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Bloomberg Video-Interview: Huawei-CEO gegen Apple-Boykott durch China

Huawei-CEO Ren Zhengfei bewundert Apple und spricht sich gegen jegliche Sanktionen aus. (Bild: Bloomberg)
Huawei-CEO Ren Zhengfei bewundert Apple und spricht sich gegen jegliche Sanktionen aus. (Bild: Bloomberg)
Huawei-Gründer und CEO Ren Zhengfei gab Bloomberg vor Kurzem sein erstes längeres TV-Interview, in dem natürlich die US-Sanktionen und der Handelskrieg mit China im Vordergrund standen. Bemerkenswert ist Zhengfeis Bewunderung für einen seiner größten Konkurrenten: Apple.

Die chinesisch-amerikanischen Beziehungen sind stark belastet, doch Huawei-Gründer und CEO Ren Zhengfei nahm sich in einem raren TV-Interview mit Bloomberg kaum ein Blatt vor den Mund. Insbesondere US-Präsident Donald Trump und seine sich oft widersprechenden Tweets nannte er wenig charmant "lächerlich" - er würde wohl gar nicht ans Telefon gehen, sollte er anrufen. Die Situation seines 100-Milliarden-Dollar-Unternehmens sieht er zwar in Gefahr aber noch nicht kritisch.

Mehrfach verglich er seinen Konzern mit einem Flugzeug, in dessen Flügel Löcher geschossen werden - im Flug würde sein Team die Löcher flicken um nicht abzustürzen - das Ziel sei, in der Luft zu bleiben, koste es was es wolle. Wenig Verständnis zeigt der CEO jedenfalls für die Anschuldigungen der US-Regierung und seiner Vertreter, Huawei sei nur durch Spionage und Diebstahl von US-Technologien groß geworden, winkt allerdings eher ab als direkt auf die Vorwürfe einzugehen:

"Die USA hat unsere Technik noch gar nicht. Es sieht eher so aus als würden sie unsere Technologie stehlen wollen. Würden wir hinter den USA hinterherhinken, gäbe es keinen Grund für Trump, uns zu attackieren" 

Das wäre möglicherweise beim Thema 5G durchaus zutreffend, hier sieht sich zumindest Huawei zwei bis drei Jahre im Vorsprung, wobei Zhengfei zugesteht, dass andere Länder angesichts der US-Sanktionen nun möglicherweise auf der Überholspur wären. Der Milliardär scheint allerdings wenig davon zu halten, den US-Bann politisch durch Gegen-Sanktionen der chinesischen Zentralregierung zu bekämpfen. Insbesondere wenn diese sich, wie in letzter Zeit immer wieder gemutmaßt wird, gegen Apple richten. In seinem Statement klingt stattdessen viel Bewunderung für Apple durch:

Das wird nicht passieren und selbst wenn, wäre ich der erste, der protestiert! Apple ist weltweit der führende Konzern, ohne Apple gäbe es kein mobiles Internet. Ohne Apple würden wir die Schönheit der Welt nicht sehen. Apple ist unser Lehrer, der uns voran bringt - wieso sollten sich die Schüler ihrem Lehrer entgegenstellen? Ich würde das niemals tun.

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Autor: Alexander Fagot, 27.05.2019 (Update: 27.05.2019)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Editor
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.