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Apple: So arbeitet es sich im Store

Ein Mitarbeiter aus einem Apple-Store erzählt.
Ein Mitarbeiter aus einem Apple-Store erzählt.
Business Insider hat einen anonymen britischen Angestellten aus dem Apple Store interviewt und interessante Details über den Arbeitsalltag unter dem angebissenen Apfel erfahren.

Sie wollten schon immer in Harvard studieren? Das ist doch einfach! Zumindest einfacher, als eine Anstellung in einem Apple Store zu bekommen. Das behauptet ein anonymer Mitarbeiter aus einem britischen Apple Store, der trotz Verschwiegenheitsklausel in einem Interview mit der Website Business Insider interessante Interna erzählt.

Laut dem Mitarbeiter kommen bei großen Apple-Stores auf jede Stelle mindestens 200 Bewerber, von denen nur einer akzeptiert wird. Er gibt an, £7,20 pro Stunde als Einstiegsgehalt verdient zu haben (etwa 9,46 Euro), mit anderen Angestellten durfte man nicht über sein Gehalt sprechen. Nach einigen Jahren war er bei £8,08 (circa 10,61 Euro), was für einen Posten im Einzelhandel ein gutes Gehalt ist.

Dennoch können sich die meisten Mitarbeiter die Apple-Produkte, die sie verkaufen selbst nicht leisten, obwohl es laut dem Interviewten Rabatte gibt: So sei die Apple-Watch Mitarbeitern zur Einführung 50 % vergünstigt angeboten worden, wohl auch, damit die Mitarbeiter den Kunden das Gerät besser erklären können. Dennoch konnten sich viele Angestellte im Store die Watch nicht leisten, zumal sie ohne gekoppeltes iPhone wenig Sinn macht. Außerdem soll es 27 % Rabatt auf ein jährliches Hero-Produkt geben.

Interessant ist auch, dass die Verkäufer im Apple Store für verkaufte Geräte keine Kommission erhalten, obwohl laut dem interviewten Mitarbeiter Tages-Umsätze von mehreren tausend oder sogar mehreren zehntausend Pfund pro Verkäufer keine Seltenheit waren. Auch eine Beförderung innerhalb des Shops stellt sich wohl schwer dar, weil Manager wohl hauptsächlich von außerhalb angeworben würden. Der einzige Weg, mehr Geld innerhalb des Shops zu verdienen, wäre beispielsweise die Arbeit an der "Genius Bar", also dem technischen Support, allerdings sei man dort oft mit den verärgerten Kunden konfrontiert und das sei natürlich sehr anstregend.

Apropos ärgerliche Kunden: Der Mitarbeiter beschreibt auch Todesdrohungen durch Kunden wegen verweigerter Gratis-Reparaturen. Unangenehme Kunden habe man mindestens einmal am Tag.

Auch den quasi-religiösen Kult um Steve Jobs und die Apple-Produkte spricht der Mitarbeiter an: So sei die Beleuchtung an Jobs Todestag gedimmt worden, alle seien sehr traurig gewesen und die Mitarbeiter hätten sich von nun an als Menschen gesehen, die sein Vermächtnis weitertragen müssen. Man lerne schon zu Beginn seiner Tätigkeit, dass Steve Jobs alle Treppen in den Apple-Stores selbst entworfen habe und die Firma extra einen Berg gekauft habe, damit alle Stufen aus demselben Stein sind. Dieser passe einfach perfekt zu den Tischen.

Auf die Frage, welches Gerät von Apple der ehemalige Mitarbeiter nicht empfehlen könnte, nennt er spontan die Apple Watch. Die sei wie das erste iPad, dessen Nachfolger einfach viel mehr Funktionen gehabt hätte. Auch die zweite Generation der Apple Watch dürfte wohl wesentlich mehr Features bieten.

Das vollständige (englische) Interview lesen Sie hier.

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Autor: Florian Wimmer, 30.05.2016 (Update: 30.05.2016)
Florian Schmitt
Florian Schmitt - Managing Editor Mobile
Als ich 12 war, kam der erste Computer ins Haus und sofort fing ich an rumzubasteln, zu zerlegen, mir neue Teile zu besorgen und auszutauschen – schließlich musste immer genug Leistung für die aktuellen Games vorhanden sein. Als ich 2009 zu Notebookcheck kam, testete ich mit Leidenschaft Gaming-Notebook, seit 2012 gilt meine Aufmerksamkeit vor allem Smartphones, Tablets und Zukunftstechnologien.