Hyundai greift an: 650 km E-Auto für umgerechnet 15.000 Euro - mit CATL, Baidu und chinesischer KI

In China gerieten die Verkaufszahlen von Hyundai zuletzt massiv unter Druck. Vorher verkauften die Südkoreaner dort deutlich mehr als 1 Million Autos pro Jahr. Zuletzt fielen die Autoverkäufe auf einen historischen Tiefstand von unter 170.000 Pkw. Hyundai will diesen Abwärtstrend im weltgrößten E-Auto-Markt stoppen und sorgt nun mit einem speziell für China entwickelten E-Auto für mächtig Aufsehen. Der Hyundai Ioniq V feiert am 29. September seinen offiziellen Marktstart. Es ist das erste Massenfahrzeug-Modell der Ioniq-Reihe von Hyundai für den chinesischen Markt. Später soll der Ioniq V auch in andere Länder exportiert werden.
Schon der Preis macht den Ioniq V interessant. In der Basis startet der Ioniq V als 4,90 Meter lange Fastback-Limousine "540 Max" bei 119.900 Yuan, umgerechnet rund 15.170 Euro. Selbst die als "650 Max+" aufgelegte Langstreckenvariante des Ioniq V kostet mit 139.900 Yuan nur rund 17.700 €. Bei der E-Auto-Technik nutzt Hyundai für seine E-Limousine Ioniq V die Hyundais E-GMP-Plattform mit 800-Volt-Schnellladetechnik und rahmenlosen Türen.
Noch auffälliger ist die technologische Basis. Hyundai setzt beim Ioniq V nicht ausschließlich auf eigene Entwicklungen, sondern greift bei zentralen Komponenten auf chinesische Technologie zurück. Die Ioniq-V-Batterie liefert der chinesische Akkuriese CATL. Die Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP) des Ioniq V liefern eine Kapazität von 53,5 respektive 66,8 kWh. Damit erreicht die Elektro-Limousine nach dem chinesischen CLTC-Zyklus vollelektrische Reichweiten von bis zu 540 beziehungsweise 650 km.
Auch bei Software und Fahrerassistenz arbeitet Hyundai mit chinesischen Technologieunternehmen zusammen. Im Cockpit sitzt ein Qualcomm Snapdragon 8295, der Inhalte auf einem 27 Zoll großen 4K-Display darstellt. In das System sind Sprachmodelle von Baidu mit Ernie Bot und ByteDance integriert. Die fortgeschrittenen Fahrassistenzsysteme für Autobahnfahrten bis Level 2+ wurden zudem in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Spezialisten Momenta entwickelt.
Für Hyundai ist der Ioniq V Teil einer deutlich größeren Elektroauto-Offensive in China. Der Marktstart am 29. September wird von einer umfangreichen Kampagne mit dem Promi-Botschafter Fan Chengcheng begleitet. In den kommenden 5 Jahren will sich Hyundai auf dem chinesischen Markt mit insgesamt 20 neuen BEV- und EREV-Automodellen präsentieren. Im Zuge der Marktoffensive soll der E-Auto-Absatz bis 2030 in China wieder auf 500.000 Elektroautos ansteigen.
Der Ioniq V zeigt dabei besonders deutlich, wie stark sich die Kräfteverhältnisse im chinesischen E-Auto-Markt verändert haben. Hyundai bringt ein Elektroauto mit 650 Kilometern CLTC-Reichweite und 800-Volt-Technik für umgerechnet weniger als 18.000 Euro auf den Markt - und setzt dabei ausgerechnet bei zentralen Technologien auf chinesische Zulieferer und Technologiepartner.
bokman Typ 2 Ladekabel 22 kW, 3-phasig, 5 Meter EV-Ladekabel für Elektroautos bei Amazon kaufen.
Quelle(n)
Beijing Hyundai (Weibo)






















