Apple hat das neue MacBook Pro mit OLED vorgestellt - Tolles Update oder Enttäuschung?

Nach monatelangen Gerüchten hat Apple nun das erste MacBook mit einem OLED-Panel vorgestellt. Entgegen den bisherigen Annahmen hört es aber nicht auf den Namen MacBook Ultra, sondern ist einfach eine weitere Variante der MacBook Pro-Modelle. Das wird vor allem beim Blick auf das Gehäuse deutlich, denn das grundsätzliche Design ist fast identisch geblieben. Apple hat die Gehäusedimensionen zwar minimal verringert, deutlich entscheidender ist aber die Gewichtsersparnis der neuen Modelle.
Die neuen OLED-Varianten sind je nach Displaygröße zwischen 230 und 320 Gramm leichter als die bisherigen Mini-LED-Modelle. Das wirft die Frage auf, an welchen Stellen Apple dieses Gewicht eingespart hat. Ein Teil davon lässt sich sicherlich auf den neuen OLED-Bildschirm zurückführen, doch weitaus spannender ist die Frage nach der Kühlung. Apple spricht zwar von einem neuen Kühlsystem, allerdings bedeutet weniger Gewicht in der Regel auch weniger Kühlleistung. Da bereits die bisherigen MacBook-Pro-Modelle mit den M5 Pro und M5 Max Prozessoren an ihre thermischen Grenzen stießen, könnte die Kühlung bei der neuen Generation zu einem kritischen Faktor werden. Zudem hat Apple die Leistungsaufnahme bei den bisherigen Modellen begrenzt, weshalb der Akku bei voller Belastung entladen wurde. Wir sind schon sehr gespannt, ob dieses unnötige Problem endlich behoben wurde.
Das Highlight der neuen Modelle ist zweifellos das Tandem-OLED-Display, das erstmals auch Touch-Eingaben unterstützt (wobei der Nutzen von Touch-Eingaben auf einem normalen Laptop nach wie vor fragwürdig ist). Rein von den technischen Daten her übertrifft es derzeit jeden anderen Laptop-Bildschirm auf dem Markt, denn neben der hohen Helligkeit deckt es auch den AdobeRGB-Farbraum ab. Zudem bietet Apple das Panel sowohl in einer glänzenden als auch in einer matten Ausführung an. Wir sind allerdings gespannt, ob sich der integrierte Touchscreen negativ auf die Bildqualität auswirken wird. Wie erwartet wird die bisherige Notch zudem durch die Dynamic Island, die man bereits von den iPhone-Modellen kennt, ersetzt.
Abgesehen vom beleuchteten Apple-Logo auf dem Bildschirmdeckel und einem neuen Soundsystem gibt es allerdings keine wirklichen Veränderungen, was letztlich etwas enttäuschend ist. Das bisherige MacBook-Pro-Design ist schon über fünf Jahre alt und hier hätte man sicherlich mehr modernisieren können. Andere schlanke Konkurrenten wie das Asus ProArt P14/P16 zeigen beispielsweise auch, dass bei der Tastatur ebenfalls noch Spielraum nach oben besteht. Auch auf eine integrierte 5G-Verbindung, Face-ID oder Wi-Fi 7 mit 320 Hz muss man weiterhin verzichten.
Wei erwartet steigen die Preise der neuen Modelle noch einmal deutlich, obwohl die Prozessoren und Speichergrößen gleich geblieben sind. Beim MacBook Pro 14 liegt der Aufpreis bei 400 Euro und beim MacBook Pro 16 sind es sogar 500 Euro. Das erklärt auch, warum die alten Modelle mit dem Mini-LED-Panel erst einmal weiter im Programm bleiben. Auf Dauer dürfte es aber wohl nur noch das OLED-Modell geben. Unserer Meinung nach ist Apple hier zu vorsichtig und hat es versäumt, eine echte neue High-End-Variante des MacBook auf den Markt zu bringen.



