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Forschung: Neue Speichertechnik soll Daten 1.000 Jahre halten

Forschung: Neue Speichertechnik soll Daten 1.000 Jahre halten (Symbolfoto)
Forschung: Neue Speichertechnik soll Daten 1.000 Jahre halten (Symbolfoto)
Forscher der japanischen Kobe Universität haben einen auf Nanodots basierenden und extrem haltbaren Speicher vorgestellt - die Marktreife ist allerdings noch fern.

Die von Makoto Nagata geleitete Forschungsgruppe hat eigenen Angaben zufolge einen Weg gefunden, die hohe Datendichte von Festplatten mit einer stark erhöhten Haltbarkeit zu kombinieren. Während Festplatten unter Benutzung selten länger als ein Jahrzehnt halten, verspricht der neue Speichertyp eine Lebensdauer von bis zu 1.000 Jahren. 

Die Technologie basiert im Wesentlichen auf sogenannten Nanodots, in diesem Fall also extrem kleinen, metallischen Partikeln, welche auf einem Silicium-Wafer angebracht werden. Die Anwesenheit eines Nanodots repräsentiert den Zustand „1", das Fehlen eines solchen den Zustand „0".

Während der Lesevorgang vergleichsweise einfach und berührungslos über eine Kapazitätsmessung realisiert wird, stellt sich der Schreibvorgang aktuell noch kompliziert dar und ist aktueller Forschungsgegenstand. Nach dem erstmaligen Beschreiben wird der Wafer mit einer isolierenden Schicht bezogen, was für die lange Haltbarkeit sorgt. 

Was auf den ersten Blick unpraktikabel wirkt, ist allerdings ein typisches Phänomen: Einmalig beschreibbare Datenträger sind potentiell deutlich haltbarer, man denke etwa an antike Steintafeln oder Disks mit anorganische Trägerschichten.

Unserer Einschätzung nach dürften es die Forscher nicht leicht haben, die neue Technologie marktfähig zu machen, da aktuell noch mit einer Strukturgröße von 180 nm gearbeitet wird und die Verkleinerung selbiger höchst anspruchsvoll ist. Zudem steht mit der M-Disc ein ebenfalls extrem haltbares, optisches Speichermedium zur Verfügung, welches sich mit handelsüblichen DVD- oder Blu-ray-Brennern beschreiben lässt. 

Nanodots werden zwischen Wort- und Bitleitung positioniert (Bild: Kobe University)
Nanodots werden zwischen Wort- und Bitleitung positioniert (Bild: Kobe University)

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Autor: Silvio Werner,  2.03.2017 (Update: 15.05.2018)
Silvio Werner
Silvio Werner - Editor
Als stolzer Digital Native mag ich Zahlen und liebe Technik. Ein Chemiestudium endete zwar nicht erfolgreich, entfesselte dafür aber das Interesse an Testmethodiken und naturwissenschaftlichen Zusammenhängen, deren anwendernahe Vermittlung für mich im Fokus steht. Als Ausgleich dienen mir Laufen und Trekken.