Werksschließungen? BMW zeigt wie's geht und pumpt 2 Mrd. Euro in neuen i3 und 3er aus Deutschland

Die Nachrichtenlage rund um deutsche Autohersteller gleicht aktuell einer beispiellosen Talfahrt. Während der größte europäische Autokonzern aus Wolfsburg, Volkswagen, offen über historische Werksschließungen und drastische Einschnitte nachdenkt, wählt der Premium-Autobauer BMW aus München exakt den gegenteiligen Weg. Mitten in der tiefsten Verunsicherung der Elektromobilität gießt die BMW Group ein massives Milliarden-Fundament in den Produktionsstandort Deutschland. Der Autobauer investiert rund 2 Milliarden Euro, um das absolute Herzstück der Marke fit für die nächste Generation zu machen. Im Fokus der gigantischen Finanzspritze stehen der neue BMW 3er sowie sein rein elektrischer Ableger, der BMW i3.
Seit dem Produktionsstart im Jahr 1975 wurden weltweit rund 18 Millionen Autos der 3er-Reihe gebaut, unfassbare 15 Millionen davon liefen direkt in deutschen Autowerken vom Band. Um diese historische Dominanz in der Auto-Mittelklasse zu verteidigen, fließt nun rund 1 Milliarde Euro in die traditionsreichen Autowerke in München und Dingolfing. Die Bayern wählen dabei eine clevere Zweigleisigkeit für ihre Neuwagen. Das über 100 Jahre alte Stammwerk in München wird radikal zum reinen Elektroauto-Standort umgebaut. Dort rollt künftig exklusiv der vollelektrische BMW i3 vom Band. Das Werk in Dingolfing spielt dagegen seine Flexibilität aus und übernimmt die Produktion der klassischen BMW 3er mit Verbrennungsmotoren sowie der Plug-in-Hybrid-Autos. Für die neuen Modelle wurde dort sogar eine komplett neue Karosseriebau-Linie aus dem Boden gestampft.
Doch Autobauer BMW belässt es nicht bei reinen Karosserie-Upgrades für seine Premium-Autos. Eine weitere Milliarde Euro fließt in einen kompletten Neubau in Niederbayern. Im brandneuen Werk Irlbach-Straßkirchen montiert der Automobilhersteller künftig modernste Hochvoltbatterien der 6. Generation. Diese bayerischen E-Auto-Akkus sind das entscheidende Puzzleteil für das Münchner Stammwerk, denn sie versorgen den neuen elektrischen BMW i3 mit der nötigen Energie. Damit sichert sich BMW die absolute Schlüsseltechnologie der Elektromobilität direkt vor der eigenen Haustür ab und macht sich unabhängiger von asiatischen Zulieferern, vor allem aus China.
Die Ansage an die automobile Konkurrenz und die Politik ist unmissverständlich. Wer industrielle Stärke erhalten will, müsse sie konsequent weiterentwickeln, zementiert BMW-Produktionsvorstand Raymond Wittmann den Kurs des Unternehmens. Mit den Investitionen stärke man gezielt die Wertschöpfung, eine wettbewerbsfähige Produktion und sichere Arbeitsplätze in Deutschland. Bis Ende 2027 will der Autobauer aus Bayern rund 40 neue oder überarbeitete Automodelle auf die Straße bringen. Ob die konsequente Heimat-Strategie am Ende reicht, um im globalen Preiskampf gegen die aggressive E-Auto-Konkurrenz aus China zu bestehen, wird der Marktstart der kommenden Modell-Generation schonungslos zeigen.
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