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340 Euro Aufpreis für weniger Leistung | Apple MacBook Pro 15 – Core i9 langsamer als Core i7!

Als Apple das MacBook Pro 15 mit den neuen 6-Kern-CPUs verkauft hat, gab es viele negative Schlagzeilen rund um die Leistungsentfaltung, vor allem bei dem neuen i9-Prozessor. Wir haben damals den i7 getestet und nach mehreren umfangreichen Software-Updates hat man zumindest den i7 in den Griff bekommen, doch der i9 enttäuscht weiterhin.

Eigentlich galt unser Interesse in unserem Test-Update des Apple MacBook Pro 15 vor allem der neuen Vega-20-GPU von AMD, doch unsere Konfiguration ist auch mit dem optionalen Intel-Core-i9-Prozessor ausgestattet, den wir bisher noch nicht testen konnten. Nach dem Verkaufsstart Mitte 2018 gab es reihenweise News von enttäuschten Apple-Nutzern, da die Leistung des Core i9 nicht den Erwartungen entsprach. Wir hatten auch zunächst Probleme mit dem Core i7, allerdings hat Apple die Situation etwas später mit umfangreichen Software-Updates besser in den Griff bekommen. 

Wir waren daher gespannt, wie die Leistung des Core i9 im MacBook Pro 15 ausfällt und ob sich der Aufpreis von 340 bzw. 480 Euro (je nach gewählter Basiskonfiguration) überhaupt lohnt. Die Antwort ist ganz klar nein, denn lediglich bei der Belastung von einem Kern hat der teure Core i9 dank seines hohen Taktes (obwohl das Maximum von 4,8 GHz ebenfalls verfehlt wird) einen leichten Vorteil. 

Sobald man jedoch mehrere Kerne belastet, arbeitet der Core i9-8950HK langsamer als der Core i7-8850H, selbst im ersten Durchlauf. Während unserer Cinebench R15 Multi-Schleife liegt das durchschnittliche Ergebnis bei 1.007 Punkten, während der Core i7 durchschnittliche 1.031 Punkte erreicht. Also bezahlt man einen hohen Aufpreis und bekommt im Endeffekt sogar weniger Leistung.

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Apple MacBook Pro 15 2018 (2.9 GHz, Vega 20) Radeon Pro Vega 20, 8950HK; macOS: Ø1007 (985.83-1051.33)
Apple MacBook Pro 15 2018 (2.6 GHz, 560X) Radeon Pro 560X, 8850H: Ø1031 (1009-1058)

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Wir haben uns das Verhalten des Prozessors während der Cinebench-Schleife genauer angesehen. Zu Beginn des Durchlauf schießt der Verbrauch in die Höhe (bis zu 90 Watt), pendelt sich aber genauso schnell wieder bei 47-52 Watt ein. Das reicht für einen Takt von 6x 3,0-3,2 GHz – von den maximalen 4,3 GHz (für alle sechs Kerne) ist man also sehr weit entfernt. Bei mobilen Chips ist das nicht überraschend, allerdings arbeitet der Core i9 im MacBook Pro 15 damit nur ganz knapp oberhalb seiner Basisfrequenz von 2,9 GHz.

Cinebench R15 Multi-Schleife
Cinebench R15 Multi-Schleife

Natürlich muss man hier auch die aktuelle Entwicklung bei den mobilen Prozessoren berücksichtigen, denn Intel stattet die Chips zwar mit mehr Kernen aus, allerdings bleiben die Effizienzverbesserungen aus. Die Kühlung des MacBook Pro 15 (das Gerät gibt es ja schon einige Jahre) war ursprünglich für die 45-Watt Quad-Core-CPUs ausgelegt und anhand unserer Tests können wir sagen, dass die Kühlung mit rund 50 Watt zurechtkommt. Die neuen 6-Kern-Prozessoren von Intel benötigen bei den hohen Turbo-Takten allerdings deutlich mehr Strom und entwickeln somit auch mehr Hitze, was die Kühlung dann nicht mehr abführen kann.

Eines muss man Apple aber ankreiden, denn eigentlich dürfte man den i9 im MBP 15 gar nicht anbieten. Auch Apple selbst muss bei den Tests gesehen haben, dass der i9 nur in wenigen Situationen überhaupt einen Vorteil bringt. Wer sich aber mehr Leistung erhofft, vor allem wenn die Aufgabe länger als ein paar Sekunden dauert (es handelt sich ja schließlich um ein Gerät für professionelle User), wird vom i9 enttäuscht.

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Autor: Andreas Osthoff, 22.01.2019 (Update: 23.01.2019)
Andreas Osthoff
Andreas Osthoff - Senior Editor Business
Ich bin mit Computern und moderner Unterhaltungselektronik aufgewachsen. Seit meinem ersten Computer, einem Commodore C64, habe ich mich für die Technik interessiert und angefangen, meine eigenen Computer zu bauen. Bei Notebookcheck kümmere ich mich schwerpunktmäßig um die Business-Geräte sowie die mobilen Workstations, doch ich mache auch gerne Abstecher in den mobilen Bereich. Es ist immer wieder eine tolle Erfahrung, neueste Geräte zu testen und miteinander zu vergleichen. Den passenden Ausgleich schafft der Sport, im Sommer vor allem mit dem Rad.