Fazit: Viel Spaß für 200 Dollar
Mit dem Pocket Max bietet der Hersteller Mangmi ein durchaus rundes Paket ab. Auch anspruchsvollere Android-Titel lassen sich wiedergeben. Dabei erweitert der Hersteller das Betriebssystem um eine sehr sinnvolle Sidebar. Die erhöhte Rechenleistung ist im Vergleich zum halb so teuren Mangmi Air X ein großer Vorteil, das 7 Zoll große AMOLED-Display bietet eine überzeugende und dank 144 Hz flüssige Darstellung.
Zwei Probleme sind uns beim Pocket Max gleichwohl deutlich aufgefallen: Die beworbene Modularität ist in der Praxis eingeschränkt, so lassen sich nur Steuerkreuz und Digipad austauschen. Hätte Mangmi dieses Konzept stärker verfolgt, wäre durchaus eine stärkere Abgrenzung zu Konkurrenzprodukten möglich gewesen. Davon gibt es nämlich so einige, so beispielsweise für nur 50 Euro mehr den Odin2 Portal mit dem Snapdragon 8 Gen 2 oder zum identischen Preis den kompakteren Retroid Pocket 5.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Der Mangmi Pocket Max ist ab dem 5. Februar bestellbar. Dabei wird noch bis zum 12. Februar noch ein um 40 Dollar und auf 200 Dollar reduzierter Preis aufgerufen, Versandkosten fallen noch an. Dazu kommen noch Versandkosten in Höhe von rund 20 Dollar, Einfuhrabgaben müssen im Regelfall nicht noch gezahlt werden - sollten innerlich aber einkalkuliert werden.
Nach dem Air X ist der Pocket Max der zweite Gaming-Handheld von Mangmi. Das System soll auch über einen mindestens einmal nominell geringen Preis angreifen und kommt mit einem AMOLED-Display und einem für die Emulation und Android-Gaming sehr tauglichen, aber schon arg angestaubten SoC.
Spezifikationen
Lieferumfang und Hardware
Zumindest unser Testmuster enthielt neben dem Gaming-Handheld selbst eine taugliche Hülle, eine die ganze Front überdeckende Schutzfolie und noch ein paar alternative Eingabegeräte - zu letzterem später mehr. Die Hülle ist offenbar mit Velours ausgekleidet und kommt mit einer kleinen Netz-Innentasche, aber ohne Gummizug für den Handheld.
Der Mangmi Pocket Max kommt mit einem sieben Zoll großem Display und ist damit definitiv kein ganz kompakter (Retro-)Handheld mehr. Die gesamte Front befindet sich dabei auf einer Höhe und ist mit einer Glasplatte versehen. Die Rückseite ist ergonomisch geformt, dementsprechend gibt es ausgeformte Hörnchen links und rechts - in diesen sitzen auch die Vibrationsmotoren. Zu sehen ist auch ein Lüftungsgitter, ein weiteres Gitter befindet sich an der Oberseite.
Auf der Rückseite sind noch die beiden Zusatztasten zu finden, welche sich mit dem Mittelfinger einwandfrei bedienen lassen. An der Unterseite sind der USB Typ C-Anschluss, der Klinkenanschluss und der Speicherkartenslot zu finden, daneben befindet sich das Mikrofon. Auf der Oberseite gibt es drei Tasten für das Anschalten und die Steuerung der Lautstärke und die Schultertasten und die beiden Trigger. An der generellen Verarbeitung gibt es wenig zu meckern, auffällige Spaltmaße sind nicht zu sehen. Der Handheld selbst ist insgesamt stabil (torsionssteif), lässt sich also durch leicht erhöhte Kraft nicht zum Knarzen oder gar Brechen bringen. Kritikwürdig könnte am ehesten noch der Grip sein: Dieser ist allein durch die Geometrie gegeben, allerdings ist die Rückseite glatt.
Mit AMOLED und ein wenig modular
Besonders zwei Eigenschaften des Mangmi Pocket Max sind bemerkenswert: So kommt der Handheld mit einem AMOLED-Display und zumindest teilweise modularen Eingabegeräten. Subjektiv stellt das Vorhandensein des Full HD-AMOLED-Bildschirm definitiv eine Steigerung im Vergleich zu einem IPS-Panel dar. Es sind relativ hohe Helligkeiten erreichbar. Technologiebedingt profitiert die Darstellung von Kontrasten von der stärkeren Schwarzdarstellung. Die Bildwiederholfrequenz von 144 Hz erlaubt im Prinzip eine flüssige Darstellung, allerdings muss der SoC diese auch erst einmal erreichen - und die entsprechende App dies unterstützten.
Das Steuerkreuz und die Aktionstasten lassen sich auswechseln. Diese werden magnetisch befestigt und lassen sich mithilfe von ganz dezenten, seitlichen Vertiefungen am Steuerkreuz und den Aktionstasten herausziehen. Im Paket erhalten, für Kunden aber aufpreispflichtig, war bereits ein zweites Paar, wobei diese Modelle auf Mikrotaster basieren und ein deutlich stärkeres Feedback bieten. Die Idee ist grundsätzlich gut, allerdings lassen sich Steuerkreuz und Aktionstasten aufgrund unterschiedlicher Abmessungen der Module nicht gegeneinander wechseln. Die Module selbst sind relativ kompakt. Funktional andere Module mit beispielsweise sechs statt vier Aktionstasten noch nicht angekündigt. Sollten wirklich nur unterschiedliche Tasterarten verfügbar sein, wäre dies ein wenig eine verpasste Chance, zumal sich eben die Joysticks nicht auswechseln lassen.
Installation und Software
Der Mangmi Pocket Max basiert auf Android 13, dementsprechend geht die Inbetriebnahme einfach von der Hand. Verschiedene Emulatoren lassen sich gleich bei der Erstinstallation auswählen und stehen dann direkt bereit. Integriert ist mit der Sidebar eine sehr sinnvolle Schnellzugriffsleiste, welche etwa die aktuelle Auslastung anzeigt, die Wahl von verschiedenen Performance-Modi, Lüftermodi und der Bildwiederholfrequenz ermöglicht und auch schnellen Zugriff auf Bedienoptionen bietet.
Sinnvoller Android-Gamer
Zum Einsatz kommt der Qualcomm Snapdragon 865 und damit ein bereits über sechs Jahre alter Rechenchip. Zur Einordnung ist am Ende dieses Artikels ein Performance-Vergleich mit verschiedenen und auch aktuellen Smartphones und auch mit dem im Odin2 Portal genutzten Qualcomm Snapdragon 8 Gen 2 zu finden, um ein wenig ein Gefühl für die Leistungs des alten SoCs im Jahr 2026 zu erhalten. Klar ist: Aktuelle Triple-A-Titel kann der Mangmi Pocket Max auf keinen Fall lokal rendern, allerdings handelt es sich auch eher um einen Android- oder Retro-Handheld und eben nicht um eine Alternative beispielsweise zu einem Asus ROG Ally. Gleichwohl schafft es der Snapdragon 865 problemlos, auch anspruchsvolle Android-Titel gut bis ausgezeichnet spielbar zu beschleunigen. So sind in Genshin Impact bei mittelhohen Einstellungen stabile 60 Bilder in der Sekunde erreichbar - mehr unterstützt der Titel unter Android auch gar nicht. In War Thunder Mobile sind bei Luft- und Bodengefechten mit hohen Einstellungen ebenfalls jederzeit flüssige Frameraten erreichbar. Die Framerate profitiert dabei natürlich von der Auflösung von 1.920 × 1.080 Pixeln, welche signifikant niedriger ist als bei aktuellen Smartphones. Das ebenfalls kostenfrei und grafisch durchaus imposante Where Wind Meets lässt sich ebenfalls gut spielbar darstellen. Bei der Quality-Voreinstellung gerät der SoC dabei schon an seine Grenzen, wir hatten mit der Balanced-Voreinstellung eine sehr gute Spielerfahrung. Positiv: Throttling konnten wir auch in synthetischen Benchmarks nicht provozieren. Bei maximaler Drehzahl wird der Lüfter deutlich hörbar. Diese ist unseren Erfahrungen nach aber faktisch nie auch wirklich nötig, anscheinend geht die smarte Lüftersteuerung etwas übertrieben robust ans Werk.
Fragwürdiger Spaß durch Emulation, Mehrwert durch Bildausgabe und Streaming
Die Emulation von Videospielen dürfte für ein System wie das Mangmi Pocket Air wahrscheinlich eine der Hauptnutzungsarten sein. Wir wollen hier einmal auf die doch oft sehr kritische Rechtslage hinweisen, wenn denn nicht etwa selbst alte Cardrightes ausgelesen werden - was durchaus möglich ist, allerdings wahrscheinlich eher selten wirklich gemacht wird. Mangmi selbst bietet zwar die Installation der entsprechenden Emulatoren an, verzichtet aber komplett auf die Lieferung entsprechender ROMs. Die Leistung des Mangmi Pocket Max reicht unserer Erfahrung nach zur Darstellung von Titeln bis zum Nintendo 3DS völlig aus, je nach Plattform ist das Rendering auch mit stark erhöhter Auflösung möglich. Das macht alte Spiele durchaus ansehnlicher, allerdings ergibt sich dadurch zwar eine höhere Auflösung, unbedingt detaillierter mit zusätzlichen Objekten werden die Titel aber nicht. Die PlayStation 2 stellt dabei die Grenze dar. Nutzerberichten zufolge sind mit dem Snapdragon 865 zumindest einige Switch-Titel spielbar. Der große Bildschirm des Mangmi Pocket X bietet bei der Emulation von Nintendo (3)DS-Titeln überdies eine erheblich gesteigerte Spielbarkeit, da sich beide Bildschirme sinnvoll darstellen lassen.
Das Streaming von Videospielen ist auch lokal völlig problemlos möglich, die Nutzererfahrung etwa mit Steam Link ausgezeichnet. Beispielsweise Half Life: 2 konnte mit 140 Hz und damit sehr flüssig und mit geringer Verzögerung streamen. Erreichbar waren im konkreten Beispiel Display-Latenzen von deutlich unter 15 Millisekunden. Wir wollen an dieser Stelle keine Kritikpunkte künstlich fabrizieren, allerdings unterstützt der Snapdragon 865 nur WiFi 6. Dementsprechend ist eine im Vergleich zu WiFi 7 schlechtere Verbindung denkbar. Zwei Räume weiter und mit einem WiFi-Repeater verbunden konnten wir noch Latenzen von unter 20 Millisekunden erreichen, das ist ebenfalls absolut spielbar.
Unterstützt wird die Bildausgabe über USB Typ C, allerdings nicht mit 4K-Auflösung. Das funktioniert im Prinzip sehr gut. Die Nutzung eines Docks oder Hubs ist möglich, dann lassen sich Tastatur und Maus nutzen - und der unter Android 13 noch nicht ausgereifte Freeform-Modus. Einen wirklichen Ersatz für einen PC ist der Mangmi Pocket Max so nicht, für das Schreiben von E-Mails oder kürzere Recherchen eignet sich dieses Setup aber durchaus. Negativ wirkt sich bei der Bildausgabe unserer Einschätzung nach die Positionierung des USB-Ports auf der Unterseite aus, da keine angepasste Docking-Station verfügbar ist.
Benchmarks
An dieser Stelle wollen wir - wohlgemerkt nur mit synthetischen Benchmarks - eine Einordnung des SoCs sowohl in Bezug auf Modelle mit identischem SoC, als auch moderne, leistungsstärkere Smartphones geben. Das Diagramm des 3DMark Stress Tests beweist, dass kein Throttling erfolgt, das Kühlystem also gut dimensioniert ist.
3DMark Stress Tests
| 3DMark | |
| Wild Life Stress Test Stability | |
| Mangmi Pocket Max | |
| Huawei MatePad 11 2021 | |
| Vivo iQOO 15 | |
| Wild Life Extreme Stress Test | |
| Huawei MatePad 11 2021 | |
| Mangmi Pocket Max | |
| Vivo iQOO 15 | |
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller oder einem Shop zu Testzwecken leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Leihstellers auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

























