50.000 Jobs weg, 500.000 Autos weniger: Volkswagen steht vor dem nächsten Kahlschlag

Volkswagen steuert auf einen der härtesten Sanierungskurse seiner Geschichte zu. Während Konzernchef Oliver Blume grundlegende Rückendeckung für seinen harten Sparkurs hat, stehen die eigentlichen Schmerzensgrenzen für Belegschaft und Produktion erst noch bevor. Aktuelle Berichte der Nachrichtenagentur Reuters legen die massiven Einschnitte offen: Weltweit stehen rund 50.000 weitere Arbeitsplätze bei dem Autobauer Volkswagen zur Disposition. Gleichzeitig plant der Konzern, mehr als 500.000 Fahrzeuge an reiner Produktionskapazität dauerhaft abzubauen.
Besonders drastisch fallen die Maßnahmen in Deutschland aus. Nachdem in einer ersten Abbauwelle bereits 35.000 Stellen im Zuge eines Arbeitsvertrags im Jahr 2024 gestrichen wurden, sollen nun weitere 25.000 Jobs wegfallen. Die Gewerkschaft IG Metall bereitet sich auf harten Widerstand vor. Anstatt die Zahl von 25.000 Entlassungen als festes Ziel zu akzeptieren, wollen die Arbeitnehmervertreter ab dem 30. September den Fokus der Verhandlungen massiv auf alternative Kostensenkungen lenken. Streiks sind kurzfristig jedoch ausgeschlossen, da eine Friedenspflicht bis zum 1. Januar 2027 gilt. Dennoch versuchen die Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen, als zweitgrößter Aktionär des Autobauers, die regionalen Verluste einzudämmen.
Parallel zum Personalabbau stehen gleich mehrere deutsche Volkswagen-Werke langfristig auf der Kippe. Für die Standorte in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm stehen schrittweise Schließungen zwischen den Jahren 2031 und 2034 im Raum. Ein finaler europäischer Produktionsplan, der das Schicksal dieser Werke besiegelt, soll bis Ende Juni 2027 auf dem Tisch liegen. Um den Kapazitätsabbau von über 500.000 Fahrzeugen abzufedern, werden intern radikale Alternativen wie eine teilweise Umstellung auf Rüstungsproduktion oder Kooperationen mit chinesischen Partnern diskutiert. Konkrete Entscheidungen dazu gibt es laut dem Bericht bislang aber noch nicht.
Auch das einst lukrative China-Geschäft wird von dem massiven Umbau erfasst. VW hat seine Belegschaft in der Volksrepublik bereits extrem von ehemals 90.000 auf nur noch 70.000 Mitarbeiter reduziert. Weitere drastische Kürzungen werden erwartet, da auch in China Produktionskapazitäten für eine halbe Million Fahrzeuge schlichtweg gestrichen werden sollen.
In den USA sieht sich Volkswagen ebenfalls gezwungen, seine Strategie komplett neu auszurichten. Wegen der anhaltenden Verluste und der Diskussionen um teure US-Zölle will der Konzern künftig vor allem auf die besonders profitablen Fahrzeugsegmente wie Pick-ups und riesige SUVs setzen. Zudem steht weiterhin die strategisch wichtige Frage im Raum, ob die Premium-Tochter Audi ein komplett eigenes Produktionswerk in den Vereinigten Staaten erhalten soll.
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