung schneidert mit dem Nexus S ein durchwegs attraktives Paket, dessen Stärken im Softwaresupport hinsichtlich kommender Android-Versionen, dem großen und eingabefreundlichen Display als auch in der hervorragenden Kamera liegen, mit der man auf eine zusätzliche kompakte Digitalkamera gerne verzichten kann.

Zur Verfügung gestellt von ...

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Im Test: Samsung Google Nexus S I9020/I9023, zur Verfügung gestellt von:
Im Test:  Samsung Google Nexus S I9020

Datenblatt

Samsung Google Nexus S I9020

:: Prozessor
:: Speicher
512 MB
:: Grafikkarte
PowerVR SGX540, Kerntakt: 200 MHz
:: Bildschirm
4 Zoll , 800x480 Pixel, Super Clear LCD / AMOLED, spiegelnd: ja
:: Festplatte
16 GB iNAND Flash, 16 GB
:: Anschlüsse
Audio Anschlüsse: Headset Anschluss, Micro USB
:: Netzwerkverbindungen
802.11 b/g/n (b g n ), Bluetooth 2.1 + EDR Bluetooth, HSPA-Typ: HSDPA (bis zu 7,2 Mbit/s) HSUPA (bis zu 5,76 Mbit/s)
:: Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe (in mm): 11.5 x 125 x 63
:: Gewicht
0.129 kg Netzteil: 0.036 kg
:: Akku
Lithium-Ion, 1500 mAh
:: Preis
350 Euro
:: Betriebssystem
Android 2.3
:: Sonstiges
Webcam: Frontcam: VGA (640 x 480 Pixel), Rearcam: 5 Megapixel (2560 x 1920 Pixel), USB-Verbindungskabel, Ladegerät, Headset, 12 Monate Garantie

 

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Pricerunner n.a.

Pro

+Attraktives Design
+Sehr gutes Display (Amoled und SuperClear)
+Aktuellste Software
+Schnelles Benutzerinterface
+Brauchbare Kamera
+integriertes NFC
 

Contra

-Mäßiger Materialeindruck
-Kein MicroSD-Slot

Shortcut

Was uns gefällt

Das gute Gefühl/Hoffnung auch in einigen Monaten/Jahren? Softwaretechnisch noch up-to-date zu sein.

Was wir vermissen

Den ablesbaren Anspruch darauf zur absoluten Oberklasse zu gehören. Dafür bedarf es einer DualCore-CPU und in jedem Fall eines wertigeren Gehäuses.

Was uns verblüfft

Das konkave Display. Über den Nutzen lässt sich streiten, den Will-Haben-Faktor erhöht es auf jeden Fall.

Die Konkurrenz

Am nächsten ist dem Nexus S wohl Samsungs Galaxy S. Mit Dual-Core CPU und neuem Desgn steht außerdem auch bereits das Galaxy S2 in den Verkaufsregalen. Apples iPhone 4 spielt ebenso in einer ähnlichen Liga. Spannend: Erste Gerüchte um das kommende iPhone 5.

Bewertung

Samsung Google Nexus S I9020
18.05.2011 v2
J. Simon Leitner

Gehäuse
80%
Tastatur
86%
Pointing Device
86%
Konnektivität
35%
Gewicht
100%
Akkulaufzeit
84%
Display
95%
Leistung Spiele
15%
Leistung Anwendungen
30%
Temperatur
90%
Lautstärke
100%
Auf- / Abwertung
88%
Durchschnitt
74%
86%
Smartphone *
gewichteter Durchschnitt

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Autor: J. Simon Leitner (Update: 11.02.2014)