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Auch Apple dürfte laut Analyst schnelles mmWave 5G auf wenige iPhone 12-Modelle beschränken

Das 5G-iPhone wird größtenteils wohl ein Sub-6 Ghz iPhone 12: Ein geleaktes Glas soll die Kamera-Einheit des iPhone 12 Pro zeigen.
Das 5G-iPhone wird größtenteils wohl ein Sub-6 Ghz iPhone 12: Ein geleaktes Glas soll die Kamera-Einheit des iPhone 12 Pro zeigen.
(Update: Insider deuten auf regionale und Modell-Beschränkung) 5G für alle? Ja, aber! Mittlerweile ist es ein offenes Geheimnis, dass Apple mit der iPhone 12-Generation in wenigen Wochen erstmals 5G-kompatible iPhones launchen wird, doch wie schon bei Samsungs aktuellen Flaggschiffen bedeutet das in Sachen mmWave-Unterstützung eine Beschränkung auf einige wenige Modelle, wie der bekannte Analyst Ming-Chi Kuo nun erklärte.
Alexander Fagot,

Während iPhone-Fans sich gerade über Leaks wie das Bild oben freuen, das eine Glasrückseite für iPhone 12 Pro beziehungsweise iPhone 12 Pro Max zeigen soll, und damit die jüngsten Hinweise zum Layout der Kamera mehr oder weniger bestätigen, ist in Sachen 5G nicht alles eitel Wonne.

Der bekannte Analyst Ming-Chi Kuo, der in der Regel recht gut durch die Beobachtung der Zulieferketten informiert ist, warnte in einem Research-Bericht von TF Securities, dass wohl nur vergleichsweise wenige iPhone 12-Modelle den kompletten 5G-Bandbereich abdecken werden.

Samsung bietet mmWave nicht in jedem 5G-Flaggschiff

Wie wir bereits aus unserer Analyse der internationalen Situation beim Galaxy S20 Ultra wissen, verbaut Samsung nur in wenigen Regionen der Welt, konkret in den USA, mmWave-Antennen für das ultraschnelle 5G jenseits der 500 Mbps. Das mag aus Herstellersicht durchaus legitim sein, weil wir beispielsweise in Europa noch kaum entsprechend schnelle Hochfrequenznetze im Einsatz haben, schränkt allerdings die internationale Kompatibilität mit 5G-Netzen und die Zukunftssicherheit der aktuellen 5G-Phones stark ein.

Wie Kuo nun erklärt, dürfte Apple bei den neuen iPhones ähnlich verfahren und großteils nur Sub-5G-Netze unterstützen, die typischerweise einen Datendurchsatz um die 150 Mbps und darunter liefern aber dafür weltweit stärker verbreitet sind und auch keine direkte Sicht zu den Sendemasten erfordern. Unklar ist aktuell, ob Apple mmWave auf bestimmte iPhone 12-Modelle beschränken wird, etwa auf das iPhone 12 Pro Max, oder ob es hier, wie bei Samsung, regionale Unterschiede geben wird.

Hohe Zusatzkosten für mmWave 5G-Unterstützung

In jedem Fall erwartet der Analyst nicht nur aufgrund der Corona-Krise etwa 4 bis 6 Millionen mmWave-fähige iPhones im Jahr 2020 und 25 bis 25 Millionen in 2021, was deutlich weniger ist als die jeweiligen erwarteten Gesamtmengen (10-20 Millionen und 40 bis 50 Millionen). Frühere Kuo-Schätzungen deuteten auf 50 US-Dollar Aufpreis von mmWave 5G gegenüber reinem Sub-6 5G pro Gerät womit sich - abseits vom noch deutlich größeren Platzbedarf der aktuellen mmWave-Antennen - erklären lässt, warum Hersteller aktuell noch gar so knausrig mit der Hardware umgehen und nicht alle 5G-Phones standardmäßig damit ausstatten.

Update 04.09.2020 Weitere Insider konkretisieren

Ein neuer Report zum Thema kommt vom Branchen-Magazin FastCompany. Industrie-Insider wollen den Redakteuren verraten haben, dass Apple die mmWave-Kompatibilität nur im teuersten und größten iPhone 12 verbauen wird: im 6,7 Zoll iPhone 12 Pro Max. Das liege alleine schon am Platzbedarf der aktuell noch riesigen Komponenten und der Anforderung an größere Akkus. Zudem wird Apple, laut den zitierten Insidern, nur iPhone 12 Pro Max-Modelle in den USA, Japan und Korea mit mmWave-Unterstützung ausliefern.

Das wäre natürlich eine ziemliche Katastrophe für die Zukunftssicherheit. Wie wir schon anlässlich der Samsung Galaxy S20 Ultra-Kontroverse rund um entfernte mmWave-Antennen außerhalb der USA gewarnt haben, sind diese teuren Flaggschiffe damit in Kürze nicht mehr kompatibel mit den neuen schnellen mmWave-Netzen. Erst gestern hat Qualcomm-Präsident Christiano Amon im Rahmen der IFA von neuen mmWave-Netzen in mehreren europäischen Ländern und weltweit berichtet, die wären dann allesamt mit dem teuersten europäischen iPhone 12 des Jahres 2020 nicht nutzbar.

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Autor: Alexander Fagot,  2.09.2020 (Update:  4.09.2020)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.