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Hyundai Ioniq 5: Elektro-SUV als Strompuffer für zuhause und das Stromnetz

Hyundai Ioniq 5 als Stromlieferant fürs Eigenheim und die Stadt. Keine Fiktion - die Pilotprojekte laufen.
Hyundai Ioniq 5 als Stromlieferant fürs Eigenheim und die Stadt. Keine Fiktion - die Pilotprojekte laufen.
Porsche macht es mit dem Taycan, Hyundai mit dem Ioniq 5: Beide Autohersteller testen eifrig mit ihren Elektroautos, wie sich das E-Auto von seinen Besitzern besonders einfach, effizient und kostengünstig als Stromlieferant fürs Eigenheim und die Stadt nutzen lässt. Hyundai hat gleich zwei sogenannte V2X-Pilotprojekte in Erprobung.

Neben Porsche mit dem Taycan hat heute auch Hyundai sein V2X-Engagement bekannt gegeben. Wie Porsche testet Hyundai aus, wie sich rein batteriebetriebene Elektroautos (BEV, Battery Electric Vehicle) am besten dafür eignen, Strom aus den Batterien von BEVs möglichst einfach, effizient und kostengünstig zum Einspeisen von Strom ins öffentliche Energienetz einsetzen lassen. Hierfür hat Hyundai modifizierte E-Autos seines Crossover-SUVs Ioniq 5 in zwei V2X-Pilotprojekten in Erprobung.

Die Vehicle-to-Everything (V2X)-Technologie fasst eine Reihe technologischer Innovationen zusammen, die mithilfe des Akkustroms aus rein batterieelektrischen Fahrzeugen beispielsweise Energie ans öffentliche Stromnetz (V2G, Vehicle to Grid) und Häuser (V2B, Vehicle to Building) oder das Eigenheim (V2H, Vehicle to Home) einspeisen können. Wird das Elektroauto beispielsweise nach der Arbeit nicht gefahren, sondern steht mehrere Stunden auf einem öffentlichen oder privaten Parkplatz, kann die in dessen Hochvoltakku gespeicherte Energie über eine spezielle Ladesäule in das Stromnetz zurückgegeben werden. Der Autostrom steht dann lokalen Energieversorgungsunternehmen und im nächsten Schritt wiederum anderen Nutzern zur Verfügung.

Grafik: Hyundai - Vehicle to Grid (V2G) und die Hyundai Electric Global Modular Platform (E-GMP)
Grafik: Hyundai - Vehicle to Grid (V2G) und die Hyundai Electric Global Modular Platform (E-GMP)

Derzeit führt Hyundai in Deutschland und in den Niederlanden zwei vielversprechende V2X-Pilotprojekte mit Fokus auf V2H und V2G durch.Das V2H-Pilotprojekt in Deutschland wird mit Ioniq 5 Elektroautos von Hyundai CRADLE (Centre for Robotic-Augmented Design in Living Experiences) Berlin durchgeführt. Hier wird getestet, wie sich mit den Ioniq 5 E-Autos innerhalb eines geschlossenen Energiesystems der Strom mit dem Haus teilen lässt. Dafür nutzen die modifizierten Hyundai Ioniq 5 den bereits in der Serie eingebauten, bidirektionalen On-Board-Charger. Allerdings verfügen die Ioniq-5-Pilotfahrzeuge über eine spezifische Software, um die V2H-Technologie unter Alltagsbedingungen zu erproben.

Hyundai unterstützt zusammen mit "We Drive Solar" in einem Pilotprojekt die Stadt Utrecht dabei, eine V2G-Lösung in der Praxis zu erproben.
Hyundai unterstützt zusammen mit "We Drive Solar" in einem Pilotprojekt die Stadt Utrecht dabei, eine V2G-Lösung in der Praxis zu erproben.

Im zweiten Pilotprojekt unterstützt Hyundai, zusammen mit dem niederländischen Mobilitätsanbieter "We Drive Solar", die Stadt Utrecht dabei, eine V2G-Lösung in der Praxis zu erproben. Dazu wird "We Drive Solar" zunächst eine Flotte von 25 Hyundai Ioniq 5 für eine Carsharing-Lösung bereitstellen, die Bewohnern jüngst entstandener Wohnsiedlungen angeboten wird. Im nächsten Schritt soll die von Hyundai in den modifizierten Ioniq 5 eingesetzte V2G-Technologie über die von "We Drive Solar" hierfür entwickelten öffentlichen Ladesäulen getestet werden.

Hättet ihr es gewusst? Der Hyundai Ioniq 5 erlaubt bereits jetzt das Aufladen und Versorgen mit Strom von externen, elektrischen Geräten. Möglich macht das die schon in der Serie genutzte und von Hyundai entwickelte "Electric Global Modular Platform" (E-GMP). Dank der E-GMP lassen sich während der Fahrt oder im Stand beispielsweise E-Bikes, E-Scooter oder Notebooks mit 230-Volt-Wechselstrom speisen. Diese Technologie wird Vehicle to Load (V2L) genannt und liefert eine Leistung von bis zu 3,6 Kilowatt. Diese reicht aus, um beispielsweise eine mittelgroße Klimaanlage oder einen 55-Zoll-Fernseher bis zu 24 Stunden lang zu betreiben.

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Autor: Ronald Matta,  8.04.2022 (Update:  8.04.2022)