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Lenovo-Geschäftszahlen: Rote Zahlen nur durch Immobilienverkauf vermieden

Lenovo-Geschäftszahlen: Rote Zahlen nur durch Immobilienverkauf vermieden
Lenovo-Geschäftszahlen: Rote Zahlen nur durch Immobilienverkauf vermieden
Der größte PC-Hersteller hat seinen neuesten Quartalsbericht vorgelegt. Das Smartphone-Geschäft dürfte dem Unternehmen weiterhin tiefe Sorgenfalten bereiten. Nur durch das PC-Geschäft und einen Immobilienverkauf konnte man Schlimmeres vermeiden und wieder aus der Verlustzone herauskommen.
Benjamin Herzig,
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Lenovo befindet sich in einer veritablen Krise. Das zu sagen, ist kein großes Geheimnis, denn das Unternehmen hat während das gesamten Geschäftsjahres 2015 einen Verlust im dreistelligen Millionenbereich hinnehmen müssen. Das lag vor allem an der Übernahme von Motorola, die, wie Lenovo in seinem vorletzten Quartalsbericht unumwunden zugab, die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Der Verlust kam vor allem durch eine große Abschreibung auf Motorola zustande.

Nun soll dieses Geschäftsjahr bei Lenovo natürlich alles wieder besser werden. Tatsächlich arbeitet die Smartphone-Sparte nicht mehr ganz so unrentabel wie im letzten Jahr, mit einer Marge von -5,6% statt -7,5%, allerdings fährt man in dem Bereich immer noch einen dicken Verlust von 114 Millionen Dollar ein (vor Steuern), bei einem Umsatz von 2 Milliarden Dollar (-12,5%). Die Mobile Business Group ist nicht der einzige Verlustbringer für Lenovo, auch im wichtigen Enterprise- und Servergeschäft, das eigentlich als drittes Standbein gedacht war, fuhr man einen Verlust von 108 Millionen US-Dollar ein. Hier drängt sich der Eindruck auf, dass sich Lenovo mit den Übernahmen von IBMs X-Server Geschäft und von Motorola Mobility etwas übernommen haben könnte.

Vor dem ganz großen Desaster wird Lenovo nur durch zwei Dinge gerettet. Erstens das halbwegs profitabel arbeitende PC-Geschäft. Hier hatte zwar mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen (-8% auf 7,8 Milliarden Dollar), aber dafür konnte man eine höhere Marge von 5,2 statt 4,6 % verzeichnen. Insgesamt hatte die Sparte einen Gewinn von 405 Millionen US-Dollar vor Steuern (+3,5%).

Zweitens wäre da, wie schon im vergangenen Quartal, ein einmaliger Sondereffekt: Lenovo hat Immobilienbesitz verkauft, also zum Beispiel Bürogebäude, die sich im Besitz des Unternehmens befinden. Hier hat man sein Tafelsilber zu Geld gemacht, und insgesamt 218 Millionen Dollar eingenommen. Nur das hat Lenovo vor dem weiteren Abrutschen in die Verlustzone bewahrt: Denn nur mit diesem Geld kommt man auf einen Gesamt-Gewinn von 156 Millionen Dollar (nach Steuern), bei einem Gesamtumsatz von 11 Milliarden Dollar (-8% im Vergleich zum letzten Jahr).

Es bleibt abzuwarten, ob und wie Lenovo sich wieder aus dieser Situation herausschafft, ohne eine größere, kostspielige Restrukturierung vorzunehmen. Die Moto Z Smartphones haben zwar gute Kritiken abgeräumt, auch bei den jeweiligen Notebookcheck-Tests (siehe Moto Z und Moto Z Play), allerdings wird man sehen müssen, ob diese tatsächlich auch einen großen Verkaufserfolg erzielen. Unendlich viele Immobilien zum Verkaufen dürften auch Lenovo nicht zur Verfügung stehen.

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Benjamin Herzig
Benjamin Herzig - Managing Editor - 924 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2016
Schon zu Schulzeiten war ich ein eifriger Leser von Notebookcheck-Tests. Über hobby-mäßige Testberichte bin ich schließlich 2016 zum Notebookcheck-Team dazugestoßen und schreibe seitdem sowohl Testberichte als auch News-Artikel. Mein persönliches Interesse liegt besonders bei klassischen Laptops und insbesondere bei Business-Modellen. Technologie sollte das Leben einfacher machen und uns effizienter arbeiten lassen, und gute Laptops sind dafür heute ein zentrales Werkzeug. Darum sind die Laptop-Tests für mich nicht nur Arbeit, sondern Leidenschaft.
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Autor: Benjamin Herzig,  4.11.2016 (Update:  5.11.2016)