Ein Orbbec 336L-Sensor ist an der Rückseite des ROG Ally befestigt und per USB verbunden
Eine auf Reddit gezeigte Demo kombiniert die Asus ROG Xbox Ally X mit einem Orbbec 336L-Sensor und der Dot3D-Software, um Innenräume in Echtzeit zu erfassen und zu kartieren. Das System liefert beeindruckend detaillierte Scans, doch Kosten und Arbeitsaufwand könnten einer breiteren Verbreitung noch im Weg stehen.
Ein kürzlich auf Reddit veröffentlichtes Video zeigt einen tragbaren Gaming-PC, der als mobiles 3D-Scansystem eingesetzt wird. Das Setup kombiniert den Asus ROG Xbox Ally X mit einem Orbbec Gemini 336L Tiefensensor. Die Scansoftware Dot3D läuft unter Windows und macht das System zu einer autarken, tragbaren Lösung, mit der sich ganze Innenräume erfassen lassen – ähnlich mobil wie eine Konsole.
Die Hardware ist dabei vergleichsweise simpel aufgebaut. Der Orbbec 336L-Sensor ist an der Rückseite des ROG Ally befestigt und per USB verbunden. Auf dem Handheld läuft die Vollversion von Dot3D unter Windows, die für Echtzeit-Mapping, Erfassung und Nachbearbeitung zuständig ist. In der Demo ist wiederholt eine Live-Scan-Oberfläche mit Tiefendarstellung, Mesh-Rekonstruktion und Navigationswerkzeugen zu sehen. Während sich der Nutzer durch einen Flur bewegt, erstellt die Software in Echtzeit ein 3D-Modell der Umgebung.
Ein weiterer Clip zeigt das fertige Ergebnis als vollständigen Grundriss mit Korridoren, Räumen und baulichen Details. Das Mesh lässt sich direkt auf dem Gerät betrachten und navigieren, inklusive Zoom- und Rotationsfunktionen. Allerdings sind noch einige Artefakte erkennbar: Bestimmte Oberflächen wirken verrauscht oder unvollständig, insbesondere an Kanten und Decken. Dennoch ist die Gesamtstruktur bereits gut für praktische Anwendungen geeignet. Zusätzlich stellt der Ersteller Beispieldaten zur Verfügung, darunter komprimierte Modelle auf Sketchfab sowie hochauflösende Dateien über Dropbox, die deutlich mehr Details zeigen als das Video.
Tragbares 3D-Scannen ist keineswegs neu, doch bislang kamen dafür meist sperrigere Geräte oder Laptops zum Einsatz. Lösungen wie LiDAR-fähige iPads oder stationäre Scanner sind in Branchen wie Immobilien und Bauwesen bereits weit verbreitet. Das Besondere an diesem Projekt ist jedoch die Nutzung eines Gaming-Handhelds als Recheneinheit. Der Ryzen-Z1-Chip des ROG Ally scheint die Echtzeitverarbeitung dabei problemlos ohne zusätzliche Hardware zu bewältigen.
Technisch ergibt dieser Ansatz durchaus Sinn. Ein Handheld-PC bringt bereits Display, Akku und ausreichend GPU-Leistung für die Verarbeitung von Tiefendaten mit. Der Nachteil liegt jedoch bei Kosten und Komplexität. Der Sensor (ca. 330 Euro) und die Dot3D-Software (Abo, meist rund 870 Euro pro Jahr) machen das Setup eher zu einem professionellen Werkzeug als zu einer Lösung für gelegentliche Einsätze. Hinzu kommt die Frage der Genauigkeit: Die Scans wirken zwar brauchbar, erreichen aber vermutlich nicht das Niveau spezialisierter High-End-Systeme.
Wer allerdings ohnehin mit Tools wie Dot3D arbeitet, könnte durch den Wechsel von einem Laptop zu einem Gerät wie dem ROG Ally deutlich an Mobilität gewinnen. Genau das demonstriert dieses Video eindrucksvoll.
Der Asus ROG Xbox Ally ist unter anderem bei Amazon erhältlich.
Autor des Originals:Anubhav Sharma - Tech Writer - 1567 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2024
Most of my time goes into writing - and somehow it hasn’t stopped being fun yet.
My work mainly revolves around everyday tech, gaming, watches, DIY modding, and the occasional piece on tech-policy chaos when companies and governments clash. I try to keep things simple and honest, without sounding like a product brochure.
I have a Bachelor’s degree in Computer Science Engineering and an Associate Degree in English Studies from the College of New Caledonia in British Columbia, Canada.
Away from articles and deadlines, life usually shifts to making music, taking photos, or trying to finish games that should have been completed months ago.
Übersetzer:Carmen Pol - Translator - 1321 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2023
Nachdem ich den größten Teil meiner frühen Jahre in Deutschland verbracht hatte, wurde meine Erziehung als zweisprachiges Kind erleichtert.
Im Jahr 2007 fand ich mich wöchentlich gezwungen, mein Windows-Betriebssystem neu zu installieren ... Also besorgte ich mir eines Tages ein MacBook Black. Es war während dieser Zeit, dass ich eine tiefe Wertschätzung für Technologie entwickelte, die mein Leben erheblich verbesserte.