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Krypto-Coins: 137 Mio. USD von Kunden am Laptop, doch Passwort fehlt

Kunden von QuadrigaCX verlieren vermutlich 137 Millionen US-Dollar
Kunden von QuadrigaCX verlieren vermutlich 137 Millionen US-Dollar
Der Einzige von QuadrigaCX, der das Passwort kennt, ist im Dezember 2018 in Indien an einer Krankheit verstorben. Zurück bleibt der verschlüsselter Laptop vom CEO der Krypto-Börse auf dem Zugangsdaten zu 137 Millionen US-Dollar gespeichert sind, doch niemand hat Zugriff auf diese Informationen.

Gerald Cotton, Gründer und CEO von QuadrigaCX, einer Online-Kryptobörse ist am 9. Dezember im Alter von 30 Jahren während seines Auslandaufenthalts an Morbus Crohn, der gefährlichen Darmerkrankung, gestorben. Er war gerade dabei, in Indien ein Waisenhaus für Kinder in Not zu errichten. Für seine Kunden der Krypto-Börse eine katastrophale Nachricht, denn laut Coindesk hat nach seinem Tod niemand Zugriff auf wahrscheinlich knapp 137 Millionen US-Dollar, die sich im sogenannten "Cold Storage" befinden.

Aus Sicherheitsgründen hat Gerald Cotton nämlich den Großteil des Vermögens in den Cold Storage verschoben, also sozusagen offline auf einer Festplatte seines Laptops, durch ein Passwort geschützt vor unberechtigtem Zugriff. Im "Hot Storage" hingegen befinden sich lediglich die Krypto-Coins, die für den täglichen Zahlungsverkehr gebraucht wurden. 

Nur leider hat Cotton sein Passwort für die Offline-Wallet niemanden mitgeteilt, auch seine Frau Jennifer Robertson hat gegenüber einem Gericht angegeben, dass sie zwar den Laptop von ihm besitze, aber die Zugangsdaten nicht kenne. Möglicherweise hat Cotton das Krypto-Geld auf verschiedenen Krypto-Börsen gelagert, vermutet sie. Doch der Laptop selbst ist ebenfalls verschlüsselt, ein beauftragter Sicherheits-Experte hatte bisher auch noch keinen Erfolg, diesen zu knacken. 

Auf der Webseite von QuadrigaCX findet man eine kurze Erklärung dazu:

For the past weeks, we have worked extensively to address our liquidity issues, which include attempting to locate and secure our very significant cryptocurrency reserves held in cold wallets, and that are required to satisfy customer cryptocurrency balances on deposit, as well as sourcing a financial institution to accept the bank drafts that are to be transferred to us. Unfortunately, these efforts have not been successful. (Quelle: QuadrigaCX.com)

Natürlich gibt es gleichzeitig auch Gerüchte, dass Gerald Cotton seinen Tod nur vorgetäuscht habe, dies in Wirklichkeit seine Exit-Strategie war und er untergetaucht sei. Zwar existiert eine rechtsgültige Todesurkunde, manche Gläubige zweifeln allerdings an der offiziellen Variante. Eines ist jedoch klar: Es wird ein langer und nicht besonders aussichtsreicher Weg für die Kunden von QuadrigaCX werden, um ihr Vermögen wieder zurückzuerhalten.

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Autor: Daniel Puschina,  4.02.2019 (Update:  4.02.2019)
Daniel Puschina
Daniel Puschina - Editor
Ich bin die Generation, die in den 90er Jahren auf einem 386er mit der 20MHz Turbotaste die ersten Computer-Erfahrungen gesammelt hat. Es war eine Gratwanderung zwischen der Leistungsgrenze meines Rechners und dem knappen Taschengeld, umso größer war aber dadurch die Motivation, das letzte Stück Leistung hier noch rauszuholen. Das Herauskitzeln eines einzelnen Kilobytes in der config.sys Datei war bei 2MB RAM absolut bestimmend über „Spiel startet“ oder „Spiel startet nicht“. Ab diesem Zeitpunkt habe ich auch damit begonnen, mich hardwareseitig immer eingehender mit Benchmarktests, Leistungsvergleiche und Tuning der Komponenten zu beschäftigen, was mich in den letzten Jahren zum Dauerbesucher der Notebookcheck-Seite machte. Es ist mir somit eine große Freude, hier nun selbst aktiv für diese Seite schreiben und testen zu können.