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Kritik an Tim Cook: Apple ist nicht mehr simpel genug!

Laut Ken Segall hat Apple sich zu sehr von Steve Jobs' minimalistischer Vision entfernt.
Laut Ken Segall hat Apple sich zu sehr von Steve Jobs' minimalistischer Vision entfernt.
Ken Segall, früherer Mitstreiter von Steve Jobs, vermisst die Schlichtheit und Klarheit in der Strategie des Konzerns und meint, Apple habe sich zu weit von Steve Jobs' Vision entfernt.

Die Vision von Steve Jobs beruhte auf seinem minimalistischen Zugang: Wenige Geräte, dafür perfekt im Design und simpel in der Bedienung. Davon habe sich Apple, fast 5 Jahre nach Steve Jobs' Tod im Jahre 2011 zu weit entfernt, so der langjährige Creative Director der Ära Steve Jobs, Ken Segall in einem Interview mit dem Guardian, letzte Woche. 

Als Beispiel erwähnte Segall die unterschiedlichen Strategien bei der Produktbezeichnung, einerseits die "i"-Serie wie iPad und iPhone, andererseits die "Apple"-Produkte wie Apple Watch und Apple Pay. Auch die "S" und "SE"-Versionen der iPhones erwähnte er und meinte, es wäre dadurch für das Marketing-Team zunehmend schwer zu vermitteln, dass sich trotz der "S"-Version etwas substantiell am Produkt geändert habe. In der Jobs-Ära wäre das "S" tatsächlich hauptsächlich für mehr Speed gestanden, heutzutage würden neue Technologien wie 3D Touch auch in "S"-Produkte einfließen und die Bezeichnung damit unlogisch erscheinen lassen.

Segall kritisierte auch die stark angewachsene Produktpalette mit drei verschiedenen iPhones, vier iPads und drei MacBooks. Dazu noch die Vorgängerversionen und die unzähligen Apple Watch-Versionen. In dem Zusammenhang gestand Segall aber ein, dass Kundenwünsche bei einem wachsenden Unternehmen wohl auch zu mehr Differenzierung führen: Beispielsweise wurde Apple jahrelang wegen des Beharrens auf kleinen iPhone-Displays kritisiert, während die Android-Konkurrenz längst mit Displaydiagonalen über 5 Zoll Erfolge feierte.

Nicht zuletzt bemängelte Segall auch die Software-Entwicklung der letzten Jahre. Zwar wäre auch unter Jobs nicht alles perfekt gelaufen, als Beispiel sei der iCloud-Vorgänger "Mobile me" genannt, trotzdem gäbe es in letzter Zeit zu viele Fehler und inkonsistente und wenig intuitiv zu bedienende Produkte wie Apple Music, so Segall. Der stark wachsende Konzern tue sich zunehmend schwer damit, seine Vision von Schlichtheit und Einfachheit glaubwürdig zu verkaufen und solle sich wieder mehr an Steve Jobs' Wurzeln orientieren, so der ehemalige Creative Director. 

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Autor: Alexander Fagot,  5.06.2016 (Update:  5.06.2016)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.