Angriff auf Audi: Händler bringt verbotene China-Stromer extrem günstig nach Deutschland

Audi hat die beiden Elektroautos gemeinsam mit dem chinesischen Partner Saic für den lokalen Markt entwickelt. Sie gehören zur neuen eigenständigen Audi-Marke, die bewusst auf die traditionellen 4 Ringe verzichtet. Technisch setzen Audi E5 Sportback und E7X auf die Advanced Digitized Platform, sowie moderne 800- und 900-Volt-Systeme für E-Autos.
Eigentlich sind die China-Audis nicht für Europa vorgesehen. Das hält den unabhängigen Importeur Auto China allerdings nicht davon ab, die Elektro-Audis nach Deutschland zu bringen. Die elektrischen Audi-Modelle werden für den deutschen Straßenverkehr homologiert und anschließend hierzulande angeboten.
776 PS für 28.000 Euro weniger
Besonders auffällig ist der Preisvergleich beim Audi E5 Sportback. Der China-Stromer besitzt einen 100-kWh-Akku und kommt auf bis zu 776 PS. Nach Angaben des Importeurs ist das Modell inklusive der Kosten für den Import rund 28.000 Euro günstiger als ein deutscher Audi S6 Sportback e-tron. Der S6 Sportback e-tron verfügt ebenfalls über eine 100-kWh-Batterie, kommt aber lediglich auf 543 PS. Der China-Audi bietet damit nicht nur deutlich mehr Leistung, sondern soll gleichzeitig erheblich weniger kosten.
Auch beim SUV ergibt sich ein ähnliches Bild. Der importierte Audi E7X ist inklusive Mehrwertsteuer ab rund 86.800 Euro erhältlich. Ein Audi SQ6 e-tron startet in Deutschland dagegen erst bei 93.800 Euro. Der SQ6 ist zudem kleiner und verzichtet auf die Lidar-Technik des chinesischen Modells.
Die technischen Unterschiede machen den Grauimport zusätzlich interessant. E5 Sportback und E7X verfügen über große Displays sowie umfangreiche Fahrerassistenzsysteme mit Lidar und insgesamt elf Kameras. Der E5 Sportback wurde in China zudem zum Auto des Jahres 2026 gewählt.
Audi warnt vor China-Technik
Der Preisvorteil komme allerdings nicht ohne Risiken, so ein Audi-Sprecher und weist darauf hin, dass die Fahrzeuge tief in das chinesische digitale Ökosystem integriert sind. Auch die Fahrerassistenzsysteme seien speziell für die Bedingungen auf chinesischen Straßen entwickelt worden. Ob sie in Deutschland beziehungsweise Europa uneingeschränkt funktionieren würden, sei daher eine offene Frage, so die Ingolstädter.
Hinzu komme die Ersatzteilversorgung. Bei einem Auto, das offiziell nicht für den europäischen Markt vorgesehen ist, könne bereits ein einfacher Defekt zum Problem werden. Auch die langfristige Unterstützung durch Hersteller und Werkstätten sei nicht mit einem regulär in Deutschland verkauften Audi vergleichbar.
VW ließ importierte ID.6 zerstören
Wie riskant Grauimporte chinesischer Autos aus dem Volkswagen-Konzern sein können, zeigt ein Fall aus dem Jahr 2023. Damals hatte ein Autohändler rund 20 Autos des ausschließlich für China produzierten VW ID.6 nach Deutschland importiert.
Volkswagen ging juristisch gegen den VW-Import vor und erreichte einen Verkaufsstopp. Die bereits importierten VWs wurden letztlich sogar zerstört. Der Fall zeigt, dass ein vermeintliches Schnäppchen aus China für Käufer im schlimmsten Fall zum finanziellen Desaster werden kann.
Auch Ansgar Klein, Präsident des Bundesverbandes freier Kfz-Händler, warnt deshalb vor solchen Importen. Selbst wenn ein Auto individuell homologiert und zugelassen werden kann, bleibe für Käufer ein erhebliches Risiko.
Der Audi E5 Sportback und der E7X zeigen damit ein ungewöhnliches Problem für Audi auf: Die Automarke bekommt Konkurrenz aus China, diesmal allerdings aus den eigenen Reihen. Die für den chinesischen Markt entwickelten Elektroautos bieten mehr Leistung und teilweise mehr Technik als vergleichbare deutsche E-Auto-Modelle und sind über den Grauimport trotzdem deutlich günstiger zu bekommen.
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