84 Prozent des Auto-Wachstums gehen nach China: BYD und Chery überholen Tesla

Wie der Blick auf die offiziellen Zulassungsdaten für Europäische Union, EFTA sowie Großbritannien belegt, haben wir einen solide wachsenden europäischen Automarkt. Eine hochaktuelle Auswertung des AutomotiveCompass, herausgegeben vom Center of Automotive Management (CAM) unter der Leitung von Professor Dr. Stefan Bratzel, deckt nun allerdings auf, wie massiv ungleich dieses Wachstum tatsächlich konkret verteilt ist: Die Profiteure sitzen fast ausnahmslos in Asien.
Von den etwa 500.000 zusätzlichen Neuwagen, die zwischen Januar und August 2026 in Europa registriert wurden, entfallen exakt 419.000 Autos auf chinesische Autobauer. Damit vereinen diese Autokonzerne brachiale 84 Prozent des gesamten europäischen Automarkt-Wachstums auf sich. Alle übrigen Autohersteller der Welt kommen hier zusammen auf ein faktisch unsichtbares Plus von rund 0,3 %. Ohne die gewaltige Importwelle der chinesischen Autohersteller würde der heimische Automarkt damit bei einem kümmerlichen Wert von knapp 1,0 Prozent stagnieren.
Absatzrekord für Autos aus Fernost
Die fernöstliche Autoindustrie erreicht zugleich einen beispiellosen Absatzrekord auf dem Kontinent. Mit 1.034.685 Neuzulassungen überschreiten sie zum allerersten Mal die Marke von 1 Million verkauften Autos in Europa. Gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum entspricht das einem gewaltigen Sprung von 68,1 Prozent. Der gemeinsame Marktanteil der chinesischen Autokonzerne klettert in der Folge von 7,1 auf beachtliche 11,3 %.
Besonders deutlich wird diese aggressive Entwicklung beim Blick auf die Automarken BYD und Chery. BYD kommt in den ersten acht Monaten auf 234.099 Neuzulassungen und steigert den eigenen Absatz damit um 144,1 Prozent. Konkurrent Chery erreicht zusammen mit seinen Untermarken Omoda und Jaecoo starke 207.871 Autos und wächst um fast 280 Prozent. Beide Autobauer haben sich damit bei den europäischen Neuzulassungen vor Branchenriese Tesla geschoben. Der amerikanische Branchenprimus von Elon Musk kommt im exakt selben Zeitraum lediglich auf 191.787 registrierte Elektrofahrzeuge.


Mehr vollelektrische E-Autos als reine Benziner
Neben der reinen Asien-Dominanz zeigen die gesammelten Daten einen weiteren wegweisenden Wandel auf dem europäischen Automarkt. In den ersten 8 Monaten wurden historisch bedingt erstmals mehr reine Elektroautos (BEV) als reine Benziner neu zugelassen. Die Stromer erreichten 2,13 Millionen Einheiten und wuchsen damit um 38,8 Prozent. Ihr Marktanteil klettert auf 23,2 Prozent. Die Zahl der Neuzulassungen bei den reinen Benzinern sinkt im Gegenzug um 17,5 % auf nur noch 1,97 Millionen Autos. Dieselautos verzeichnen sogar einen harten Rückgang von 19,0 Prozent.
Die Durchdringung der Elektromobilität fällt innerhalb der europäischen Grenzen allerdings extrem unterschiedlich aus. Während Frankreich auf knapp 30 Prozent BEV-Marktanteil kommt, sichern sich Deutschland 26,2 % und Großbritannien 25,6 Prozent. In südlichen Ländern wie Italien stürzt der Anteil reiner E-Autos dagegen auf magere 8,0 Prozent ab. Dort vertrauen die Käufer weiterhin mehrheitlich auf konventionelle Hybrid-Autos.
Für die etablierten Autobauer verschieben sich die Koordinaten des Wettbewerbs damit in rasendem Tempo. Das CAM-Institut verweist in seiner Analyse eindringlich auf die Faktoren Kostenstrukturen, Software und Elektromobilität als absolute Lebensadern für die Zukunft. Die Zulassungsbehörden untermauern dies mit Fakten: Konzerne, die bei dieser Transformation nicht mithalten können, werden von der asiatischen Übermacht systematisch von der Straße verdrängt.
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