Spritpreis-Schock: Elektroauto wird für Autofahrer zur Kostenbremse

Die ständig schwankenden und vor allem extrem hohen Spritpreise an der Zapfsäule bringen offenbar so manchen Autofahrer eines Verbrenners zum Grübeln. Das untermauert eine Befragung unter 1.000 Carwow-Nutzern. Die Wucherpreise beim Tanken verpuffen inzwischen nicht mehr als kurzes Ärgernis, sondern dürften sich direkt bei der Auswahl des nächsten Autos niederschlagen. Ganze 87 Prozent geben an, die Spritpreise künftig fest einzukalkulieren. Für 61,1 Prozent entscheiden die Zahlen an der Zapfsäule sogar ganz direkt über das nächste Automodell.
Demnach setzen 61,9 Prozent der Befragten auf der Suche nach einem Ausweg aus dem Spritpreis-Horror auf den Wechsel zum E-Auto, um teure Überraschungen beim Tanken komplett zu vermeiden. Fast 60 Prozent planen bereits konkret, beim nächsten Mal ein deutlich sparsameres oder teilelektrisches Auto anzuschaffen.
Damit dreht sich die Motivation beim E-Auto-Kauf spürbar. Statt Umweltaspekten oder staatlichen Prämien stehen für viele inzwischen auch vor allem der Geldbeutel und die laufenden Betriebskosten fürs Auto im Mittelpunkt. Das Elektroauto gilt nicht mehr nur als "saubere Alternative", sondern als wirtschaftlicher Schutzschild gegen die ständig schwankenden und "unkalkulierbaren" Benzin- und Dieselpreise.

Und die Frustschwelle der deutschen Autofahrer sitzt offensichtlich tief: 44 Prozent der Befragten kalkulieren die hohen Treibstoffkosten fürs Auto mittlerweile fest und dauerhaft in ihre Mobilitätsplanung ein. Weitere 42 Prozent blicken mit großer Sorge auf die künftige Preisentwicklung an den Tankstellen.
Dass das kein reines Lippenbekenntnis ist, belegen die Konfigurationszahlen auf der Online-Plattform von Carwow. Den Ergebnissen zufolge lag Anfang des Jahres 2026 der Anteil der konfigurierten Elektroautos bei Carwow noch bei "bescheidenen 41 bis 43 Prozent". Nach den deutlichen Preissprüngen an den Zapfsäulen für Verbrenner im Frühjahr kletterte der E-Auto-Anteil erstmals dauerhaft über die Marke von 60 Prozent.
Inzwischen machen Elektrofahrzeuge 70 bis 74 Prozent aller Suchanfragen und Konfigurationen auf dem Portal aus, heißt es in der Mitteilung der Autoplattform. Verbrenner würden dagegen massiv ins Hintertreffen geraten: Benziner kommen nur noch auf 11 bis 15 Prozent, während der Diesel mit mageren 2 bis 4 Prozent fast völlig in der Versenkung verschwindet.
Diese Daten lassen sich zwar nicht auf den gesamten deutschen Automarkt übertragen, da die Zahlen schließlich von den Nutzern einer einzelnen Online-Plattform stammen und nicht das komplette Neuwagengeschäft widerspiegeln. Aber ein klarer Trend zeichnet sich dennoch ab: Für immer mehr Menschen wandelt sich das tägliche Ärgernis beim Tanken zu einem handfesten Wechselgrund. Das E-Auto wird zunehmend zur kühlen Rechenentscheidung.
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