Notebookcheck Logo

BMW: Studenten sollten Auto bauen, das mehr Energie erzeugt als verbraucht – zwei Jahre später ist es gelungen

Das solarbetriebene Elektrofahrzeug „Deep Orange 17“ der Clemson University
ⓘ Clemson University
Das solarbetriebene Elektrofahrzeug „Deep Orange 17“ der Clemson University
Studierende der Clemson University haben den von BMW gesponserten „Deep Orange 17“ vorgestellt, einen leichten solarbetriebenen Prototyp, der so konzipiert ist, dass er während einer typischen 12-Meilen-Fahrt im Stadtverkehr mehr Energie erzeugt, als er verbraucht.

Im Herbst 2024 stellte BMW Studenten der Clemson University vor eine ungewöhnliche Herausforderung. Sie sollten ein Elektroauto bauen, das bei täglichen Fahrten im Stadtverkehr mehr Energie erzeugt, als es verbraucht. Fast zwei Jahre später präsentieren die Studenten einen ungewöhnlich aussehenden Prototyp. Das Clemson-Team gibt ihm offiziell den Namen Deep Orange 17 und den Spitznamen Luminetta. Dieser soll sowohl auf seine Solartechnik als auch auf sein retro-modernes Design anspielen. Das zweitürige Coupé erinnert optisch an einen Schuhkarton. Unter der eigenwilligen Karosserie steckt jedoch ausgeklügelte Technik.

BMW unterstützte das Projekt im Rahmen des Deep-Orange-Programms von Clemson und war ebenso gespannt darauf, das Fahrzeug Wirklichkeit werden zu sehen. Wie Stephan Augustin erklärt, der bei BMW als Projektmanager für Forschung und neue Technologien tätig ist, es sei bereichernd gewesen, mitzuerleben, wie die Studenten während der Entwicklung „so viele technische Herausforderungen und Einschränkungen überwanden“ und ein energiepositives Fahrzeug zum Leben erweckten.

Anshul Karn, der als Projektleiter tätige Masterstudent, betonte, wie ungewöhnlich ein Projekt dieses Umfangs auf Masterniveau sei. Viele ingenieurwissenschaftliche Studiengänge würden zwar digitale Modellierung oder Marketing als Lehrinhalte vermitteln, doch nur sehr wenige gäben Studenten eine Vision vor und fordern sie dazu auf, diese bis zu einem funktionsfähigen Prototyp umzusetzen.

Ein Elektroauto mit vielen interessanten Konstruktionslösungen

Was die technischen Aspekte betrifft, wiegt die Luminetta lediglich 550 Kilogramm und damit etwa ein Viertel so viel wie ein vergleichbares Serienfahrzeug. Möglich macht das ein aus mehreren Materialien bestehendes Chassis. Es kombiniert Strukturstahl für die Sicherheit der Insassen mit Aluminiumkomponenten, tragenden Elementen aus Carbon und 3D-gedruckten Metallverbindungen.

Aus aerodynamischen Gründen orientiert sich die Karosserie an der Form eines Kofferfischs. Rekuperation, intelligente Drehmomentverteilung und eine optimierte Antriebssteuerung arbeiten zusammen, um aus jeder Akkuladung möglichst viel zusätzliche Reichweite herauszuholen. Clemson hat weder Angaben zur Leistung noch zum Drehmoment des Motors veröffentlicht. In den Unterlagen der Universität steht die Effizienz statt der reinen Leistung im Mittelpunkt.

Der eigentliche Star ist die Außenhaut des Fahrzeugs. Darin sind mehr als 1.700 Photovoltaikzellen direkt in die äußeren Flächen integriert, die sowohl im Stand als auch während der Fahrt Energie gewinnen. Diese Zellen wurden in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE entwickelt. Dank ihrer Bauweise erzeugen sie selbst dann weiterhin Strom, wenn Teile eines Panels im Schatten liegen.

Die Studenten modellierten die Sonneneinstrahlung und die klimatischen Bedingungen in Greenville im US-Bundesstaat South Carolina, Frankfurt in Deutschland, Madrid in Spanien und Mumbai in Indien. Dabei ermittelten sie, dass bei einer täglichen Pendelstrecke von 12 Meilen die überschüssige Solarenergie an den vier Standorten durchschnittlich 31 Meilen zusätzliche Reichweite ermögliche – etwa das Zweieinhalbfache der eigentlichen Pendelstrecke.

Im Innenraum zeigt eine eigens entwickelte Mensch-Maschine-Schnittstelle die Fahrzeugtelemetrie in Echtzeit an und unterstützt außerdem Apple CarPlay und Android Auto. Die 16 Studenten hinter dem Projekt schlossen ihr Studium am 7. August mit einem Masterabschluss in Fahrzeugtechnik ab. Das Auto verschwindet jedoch nicht in einem Lager. Es verbleibt am Clemson University International Center for Automotive Research in Greenville, wo es als Plattform für weitere Forschungsarbeiten dient. Zudem soll es auf der CES 2027 ausgestellt werden.

Google LogoAls bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Mail Logo

Keine Kommentare zum Artikel

Fragen, Anregungen, zusätzliche Informationen zu diesem Artikel? - Uns interessiert Deine Meinung (auch ohne Anmeldung möglich)!
Keine Kommentare zum Artikel / Antworten

static version load dynamic
Loading Comments
Diesen Artikel kommentieren / Antworten
> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-08 > BMW: Studenten sollten Auto bauen, das mehr Energie erzeugt als verbraucht – zwei Jahre später ist es gelungen
Autor: Rahim Amir Noorali,  8.08.2026 (Update:  8.08.2026)