Audi, BMW und Mercedes fehlen: Diese E-Autos dominieren Europas Top 10

Tesla räumt im europäischen E-Auto-Ranking gleich die ersten beiden Plätze ab. Das Model Y kommt im September auf satte 39.141 Neuzulassungen, das Model 3 folgt mit 22.805. Für VW dürfte der Blick auf die Tabelle wehtun: Renault schiebt gleich zwei Modelle vor die gemeinsam gewerteten ID.4 und ID.5. Und Audi, BMW und Mercedes? Die fehlen in den Top 10 gleich komplett. Grundlage ist die von EY veröffentlichte Rangliste für 15 europäische Märkte. ACEA hatte zuvor bereits über den Verbrenner-Absturz in der EU berichtet und festgestellt, dass Hybride inzwischen deutlich gefragter als reine Benziner und Diesel sind.
Renault vor VW: ID.4 und ID.5 landen gemeinsam auf Platz 7
Hinter den beiden Tesla-Modellen folgen der Skoda Elroq mit 10.845 Neuzulassungen auf Rang drei und der Skoda Enyaq mit 8.691 auf Rang vier. Damit liegen gleich zwei Modelle der Volkswagen-Tochter Skoda vor den übrigen Modellen des Konzerns.
Auf den Plätzen fünf und sechs stehen der Renault 5 und der Renault Twingo. Erst dahinter folgt der VW ID.4 beziehungsweise ID.5, die EY gemeinsam auf Rang sieben führt. Das Duo kommt zusammen auf 6.533 Neuzulassungen. Kia erreicht mit dem EV3 und EV2 die Plätze acht und neun, der Volvo EX30 komplettiert die Top 10.
Die Rangliste liefert damit gleich mehrere bemerkenswerte Kontraste: Tesla belegt die ersten beiden Plätze, Skoda stellt die beiden nächstplatzierten Modelle und Renault landet mit zwei Elektroautos vor den gemeinsam gewerteten VW-SUVs. Audi, BMW und Mercedes sind in den Top 10 nicht vertreten. Insgesamt entfallen nur drei Einträge auf Modelle deutscher Autokonzerne: Skoda Elroq, Skoda Enyaq und VW ID.4/ID.5.

E-Autos erreichen in der EU einen Rekordanteil
Auch der gesamte EU-Markt entwickelte sich im September deutlich zugunsten batterieelektrischer Autos. Laut EY wurden 290.117 neue Elektroautos zugelassen, 73 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der Marktanteil reiner Elektroautos stieg um 11 Prozentpunkte auf den Rekordwert von 29,9 Prozent. Der gesamte EU-Neuwagenmarkt legte dagegen um 9,3 Prozent zu.
Plug-in-Hybride verzeichneten ein Plus von 12 Prozent. Alle übrigen Antriebsarten kamen zusammengenommen auf einen Rückgang von 8 Prozent. Besonders deutlich verloren Benziner mit minus 23 Prozent und Dieselautos mit minus 30 Prozent.
Die Zahlen zeigen, wie stark sich der Neuwagenmarkt in Richtung elektrischer Antriebe verschiebt. Allerdings beziehen sich die 290.117 Elektroautos und der Marktanteil von 29,9 Prozent auf die EU. Die Modellrangliste umfasst dagegen 15 europäische Märkte und ist deshalb geografisch nicht deckungsgleich.
Chinesische Autobauer legen um 76 Prozent zu
Neben Tesla und den europäischen Marken gewinnen chinesische Hersteller weiter an Gewicht. Ihre Verkäufe in der EU stiegen im September laut EY um 76 Prozent. Chinesische Autobauer machen in Europa mächtig Boden gut: Ihr Marktanteil in der EU springt von 7,3 auf 11,7 Prozent. Besonders irre sind die Zuwächse bei Leapmotor und Chery: Leapmotor legt um satte 256 Prozent zu, Chery sogar um 224 Prozent. Da kommt ordentlich Bewegung in den Markt! BYD steigerte seine Verkäufe um 111 Prozent. Die Zuwächse beziehen sich auf den Vorjahresvergleich im September.
Deutsche Automobilhersteller entwickelten sich im selben Zeitraum schwächer als der Gesamtmarkt. Ihre Verkäufe in der EU sanken laut EY um 2,1 Prozent, während der Markt insgesamt um 9,3 Prozent wuchs. Der gemeinsame Marktanteil deutscher Hersteller fiel von 39,7 auf 35,6 Prozent. Beim Volkswagen-Konzern ging der Marktanteil um 3,3 Prozentpunkte zurück.

EY sieht auch Risiken beim E-Auto-Boom
EY-Experte Constantin M. Gall warnt zugleich davor, das Wachstum als dauerhaft gesichert anzusehen. Der Markt wachse teilweise auf Kredit, so seine Einschätzung: Wenn Förderprogramme auslaufen, könnten die Zulassungen wieder nachgeben. Für Hersteller entstehe damit ein schwieriger Spagat zwischen dem Ausbau ihrer Produktionskapazitäten und der Unsicherheit über die weitere Nachfrage.
Unterm Strich läuft es für die deutschen Autobauer gerade alles andere als rund: E-Autos legen in der EU deutlich stärker zu als der Gesamtmarkt, chinesische Hersteller greifen sich immer größere Marktanteile und VW, BMW und Mercedes können bei diesem Tempo nicht mithalten. Besonders bitter: Im E-Auto-Ranking für 15 europäische Märkte fehlen Audi, BMW und Mercedes in den Top 10 gleich komplett. Während Tesla vorneweg fährt und Renault VW hinter sich lässt, müssen sich die deutschen Platzhirsche warm anziehen.
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