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Mechanische Tastaturen: Enthusiasten bringen legendäres Model F Keyboard zurück

Tastaturen: Enthusiasten bringen legendäre Model F Tastaturen zurück (Bildquelle: modelfkeyboards.com)
Tastaturen: Enthusiasten bringen legendäre Model F Tastaturen zurück (Bildquelle: modelfkeyboards.com)
War früher alles besser? Ganz sicher nicht alles, doch bei den Tastaturen gab es in den letzten Jahren und Jahrzehnten eine Entwicklung zu immer flacheren Tastaturen, die zudem in Plastik-Gehäusen stecken. Dem stellt sich eine Gruppe von Enthusiasten entgegen, die das legendäre "Model F" Keyboard von IBM zurückbringen.

Tastaturen sind ein Stück Technologie, das fast jeder von uns benötigt, das von der Industrie aber eher als "Legacy"-Technologie gesehen und auch so behandelt wird. Bei Smartphones hat man physische Tastaturen schon fast komplett beerdigt (abgesehen von wenigen Ausnahmen) und durch Touch ersetzt. Bei Notebooks gab es schon mehrere solche Versuche die Tastatur obsolet zu machen (zum Beispiel in Form des Acer Iconia Dual Screen oder zuletzt mit dem Lenovo Yoga Book), die sich jedoch noch nicht durchsetzen konnten. Doch auch sonst ist der Trend klar: Tastaturen werden immer flacher und tendenziell werden mehr und mehr Tasten wegrationalisiert  (siehe Apple Macbook Pro).

Für Tastaturliebhaber und Menschen, die von Berufs wegen viel tippen müssen, ist das ein eher düsteres Szenario – denn bis man Texte per Gedankenkontrolle eingeben kann wird das Tippen wohl notwendig sein. Kein Wunder, dass es da einige Menschen gibt, die sagen "Früher war alles besser".

In diesem Fall steckt in diesem Ausspruch wohl mehr als ein Körnchen Wahrheit. Das goldene Zeitalter der Tastaturen waren tatsächlich die 80er und 90er, als Tastaturen noch das Tippgefühl von Schreibmaschinen zu emulieren versuchten. Die wohl bekannteste Tastatur aus dieser Zeit ist die Model M von IBM. Diese mechanische Tastatur ist für ihr knackiges Tippgefühl und ihre Lautstärke bekannt, beides wurde durch das Buckling-Spring-Design erzeugt. Bei der Model M steckt unter jeder Taste eine Feder. Dieses Design ist nicht nur sehr präzise, sondern auch sehr robust. Noch heute wird die Model M hergestellt, von der kleinen Firma Unicomp aus Kentucky, die in den 90ern die Technologie von IBM und Lexmark übernahm.

Kaum bekannt ist allerdings, dass die Model M selbst schon ein Kompromiss war. Eingeführt wurde sie von IBM um Kosten zu senken, denn ihre Vorgänger-Tastatur, die Model F, die vor allem in den frühen 80ern hergestellt wurde, war zu teuer um profitabel zu sein. Die Model F war zu größeren Teilen aus Metall gefertigt im Vergleich zur Model M und bot ein noch knackigeres Tippgefühl, da sie statt einer Membran unterhalb der Tastenmechanik eine Leiterplatte nutzte. Zudem war sie noch robuster und einfacher zu säubern als die Model M. Die Tastatur Model F lag dem originalen IBM Personal Computer bei.

Mehr als drei Jahrzehnte später wird es nun wieder neue Model F Tastaturen geben. Diese werden nicht von IBM und auch nicht von Unicomp hergestellt, sondern von einer kleinen Gruppe Fans, die von Plattformen wie Reddit, Deskauthority und Geekhack stammen. So sollen Tastaturen entstehen, die ein Leben lang halten sollen.

Das hat allerdings auch seinen Preis: Um die 400 Euro muss man bezahlen, um eine dieser seltenen Tastaturen zu bekommen. Bis Ende Juli kann man noch eine Tastatur bestellen, über 600 Käufer hat das Projekt schon gefunden.

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Autor: Benjamin Herzig, 10.07.2017 (Update: 10.07.2017)
Benjamin Herzig
Benjamin Herzig - Editor
Ab 2010 habe ich mich mehr und mehr mit Technologie beschäftigt, insbesondere Notebooks haben es mir seitdem angetan. Klar, dass ich sehr schnell auf die detaillierten Tests von Notebookcheck stieß. Mit der Zeit habe ich mehr und mehr über Notebooks gelernt und angefangen, in Foren und Blog-Seiten kleine Reviews zu Notebooks zu schreiben. Um während des Studiums Geld dazu zu verdienen habe ich mein Hobby dann zum Beruf gemacht und stieß 2016 zum Team von Notebookcheck hinzu, mein persönliches Interesse liegt insbesondere bei Business-Notebooks.