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AMD stellt neue Ryzen Pro Mobile APUs vor

Nach den Consumer-Modellen stellt AMD nun auch die neuen Ryzen-Pro-APUs für den Business-Bereich vor, sowohl für stationäre als auch mobile Systeme. Neben der Leistung und der Verfügbarkeit stehen dabei vor allem der Sicherheitsaspekt und die Zuverlässigkeit im Vordergrund.

Auf einem Event im kalifornischen Santa Clara hat AMD seine neuen Ryzen-Pro-Prozessoren vorgestellt. Neben einer allgemeinen Vorstellung waren auch die drei großen OEMs Dell, HP und Lenovo mit passenden Produkten vor Ort vertreten. Eine Übersicht über die neuen Produkte gibt es in einen separaten Hands-On-Artikel. Nachfolgend gehen wir genauer auf die neuen Prozessoren ein, wobei uns natürlich vor allem die mobilen Ableger interessieren.

Überblick

Bei den neuen Ryzen-Pro-Prozessoren stehen drei Aspekte im Vordergrund. Wie schon bei den Consumer-Modellen geht es natürlich um die Leistung, doch gerade im Enterprise-Bereich geht es auch um die Zuverlässigkeit und die Sicherheit. Für den Desktop sowie mobilen Bereich stellt AMD vier bzw. drei Modelle vor, die neben dem Ryzen-Prozessor auch eine Radeon-Vega-Grafikkarte beinhalten. Die grundsätzliche Struktur ist dabei die gleiche, doch natürlich gibt es Unterschiede beim Takt, der Anzahl der Grafikkerne und natürlich der TDP. Die drei mobilen Chips bieten jeweils vier Kerne, wobei die beiden größeren Modelle Ryzen 5 Pro 2500U & Ryzen 7 Pro 2700U acht Threads bearbeiten können. Beim kleineren Ryzen 3 Pro 2300U sind es hingegen nur vier Threads. Der TDP-Bereich liegt bei allen drei Modellen zwischen 12 - 25 Watt, hier wird es also, wie auch bei den aktuellen Kaby-Lake-R-Chips von Intel, auf die Kühlung des jeweiligen Systems eingehen. Die beiden Desktop-Modelle Ryzen Pro 2400G & 2200G (jeweils 65 Watt) gibt es auch in einer sparsameren Version mit einer TDP von 35 Watt (2400GE & 2200GE). Diese werden vor allem in Small-Form-Factor-Systemen zum Einsatz kommen.

Ryzen Pro
Ryzen Pro
Ryzen Pro Modelle
Ryzen Pro Modelle

Leistung

Laut AMD handelt es sich bei den mobilen Ryzen-Pro-Prozessoren um die schnellsten CPUs for "Ultrathin Commercial Notebooks" und führt mehrere Leistungsvergleiche mit den aktuellen ULV-Modellen von Intel an. Neben Vorteilen bei der Prozessorleistung gibt es aber vor allem deutliche Vorteile, wenn die integrierte GPU im Spiel ist.

Benchmark-Ergebnisse
Benchmark-Ergebnisse
Benchmark-Ergebnisse
Benchmark-Ergebnisse

Neben den synthetischen Benchmarks hat man bei AMD aber auch die praktische Leistung bei der alltäglichen Belastung im Büro angesehen und verwendet dazu ein Productivity-Skript bestehen aus der Office-Suite (Word, PowerPoint, Excel, IE11), 7Zip und Photoshop. Dabei hat Intel noch einen Vorteil, wenn man den Ryzen Pro 2700U mit dem Core i7-8550U vergleicht, doch die beiden kleineren Modelle Ryzen Pro 2500U und Core i5-8250U sind praktisch auf dem gleichen Niveau. Sobald die Grafikleistung im Vordergrund steht, hat AMD wieder einen teilweise beträchtlichen Vorteil. 

Office Productivity Suite
Office Productivity Suite
Heavy Computational Workloads
Heavy Computational Workloads

AMD Sense MI Technology

Unter dem Oberbegriff Sense MI Technology fasst AMD verschiedene Technologien zusammen, die dabei helfen, die Leistung je nach Rahmenbedingung zu optimieren. Diese arbeiten natürlich zusammen und sollen möglichst hohe Taktraten ermöglichen. Ähnlich wie bei der Konkurrenz kann der jeweilige Basistakt dank Precision Boost 2 deutlich überschritten werden (maximal +1,6 GHz), wobei die Technologie mit feinen Schritten von 25 MHz arbeitet. Dabei kommen die Daten von eingebauten Sensoren, die automatisch verarbeitet werden. Natürlich werden wir uns bei Tests genau ansehen, wie gut diese Technologien auch funktionieren.

Sense MI Technology
Sense MI Technology
Precision Boost 2
Precision Boost 2
Mobile Extended Frequency Range (mXFR)
Mobile Extended Frequency Range (mXFR)

Sicherheit und Zuverlässigkeit

Die IT-Abteilungen sind aber nicht nur an der Leistung interessiert, sondern vor allem auch Themen wie der Verfügbarkeit und der Sicherheit. AMD nutzt für die Ryzen-Pro-Modelle speziell selektierte Chips und verlängert die Garantie von 12 auf 36 Monate. Zudem gibt es Commitments über die Verfügbarkeit der Software und der Hardware, was Planungssicherheit bringt. 

Zuverlässigkeit
Zuverlässigkeit
Bereitstellung
Bereitstellung

Ein wichtiges Thema ist natürlich auch die Sicherheit, und hier gibt es einen anderen Ansatz als beim großen Konkurrenten von Intel. Während nur einige (meist aufpreispflichtige) Intel-CPUs mit der vPro-Technologie verfügbar sind, werden alle AMD Ryzen-Pro-Modelle standardmäßig mit allen Sicherheitsfeatures ausgeliefert. Auch in einzelnen Gesprächen mit Vertretern wurde hier ganz deutlich gemacht, dass man bei AMD keinen Aufpreis für die Sicherheit verlangt.

Ähnlich wie bei den Technologien für die Leistung fasst AMD die Sicherheitsfeatures unter dem Begriff GuardMI zusammen. Dazu gehören beispielsweise Dinge wie die Speicherverschlüsselung, Secure Boot und die Unterstützung von fTPM/TPM 2.0 (siehe auch nachfolgende Slides).

Überblick Sicherheit
Überblick Sicherheit
GuardMI
GuardMI

Gaming mit Ryzen Pro

Obwohl es bei Business-Geräten nicht im Vordergrund steht, wurde das Thema Gaming ebenfalls kurz angesprochen. Viele Mitarbeiter setzen vermehrt nur noch auch ein einziges Gerät, welches sowohl für den Beruf als auch private Dinge verwendet wird. Dazu gehört natürlich auch das Thema Gaming, bei dem die Ryzen-Pro-Chips dank der Radeon-Vega-GPU einen deutlichen Vorteil gegenüber der Konkurrenz hat. In der Präsentation gab es zu dem Thema einen Vergleich mit dem Intel Core i7-8550U, entweder einzeln, in Verbindung mi einer dedizierten Nvidia GeForce 950M oder einer Nvidia GeForce 940MX. Auch die Setups mit der dGPU werden von der mobilen APU überboten und viele beliebte Titel wie DOTA 2, League of Legends oder Rocket League lassen sich flüssig in 1080p spielen.

Synthetische Benchmarks
Synthetische Benchmarks
Gaming Benchmarks
Gaming Benchmarks

Positionierung am Markt

In der Präsentation sieht man deutlich, wie die einzelnen mobilen Modelle positioniert sind. Für die Kunden bzw. IT-Abteilungen ist der Vergleich dabei recht simpel, denn der Ryzen 7 Pro tritt gegen den Core i7 an, der Ryzen 5 Pro gegen den Core i5 und der Ryzen 3 Pro gegen den Core i3. Die neuen Prozessoren werden bei jedem großen Hersteller verfügbar sein und einige der neuen Modelle konnten wir uns vor Ort bereits ansehen (Hands-On). Preislich werden die AMD-Chips vermutlich einen Vorteil haben, as entweder zu günstigeren Systemen oder besseren Konfigurationen bei gleichem Pries führen kann, in dem beispielsweise mehr Speicher oder eine größere HDD/SSD verbaut wird. 

Wir sind auf jeden Fall gespannt, wie sich die neuen Chips in den kommenden Business-Laptops schlagen werden und ob sie eine echte Alternative zu den dominierenden Intel-CPUs darstellen. Sobald die entsprechenden Testgeräte verfügbar sind (was teilweise noch im Mai der Fall sein soll), werden wir sie natürlich testen.

Vergleich AMD / Intel
Vergleich AMD / Intel

Quelle(n)

AMD Enterprise Computing Event

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Autor: Andreas Osthoff, 14.05.2018 (Update: 14.05.2018)
Andreas Osthoff
Andreas Osthoff - Senior Editor Business
Ich bin mit Computern und moderner Unterhaltungselektronik aufgewachsen. Seit meinem ersten Computer, einem Commodore C64, habe ich mich für die Technik interessiert und angefangen, meine eigenen Computer zu bauen. Bei Notebookcheck kümmere ich mich schwerpunktmäßig um die Business-Geräte sowie die mobilen Workstations, doch ich mache auch gerne Abstecher in den mobilen Bereich. Es ist immer wieder eine tolle Erfahrung, neueste Geräte zu testen und miteinander zu vergleichen. Den passenden Ausgleich schafft der Sport, im Sommer vor allem mit dem Rad.