9.690 Euro, ab 15 Jahren: Dieser Elektro-Zweisitzer von Citroen fährt 45 km/h

Der französische Autobauer Citroen rollt aktuell ein völlig unkonventionelles Konzept in die deutsche Elektromobilität. Statt den nächsten schweren Elektro-SUV auf den Markt zu werfen, fokussiert sich die Automarke auf die extreme Nische der Leichtkraftfahrzeuge. Ab sofort können Kunden den brandneuen Citroen Ami Outdoor exklusiv im Internet bestellen. Das absolut Verrückte an diesem urbanen E-Winzling ist die anvisierte Zielgruppe. Wer einen Führerschein der Klasse AM besitzt, darf den kompakten Elektro-Zweisitzer in Deutschland bereits ab 15 Jahren völlig legal über die Straßen steuern. Für diesen frühen Einstieg in die E-Auto-Welt ruft der Stellantis-Konzern allerdings einen ambitionierten Basispreis von 9.690 Euro auf.
Wer diese knapp 10.000 Euro nicht sofort überweisen möchte, greift laut Hersteller zu einem Leasingangebot ab 65 Euro monatlich. Doch hier verbirgt sich ein harter Haken im Kleingedruckten, denn Käufer müssen vorab eine einmalige Leasingsonderzahlung in Höhe von 1.350 Euro auf den Tisch legen. Spätestens beim Blick auf das technische Datenblatt des lediglich 2,46 Meter kurzen Stadtgefährts wird die strenge gesetzliche Einstufung als Mopedauto deutlich. Ein kleiner Elektromotor limitiert den französischen Stromer auf eine Höchstgeschwindigkeit von exakt 45 km/h. Wer den Wendekreis von 7,20 Metern voll ausnutzt und den E-Zweisitzer durch die Stadt jagt, saugt den kleinen Akku nach mickrigen 75 Kilometern Fahrtstrecke komplett leer. Echte DC-Schnellladetechnik existiert nicht. Stattdessen blockiert das E-Mobil für rund 4 Stunden eine gewöhnliche Haushaltssteckdose für den Ladevorgang.
Optisch grenzt das neue Sondermodell diese extrem limitierten Leistungsdaten mit einem speziellen Abenteuer-Look vom Basismodell ab. Die Designer tauchen die Karosserie des Ami Outdoor in Khaki-Grün und schrauben simple weiße Stahlräder an die Achsen. Schwarze und rote Grafiken zieren die Außenhülle, während ein neues Maskottchen namens Migoo auf der hinteren Karosseriesäule thront. Den einzigen wirklichen Mehrwert der speziellen Outdoor-Ausstattung bildet die Kombination aus einer komplett geschlossenen Fahrgastzelle mit echten Türen und einem manuell aufrollbaren Sonnendach für echtes Open-Air-Feeling.
Im extrem spartanischen Innenraum des französischen Elektro-Leichtgewichts setzen rote Sicherheitsgurte und passende Kontrastnähte optische Akzente. Die Ingenieure verbauen hinter dem Lenkrad ein kleines 5,7-Zoll-Farbdisplay für die wichtigsten Fahrdaten und packen exakt 3 graue Kunststoff-Ablageboxen in das nackte Armaturenbrett. Wer das eigene Smartphone als Infotainment-Ersatz nutzt, klemmt dieses in die serienmäßige Halterung. Ob das aufrollbare Dach und das exklusive Design am Ende wirklich ausreichen, um besorgte Eltern davon zu überzeugen, fast 10.000 Euro für den automobilen Nachwuchs auszugeben, wird der hart umkämpfte Mikromobilitäts-Markt schon bald zeigen.
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