
Kleiner als das DJI Mic Mini – mit Handmikro-Trick: Elgato Wave Go im Test
Mini-Mic, Maxi-Trick.
Mit dem Ansteckmikrofon Wave Go hat Elgato ein Funkmikrofon für Smartphone-Vlogs, Interviews und Konsole/PC neu im Angebot. Besonders clever: Das Mikro ist noch kleiner als das DJI Mic Mini und kann in die Kapsel eines Handgriffs eingesetzt werden, wodurch es sich in ein Handmikrofon für mobile Interviews umwandelt.Christian Hintze 👁 Veröffentlicht am
Testfazit - Kompakter als die Konkurrenz
Das Elgato Wave Go ist nochmals kleiner als das DJI Mic Mini, klingt dabei aber sogar besser und verleiht Stimmen Präsenz. Besonders clever ist zudem die Idee, dass man hier Ansteckmikro und Handmikro in einem Paket erhält.
Das Elgato Wave Go ist ein besonders kleines Funkmikro mit USB-C-Empfänger, aber ohne Bluetooth.
Schade ist jedoch der Verzicht auf Bluetooth, wodurch das Gerät deutlich an Kompatibilität einbüßt. Eine Verbindung mit Kameras, DSLRs oder älteren Smartphones ist somit nicht möglich, eine eher unnötige Einschränkung.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Zum Marktstart ist das Wave Go auf elgato.com für €99,99 ($99,99, £99,99) erhältlich. Das Set mit zwei Mikros kostet €114,99.
Für einen guten Sprach-Ton nutzen Youtuber und andere Creator oftmals ein sogenanntes Lavaliermikrofon, auch als Ansteckmikrofon bekannt. Durch das tragen der super-kleinen Mikros am Hemdkragen ist das Gerät sehr nahe am Sprecher, was Empfindlichkeit und damit Nebengeräusche reduziert. Die Funkvarianten senden via 2.4 GHz an einen Empfänger, der meistens sogar 2 Sender/Mikros koppeln kann - ideal für Interviewsituationen.
Elgato hat am 13. Oktober das Wave Go vorgestellt, ein Funk-Ansteckmikro mit genau den beschriebenen Eigenschaften. Aber auch mit ein paar coolen und praktischen Besonderheiten. Wir schauen, ob die Qualität stimmt und die Features einen Kauf wert sind.
Design und Bedienung - Blaue Day One Edition
Wir testen die sogenannte "Day One Edition". Funktional unterscheidet sie sich nicht von der Verkaufsversion, aber sie hat ein dunkelblaues Case und ist innen hellblau. Das ist eine besondere limitierte Edition zum Start des Wave Go. Die Standardedition wartet hingegen mit schwarzem Gehäuse und grauem Inlay auf.
Das an ein Brillenetui erinnernde Case ist außen mit einer strukturierten Stofftextur überzogen und liegt durch das schmale Gehäuse gut in der Hand. An der Seite gibt es einen USB-C-Ladeanschluss.
Das Case ist verschlossen, versehentlich herausfallen kann also nichts. Erst ein Eindrücken des vorderen Knopfes öffnet das Gehäuse. Innen werden das Funkmikro, der Empfänger, der Handgriff, ein Magnetclip sowie ein weiterer Magnet sicher aufbewahrt. Die beiden Windschilde liegen in einem kleinen, schwarzen Extrabeutel.




Das Mikro selbst misst nur kleine 20 × 29 × 12 mm und wiegt gerade einmal 7 Gramm. Es ist nochmals kleiner und dadurch unauffälliger am Kragen als das DJI Mic Mini. Unten sind Ladekontakte vorhanden, ansonsten gibt es nur einen Button fürs Einschalten, Koppeln und Stummschalten. Allerdings ist das mattschwarze Kunststoffgehäuse etwas anfällig für Fettflecken, was dann unschön auf dem Video aussieht, man sollte es vor dem Dreh also säubern.

Der Handgriff erinnert an eine schmale, elegante Taschenlampe mit einem Einschaltknopf. Man kann den Griff aufschrauben, das Mini-Mikro einsetzen und hält sodann ein eher klassisches Handmikrofon beispielsweise vor den Mund einer zu interviewenden Person.




Specifications - 7 Gramm, 2,4 GHz und bis zu 30 m Reichweite
Das Wave Go verbindet sich ausschließlich mit seinem USB-C-Empfänger via 2,4 GHz, was deutlich latenzfreier ist als eine Bluetooth-Verbindung. Den Empfänger kann man in PCs, unterstützte Konsolen oder Smartphones mit USB-C-OTR-Port einstecken. Die Verbindung reicht bis zu 30 m weit. Bluetooth wird sonst nur für die Kopplung mit der App verwendet.

Aber auch ohne App lässt sich das Mic verwenden, mehrere Audiooptimierungen finden direkt auf dem Gerät statt, in der App kann man zusätzlich den Gain und die Stärke der Geräuschunterdrückung einstellen, den Akkustand sehen usw. Für eine Aufnahme am Smartphone drückt man beispielsweise zweimal den Knopf am Mikrofon selbst, man muss also nicht zum Smartphone rennen, sondern kann eine Video- oder Tonaufnahme aus der Ferne starten.
Der Akku im Mic soll für 8 Stunden reichen. Nutzt man den Handgriff verlängert sich das auf 48 Stunden durch dessen integrierten, größeren Akku. Einen internen Speicher für Direktaufnahmen auf dem Gerät gibt es nicht.
| Typ | Wireless Microphone System (Mic transmitter + USB-C receiver) |
| Capsule | 6 mm Kondensator, Omnidirektional |
| Frequenzbereich | 60 Hz – 20 kHz |
| Sample Rate (Bit Depth) | 48 kHz (24-bit) |
| Onboard processing | EQ Shift, Auto Gain, limiter, noise suppression, low-cut filter |
| Funkfrequenz | 2.4 GHz ISM band (2402–2480 MHz) |
| Funk-Reichweite | 30 m |
| Latenz | kleiner/gleich 24 ms |
| Codec (GFSK rate) | LC3 (2 Mbps) |
| Kompatibilität | USB-C Phones, Tablets und PCs (Windows 11, macOS, Android, iOS with USB-C) |
| Akku | 80 mAh (Mikro), 900 mAh (Handgriff) |
Praxistest - Elgato Wave Go gegen DJI Mic Mini
Reichweite
Bis zu 30 m soll die Funkverbindung halten, natürlich im Freien und ohne Wände. Für einen ersten Reichweitentest bin ich dennoch in meiner Wohnung und gehe von einem Raum in den nächsten. Dabei zeigt sich, dass Wände das Signal deutlich stören. Schon durch die erste Wand (bei offener Tür) schafft es das Signal eher nicht mehr, das Audio wird kurz spürbar schlechter, direkt danach bricht es ganz ab, nach etwa 7 m.
Im Freien ist die Reichweite natürlich etwas größer, hier entfernt man sich aber sowieso eher nicht so gerne zu weit vom eigenen Smartphone.
Audioqualität
Für die Audioqualität habe ich eine kurze Textpassage eingesprochen und parallel mit dem Elgato Wave Go, dem DJI Mic Mini sowie dem Insta360 Mic Pro aufgenommen.
Zunächst fällt auf, dass das Audio vom Wave Go deutlich lauter daherkommt, hier wird scheinbar mehr verstärkt, ohne dass es rauscht. Das DJI-Audio oder auch das des Insta360 Mic Pro müssen in Post deutlich angehoben werden, was das Rauschen leicht verstärken kann. Auf der anderen Seite dürfte beim nahe an der Clipping-Grenze agierenden Wave Go bei Tonaufnahmen mit variablerer Lautstärke schneller das Clipping greifen und den Sound somit künstlich beschneiden als bei den leiseren Konkurrenten.

Ansonsten sind die Aufnahmen des Elgato-Mic etwas bassreicher als die der Konkurrenten. Die Wave-Go-Aufnahme gefällt uns persönlich deutlich besser als die des DJI Mic Mini, welches sich nach zu viel Distanz anhört. Das Insta360 empfinden wir nochmals als etwas hochwertiger, aber das ist auch deutlich größer und spielt im Bereich des DJI Mic 2/3 mit. Und das Wave Go kommt hier erstaunlich nahe heran, der Unterschied zum Insta360 ist deutlich weniger hörbar als der zum Mic Mini.
Insgesamt klingen daher die Aufnahmen des Elgato-Mics sehr gut. Außengeräusche werden zudem effektiv herausgefiltert. Das Öffnen des Fensters zur Straße hat in der Aufnahme keine hörbare Veränderung gebracht. Anbei ein paar Audiosamples unserer drei Sprachaufnahmen mit jedem Mic zum Vergleich. Die obere Reihe sind die Originalaufnahmen. Bei der unteren Reihe haben wir die Tracks normalisiert, d.h. vor allem das DJI- und Insta-Audio wurden von der Lautstärke her auf ein Normalniveau angehoben:
Audio Samples per Audacity in mp3 exportiert
| Elgato Wave Go | DJI Mic Mini | Insta360 Mic Pro |
|---|---|---|
Elgato Stream Deck MK.2: Maximale Kontrolle für Work & Play
Das Elgato Stream Deck MK.2 ist weit mehr als eine Steuerzentrale für Streamer: Es fungiert als extrem universelles Steuerungstool für jeden Workflow – vom intensiven Gaming bis hin zum hochproduktiven Geschäftsalltag. Mit 15 anpassbaren LCD-Tasten lassen sich komplexe Makros, App-Starts und Systembefehle per Knopfdruck ausführen.
Der Elgato Marketplace bietet dazu eine fast unendliche Möglichkeit, dein Stream Deck zu personalisieren. Soll es mehr in die Gaming Richtung gehen, sind Profile für viele Spiele wie Helldivers, FlightSim und viele mehr vorhanden. Aber auch die Nutzung von Discord, Teams oder Photoshop wird durch die passenden Profile noch intuitiver. Dazu finden sich Plugins, Icon-Packs, Screensaver und vieles mehr. Und das Beste: Du selbst kannst zum Maker werden und deine eigenen Ideen einbringen!
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.











